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Museen & Galerien

Schule des Sehens: Hans Hofmann in Kaiserslautern

Von Roland Happersberger

Kopf 1: unbetitelt, von etwa 1927.

Kopf 1: unbetitelt, von etwa 1927. (Foto: Keever/Hofmann Trust)

Kopf 2: unbetitelt, auch etwa 1927.

Kopf 2: unbetitelt, auch etwa 1927. (Foto: Keever/Hofmann Trust)

Auf Pergament getuscht: Nude Study, ca. 1928.

Auf Pergament getuscht: Nude Study, ca. 1928. (Foto: Hofmann Trust)

Der beeindruckendste Raum in der Ausstellung mit frühen Zeichnungen des amerikanischen Malers Hans Hofmann (1880 bis 1966) ist zweifellos jener, in dem ungefähr 20 Mal ein und dieselbe Ansicht von St. Tropez dargestellt ist.

Oben ein hoch ragender Kirchturm, links der Hafen mit einem kleinen Turm auf der Mole. Alle diese Zeichnungen sind 1929 entstanden, und sie sind insofern von hohem Interesse, als Hofmann hier ganz verschiedene Darstellungsarten durchdekliniert, auch solche seiner Kollegen, die er gleichsam ausprobiert. Man sieht: hier ist einer am Werk, der nicht unbedingt die eine, verpflichtende Bildsprache seiner inneren Persönlichkeit sprechen muss, der aber andererseits über so viel künstlerische Persönlichkeit verfügt, dass er nie bloß nachahmt. Alles geht durch einen analytischen Malerkopf hindurch, der zu diesem Zeitpunkt noch ein bayerischer Malerkopf war.

Hofmanns Leben

Hofmann ist 1880 im mittelfränkischen Weißenburg geboren. Die Familie zieht nach München, und schon während der Schulzeit beginnt der kleine Hans zu zeichnen, was ihm vor die Augen kommt. Mit 18 ist er Schüler einer privaten Malschule. Durch seinen Lehrer lernt er Philipp Freudenberg kennen, einen Mäzen, der begütert genug ist, ihm einen zehnjährigen Aufenthalt in Paris zu ermöglichen. Dort übt sich Hofmann an verschiedenen Akademien, lernt Picasso, Braque und Matisse und ihre Kunstweise kennen. 1908 stellt er in Berlin in der Neuen Sezession aus, 1910 hat er in Berlin seine erste Einzelausstellung an prominenter Stelle, bei Paul Cassirer, und 1915 – ein Lungenleiden bewahrt ihn vor dem Weltkrieg – eröffnet auch er in München eine Schule für Bildende Kunst. Die entwickelt europaweite Anziehungskraft; Hofmann hält Sommerkurse im Süden, auch in St. Tropez.

Schule des Sehens

Und so kommen die erwähnten Ansichten im Kontext der Vermittlung von Zeichenfähigkeiten zustande – als Schule des Sehens. 1930 lehrt Hofmann auch in Kalifornien, 1932 kehrt er, die Zeichen der Nazi-Zeit erkennend, von einem USA-Aufenthalt nicht nach Deutschland zurück, sondern eröffnet 1934 die Hans Hofmann School of Fine Arts in New York. Er wird ein anerkannter Maler des abstrakten Expressionismus, erhält Ehrendoktortitel, vertritt die USA 1960 bei der Biennale in Venedig. 1962 wandert eine Hofmann-Retrospektive durch Deutschland; 2013 zeigte die Pfalzgalerie 30 farbleuchtende Gemälde. Diese Schau hat die Museumschefin Dr. Britta Buhlmann so enthusiasmiert, dass nun, von Dr. Annette Reich kuratiert, eine Schau von 90 noch nie gezeigten Zeichnungen von etwa 1898 bis 1937 folgt. Sie erschließen ihre Ausdruckskraft eher dem zweiten Blick. Aber der lohnt. Besonders stark: Eine Werkgruppe, in der schwarze Flächen Kontrastspannung schaffen.


Info

Hans Hofmann: Frühe Zeichnungen 1898-1937 – bis 9.9., Kaiserslautern, Pfalzgalerie, Museumsplatz 1, geöffnet: Di 11-20 Uhr, Mi-So, Fei (auch Pfingstmontag) 10-17 Uhr. Info: Telefon 0631-3647-201.

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