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Donnerstag, 06. September 2018 Drucken

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Bothmers neue Töne: »Metropolis« in Pirmasens

Kernszene: die Erschaffung des künstlichen Menschen mit Brigitte Helm als Maria und dem Pianisten (links).

Kernszene: die Erschaffung des künstlichen Menschen mit Brigitte Helm als Maria und dem Pianisten (links). (Foto: frei)

Willy Sommerfeld, der legendäre Berliner Stummfilm-Pianist, der das in den 1920er Jahren Gelernte in den 1980ern hochbetagt neu zelebrierte, sah in Carsten-Stephan Graf von Bothmer seinen legitimen Nachfolger.

Der klassisch ausgebildete Musiker geht wie Sommerfeld von der spätromantisch-expressionistischen Tonsprache aus, in der die Stummfilme in ihrer Entstehungszeit begleitet wurden, und fügt fallweise neuere musikalische Ausdrucksformen ein. Bei seinen Filmkonzerten – er nimmt für sich in Anspruch, diesen Begriff erfunden zu haben – sei jeder Abend anders. Je nachdem, wie er drauf sei, betone er mal mehr das Sensationelle, mal mehr das Sentimentale. Denn seine Musik sei, wenn er allein spiele, nicht festgelegt, sondern in vielen Teilen improvisiert. Fast 1000 Stummfilme, aber auch Fußballspiele hat der Graf mittlerweile vertont. In Pirmasens erweckt er „den“ Klassiker zu dramatischem tönenden Leben: Fritz Langs „Metropolis“ (1926), das aus Science Fiction und Fantasy-Romantik zusammengesetzte Spiegelbild seines Jahrhunderts, den einzigen Stummfilm, der zum Weltkulturerbe ernannt wurde – natürlich in der erst vor zehn Jahren in Buenos Aires wiederentdeckten ungekürzten Premierenfassung, die dem Werk erst eine halbwegs verständliche und durchaus spannende Handlung wiedergibt.


Info

»Metropolis« mit Graf von Bothmer am Flügel: Fr 7.9., 20 Uhr, Pirmasens, Forum Alte Post. Kartentelefon: 06331-842352. |hap

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