Region mit Zukunft - page 5

Sternejagd und App-Getümmel in der Cloud
Perspektiven eröffnen, inter-
essante Einblicke in die Welt
von Natur und Technik bieten,
Appetit machen auf mehr: Die
Mitstreiter der Mint-Initiati-
ven lassen sich wahrlich eini-
ges einfallen, um bei jungen
Leuten Lust auf Wissenschaft
zu wecken. Das Ziel ist klar: Es
braucht dringend neue Fach-
leute auf dem Gebiet von Ma-
the und Naturwissenschaften,
Informatik und Technik.
Reichlich frischen Wind hat die
noch junge „Mint-Region West-
pfalz“ in die Bemühungen ge-
bracht, Schülerinnen und Schü-
ler für die Mint-Felder zu be-
geistern. Das hat auch die Fach-
tagung gezeigt, bei der sich auf
Einladung der Westpfälzer nun
Repräsentanten von Mint-Re-
gionen aus ganz Deutschland in
Kaiserslautern getroffen haben.
Dabei sind einige Ansätze auf-
gezeigt und konkrete Beispiele
vor Augen geführt worden, wie
Kinder und Jugendliche bereits
früh für die Beschäftigung mit
interessanten Themenfeldern
zu gewinnen sind.
Eine Idee ist, Leistung schon
früh zuwürdigen. EinMint -Zer-
tifikat soll jene Schüler beloh-
nen, die besondere Leistungen
in den betreffenden Fächern
zeigen. Angedacht ist, rhein-
Mint-Initiativen eröffnen Kindern und Jugendlichen neue Einblicke in interessante wissenschaftliche Welten
land-pfalz-weit Sterne zu ver-
leihen. Bleiben die angehenden
Naturwissenschaftler am Ball
und sammeln fleißig weiter
Sterne, erhalten sie Auszeich-
nungen. Die gibt’s in mehreren
Stufen. Letztlich soll die Sterne-
jagd auch bei Bewerbungen
helfen können. Schon ab Som-
mer soll das Mint-Zertifikat im
Land umgesetzt werden.
Während die einen schon auf
Sternejagd sind, entdecken an-
dere womöglich erst später ihre
Leidenschaft für die Mint-Wel-
ten. Auf den Weg führen könn-
ten interessante Experimente,
wie sie nicht eben mal so an je-
der Schule vorzuführen sind. Ei-
gens für solche Demonstrati-
onszwecke ist an der Techni-
schen Universität Kaiserslau-
tern ein Ausleihkoffer entwi-
ckelt worden. Der Lehrstuhl für
Bioverfahrenstechnik hat den
Koffer mit allerlei Gerät und
Chemikalien bestückt. Lehrer
können den Koffer ausleihen
und damit gemeinsam mit ih-
ren Schülern experimentieren.
Ein weiterentwickelter Koffer
erlaubt sogar, digitale Anwen-
dungen mit klassischer Natur-
wissenschaft zu verbinden und
Geräte selbst über 3D-Druck zu
erzeugen.
Enthalten die Koffer noch Un-
terrichtsmaterialien und Blät-
ter mit Musterlösungen auf Pa-
pier, so nutzt das Projekt „Schul-
Cloud“ eine hochmoderne Me-
thode der Lernmittel-Vertei-
lung. Die erfolgt mittels Daten-
Cloud. In der Wolke herrscht re-
ges App-Getümmel: Zahlreiche
Anwendungen sollen dabei hel-
fen, den Schulunterricht zu mo-
dernisieren. Das Pilotprojekt,
entwickelt vomHasso-Plattner-
Institut für Digital Engineering
und gut 300 Schulen, baut per
Cloud-Computing einen Pool an
Unterrichtshilfsmitteln auf. Er
soll künftig einem großen Nut-
zerkreis zur Verfügung stehen.
Der Vorteil: Die aufwendige In-
stallation von Programmen ent-
fällt. Die Arbeitsmittel und An-
wendungen werden per Inter-
net bereitgestellt.
Auf Lernmaterialien zum An-
fassen setzt dagegen das Projekt
„Mint plus“. Jenes Konzept ent-
wickelt hat die Technische
Hochschule Bingen gemeinsam
mit regionalen Partnern. „Mint
plus“ bietet aufeinander auf-
bauende Unterrichtsmodule für
die Klassenstufen fünf bis acht.
Das Plus-Format ist schon in der
Testphase: An vier Schulenwer-
den Schüler vier Jahre lang be-
gleitet. Im Zuge des Konzepts
lernen sie technische und na-
turwissenschaftliche Phäno-
mene zunächst kennen.
Der praktischen Erfahrung
folgt dann die Vermittlung von
theoretischem Verständnis des
Erlebten. Eine Realschule in In-
gelheim hat bereits ein „Mint
plus“-Labor. Dieses Labor, bis-
lang noch einzigartig, ist be-
stückt mitMaterialien der Lego-
Education-Serie, die Experi-
mente im normalen Unterricht,
aber auch bei Techniktagen
oder Projektwochen erlaubt.
Auch wenn diese Methoden
zur Nachwuchs-Gewinnung in
den Mint-Fächern recht neu
und die gezielte Förderung des
Interesses in diesem Bereich
dem hohen Bedarf an Fachkräf-
ten geschuldet ist: Bemühun-
gen, die Attraktivität der natur-
wissenschaftlich-technischen
Studiengänge zu steigern, gibt
es schon viel länger. So hat be-
reits vor 25 Jahren der frühere
Leiter des Fraunhofer-Instituts
für Techno- und Wirtschafts-
mathematik ITWM, Professor
Helmut Neunzert, die „Mathe-
matischeModellierungswoche“
in Rheinland-Pfalz ins Leben ge-
rufen.
Seit 1993 organisiert die TU
regelmäßig zweimal pro Jahr
die sogenannten Felix-Klein-
Modellierungswochen. Mathe-
matisch begabte Oberstufen-
schüler entwickeln dabei ge-
meinsam mit Referendaren bei
einer Projektwoche in einer Ju-
gendherberge mathematische
Modelle. Dabei gilt es, Lösungen
für Problemstellungen zu ent-
wickeln, wie sie in der Industrie,
aber auch im Alltag auftauchen.
Auch diese Projektwochen die-
nen letztlich dem Ziel, Nach-
wuchs-Wissenschaftler für ei-
nes der Mint-Fächer, in diesem
FalleMathematik, nachhaltig zu
begeistern.
|cha
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Samstag, 24. März 2018
DIE RHEINPFALZ
| Seite 5
Verein Zukunftsregion Westpfalz
Beim Experimentieren den
Spaß an Wissenschaft entde-
cken: Was bei „Jugend forscht“
schon funktioniert, dient auch
der Mint-Idee.
FOTO: HAMM
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