Region mit Zukunft - page 6

Ein Hotel in
altem Gemäuer
Das Kloster Hornbach in dem
gleichnamigen Ort nahe der
Grenze zu Lothringen gehört
zu den bekanntesten Bauwer-
ken der Südwestpfalz.
Von dem ehemaligen Benedik-
tinerkloster, das 741 vom Bi-
schof Pirminius im damaligen
Ort Gamundias gegründet wur-
de, sind allerdings nur noch ei-
nige Reste der Konventsgebäu-
de erhalten. Gestiftet wurde der
Bau des Klosters vom Grafen
Warnharius, dessen Familie zu
den Vorfahren der Salier gehört.
Kloster Hornbach entwickel-
te sich zu einem bedeutenden
Kloster, das über einen langen
Zeitraum einen hohen wirt-
schaftlichen und kulturellen
Stellenwert hatte. Im 16. Jahr-
hundert war es damit jedoch
vorbei und 1557 wurde der
Klosterstatus aufgehoben.
In demGebäude war dann für
einige Jahrzehnte eine fürstli-
che Landesschule unterge-
bracht, danach stand es leer und
verfiel immer mehr. Auch Krie-
ge trugen zur weiteren Zerstö-
rung des Klostergebäudes bei.
An der Stelle des Grabes des
Klostergründers Pirminius, der
Einst lebten Benediktiner imKloster Hornbach
heiliggesprochen wurde, ließ
die protestantische Landeskir-
che 1957 eine Kapelle bauen.
Ende des vergangenen Jahrhun-
derts wurden auf dem ehemali-
gen Klostergelände ein Hotel
und ein Museum gebaut. Die
historischen Gebäudereste
wurden in die Hotelanlage inte-
griert.
|ann
Digital Wissen sammeln
Umfassende Informationen
über Objekte und Elemente
der Kulturlandschaft zu bie-
ten, das ist das Ziel von „KuLa-
Dig“. Die Abkürzung steht für
„Kulturlandschaft Digital“, ei-
ne Webseite, die der Land-
schaftsverband Rheinland in
Nordrhein-Westfalen im Jahr
2000 ins Leben gerufen hat
und an der seit dem vergange-
nen Jahr auch Rheinland-Pfalz
offiziell beteiligt ist. Auf dieser
und der folgenden Seite stel-
len wir einige der bereits er-
fassten Objekte vor.
Auf
sind Infor-
mationen über Türme, Burgen,
Parks, Naturdenkmäler, Kir-
chen, Brunnen und viele andere
Elemente der Kultur und der
Landschaft zu finden. Bisher
sind es vor allem Objekte aus
Nordrhein-Westfalen.
Seit dem vergangenen Jahr
werden auch Beschreibungen
von sehenswerten und kulturell
bedeutsamen Objekten aus
Rheinland-Pfalz auf die Inter-
netseite gestellt. Der Verein Zu-
kunftsregion Westpfalz (ZRW)
und die Planungsgemeinschaft
Westpfalz wollen dazu beitra-
gen, dass die Westpfalz hierbei
vorneweg geht. Das sei nur
möglich, wenn die vielen an ih-
rer Region interessierten Bürger
ihrWissen einbrächten, sagt Ar-
Aufruf: Infos zu Kulturlandschaft für Webseite „KuLaDig“ gesucht
ne Schwöbel, der beim ZRW für
Projektmanagement zuständig
ist. In Archiven und bei Heimat-
forschern sei sehr viel Wissen
über einzelne Objekte vorhan-
den. Dieses solle in digitaler
Form auch anderen zugänglich
gemacht werden.
Die Präsentation des gesam-
melten Wissens sei sowohl ein
Beitrag zur Förderung des Tou-
rismus, wie auch von Interesse
für die Menschen, die in der Re-
gion leben. Die Bewohner könn-
ten durch die Plattform und die
damit verknüpfte App Neues
über ihre Region erfahren. Dies
trage letztendlich auch dazu
bei, dass man sich stärker mit
der Region identifiziert. Zu den
einzelnen Objekten findet der
Interessierte ausführliche Infor-
mationen über Geschichte, Be-
deutung und bauliche Beson-
derheiten. Fotos, Videos und
Karten ergänzen das Angebot.
Mit Hilfe dieser Informatio-
nen können auch Touren, etwa
für Wanderer und Radfahrer,
mit interessanten Zwischenzie-
len angereichert werden. Eine
Verknüpfung zu vorhandenen
Outdoor-Apps ist daher ange-
dacht.
Ansprechpartnerin für dieses
Thema beim ZRW ist Sonja
Kasprick,
Telefon:
0631
20560113,
E-Mail: s.kasp-
rick@zukunftsregion-west-
pfalz.de.
|ann
Nach 142 Stufen ein weiter Blick
Den Donnersberg, der mit ei-
ner Höhe von 686,5 Metern
über dem Meeresspiegel der
höchste Berg des Nordpfälzer
Berglands ist, kennt wohl je-
des Kind weit über die Nord-
und Westpfalz hinaus. Und
auch der 27 Meter hohe Lud-
wigsturm, der als Aussichts-
turm auf dem Donnersberg
steht, ist recht bekannt.
Benannt wurde der Ludwigs-
turm, der ein offizielles Kultur-
denkmal ist, nach König Ludwig
II. von Bayern. Der hatte den
Turm aber nie besucht. Doch
immerhin war König Ludwig III.
von Bayern im Jahr 1902, als er
noch Prinz Ludwig von Bayern
war, auf dem Ludwigsturm.
Der achteckige Putzbau mit
einem Zinnenkranz wurde auf
Initiative eines Turmbauvereins
errichtet und der Bau mit Spen-
den finanziert. Das war wohl
der Grund dafür, dass zwar 1842
der Grundstein gelegt und mit
dem Bau begonnen wurde, man
aber nicht besonders weit kam.
Das Turmbaukomitee Lud-
wigsturm sorgte dann dafür,
dass 1864 erneut ein Grund-
Ludwigsturm verdankt Entstehung dem bürgerschaftlichen Engagement
stein gelegt und der Aussichts-
turm nun doch noch gebaut
werden konnte.
Auch der Erhalt des Ludwigs-
turms ist Vereinen zu verdan-
ken. 1871 war der Ludwigsturm
an das Deutsche Reich überge-
ben worden. Als der Ludwigs-
turm 1950 wegen Baufälligkeit
abgerissen werden sollte, ent-
stand der Turmbauverein Dan-
nenfels, der für die Restaurie-
rung des Gebäudes sorgte. Das
Land Rheinland-Pfalz sanierte
und restaurierte den Turm 1987
und 2006.
Inzwischen kümmert sich der
Donnersbergverein, der aus
dem Turmbauverein Dannen-
fels hervorgegangen ist, um den
Ludwigsturm .
142 Stufen führen zu einer
Aussichtsplattform des Lud-
wigsturms hinauf, von der aus
man einen weiten Ausblick hat.
Der Turm ist in der Regel
samstags ab 13 Uhr sowie an
Sonn- und Feiertagen ab 10 Uhr
geöffnet. Zu anderen Zeiten
kann man bei der Touristinfor-
mation Dannenfels einen
Schlüssel für den Ludwigsturm
bekommen.
|ann
Ein massiger Fels
aus Buntsandstein
Der Teufelstisch steht auf ei-
nem Bergrücken im Wald
westlich von Hinterweiden-
thal. Es ist ein Fels aus Bunt-
sandstein, dessen Form an ei-
nen Pilz oder eben an einen
einfüßigen Tisch erinnert.
In der Region sind Felsen in die-
ser Form häufiger zu finden,
doch der Teufelstisch ist der
mächtigste. Der Fuß hat eine
Höhe von zehn bis elf Metern,
die Tischplatte ist etwa 50 Qua-
dratmeter groß und drei bis vier
Meter dick. Bis 1999 stand auf
demTeufelstisch eine sechsMe-
ter hohe Kiefer, die durch ein
Unwetter zerstört wurde. Eine
kleinere Kiefer befindet sich
nach wie vor auf dem Felsen.
Der Teufelstisch ist ein aner-
kanntes Naturdenkmal und ein
Wahrzeichen der Region. Erwar
schon einige Male Motiv auf
Briefmarken, und es gibt eine
Sage vom Teufelstisch. Auch als
Kletterfelsen ist der Teufelstisch
bekannt.
Der Teufelstisch ist ein Wahrzeichen der Region
In unmittelbarer Nähe gibt es
einen etwa drei Hektar großen
Erlebnispark Teufelstisch unter
anderemmit Riesenrutsche, La-
byrinth, Felsenmeer und einer
Seilbahn.
|ann
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Seite 6 |
DIE RHEINPFALZ
Samstag, 24. März 2018
Verein Zukunftsregion Westpfalz
Das ehemalige Kloster Horn-
bach wird inzwischen als Hotel
genutzt.
FOTO: ZRW/FREI
Die Kirschblüte im Japanischen Garten in Kaiserslautern ist all-
jährlich eine Attraktion.
ARCHIVFOTO: VIEW
Der 27 Meter hohe Ludwigs-
turm steht auf dem Donners-
berg.
FOTO: ZRW/FREI
Der Teufelstisch ist ein mächti-
ger Stein.
FOTO: ZRW/FREI
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