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Donnerstag, 15. Februar 2018 Drucken

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Menschheitsfragen: Goethes »Faust« in Heidelberg

Ungewöhnliche Ansichten: Probenfoto.

Ungewöhnliche Ansichten: Probenfoto. (Foto: Sebastian Bühler/frei)

„Eine Menschheitsparabel voller Fragen an die Gegenwart“ – das soll Goethes „Faust“ in der Lesart des Leipziger Hausregisseurs Philipp Preuss sein.

Der Lebensüberdruss eines, dem seine geehrte Professorenexistenz zu eng wird, weil er doch nicht herausfindet, „was die Welt im Innersten zusammenhält“, steht am Anfang. Dr. Heinrich Faust will sich daher umbringen, weicht aber davor, wie er sich sagt, aus Sentimentalität zurück, weil ihn die Oster-Glocken an seine längst verflogene Kinderfrömmigkeit erinnern – und flugs wird er ein Opfer des Teufels.

Lust und Leid der Welt

Der soll ihn aus seiner Beschränkung führen, ihm alle Lust und alles Leid der Welt zeigen. „Werd’ ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! Du bist so schön! Dann magst du mich in Fesseln schlagen, dann will ich gern zugrunde gehn!“ sagt Faust zu Mephistopheles, weil er sich nicht vorstellen kann, jemals so glücklich, so erfüllt zu sein, dass er in diesem Zustand verharren will.

Prototyp des modernen Menschen

Preuss deutet Faust als Prototyp des modernen, emanzipierten, wissensdurstigen Menschen: „Ein Innehalten ist in seinem Denkkosmos nicht vorgesehen.“ Als der glückliche Augenblick doch eintritt, ist’s Täuschung: Der erblindete Faust glaubt, man schachte Kanäle zur Gewinnung von Neuland aus, das er besitzen und beherrschen soll. Doch man gräbt nur sein Grab. Um diesen Bogen zu schlagen, nimmt die Heidelberger Inszenierung auch Motive aus dem zweiten Teil der Tragödie auf.


Info

»Faust«: Premiere Sa 17.2., 19.30 Uhr, Heidelberg, Theater, Marguerre-Saal. Außerdem: 20.2., 17.3., 21.3., 23.3., 26.4., 16.5., 4.6., 24.6., 14.7. Kartentelefon: 06221-5820. |hap

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