Region mit Zukunft - page 4

„Mint-Region Westpfalz“ zeigt Flagge
Berlin, Hamburg – und nun
Kaiserslautern. Nicht die Me-
tropolen des Landes waren
kürzlich Schauplatz des Stell-
dicheins zahlreicher Mint-
Mitstreiter: Erstmals hatte die
„Mint-Region Westpfalz“ zu
einer Tagung geladen. Von der
Resonanz, die der Veranstal-
tung in Kaiserslautern zuteil
geworden ist, zeigten sich al-
lerdings sogar die Initiatoren
wahrlich überrascht.
Die Körber-Stiftung und der
Verein Zukunftsregion West-
pfalz waren Ende Februar als
Veranstalter der Tagung aufge-
treten, die in den Räumen des
Fraunhofer-Instituts für Tech-
no- und Wirtschaftsmathema-
tik (ITWM) den genau passen-
den Rahmen hatte. Eswar schon
recht ambitioniert, dass sich
ZRW und der Mint-Schülerfor-
schungsverbund Westpfalz die-
ser großen Herausforderung ge-
stellt haben. Noch recht jung,
aber bereits mit einemWettbe-
werbserfolg bedacht, hat die
„Mint-Region Westpfalz“ mit
der Ausrichtung der Tagung
gleich mal Flagge gezeigt.
Appetit wecken auf die Mint-
Fächer – das ist zweifelsohne
bitter nötig, gleich gar im ländli-
chen Raum. Naturwissenschaft-
lichen Nachwuchs zu gewin-
nen, Schüler, sogar schon kleine
Kita-Besucher für die Welt der
Technik und der Zahlen zu be-
geistern, dies hat sich die „Mint-
RegionWestpfalz“ auf die Fahne
geschrieben. Und wie gut das in
der Westpfalz auf Anhieb funk-
tioniert hat, zeigt die noch jun-
ge Erfolgsgeschichte der „Mint-
RegionWestpfalz“.
Mint-Region bezeichnet ein
Gütesiegel. Das Projekt Schüler-
forschungsverbund hat sich
eben dieses Siegel vor Jahres-
frist anheften können. Annä-
hernd 90 Mint-Regionen gibt es
bereits es in Deutschland. Die
Initiative in der Westpfalz hatte
damals, kaum dass sich Hoch-
Repräsentanten aus ganz Deutschland haben sich zur Tagung in Kaiserslautern getroffen – Von Resonanz überrascht
schule und Technische Univer-
sität, Forschungsinstitute und
Wirtschaftsunternehmen zum
Verbund formiert hatten, an ei-
nem bundesweiten Wettbe-
werb teilgenommen. Der Lohn
der Mühen: Die westpfälzische
Initiative hat sich auf Anhieb als
Mint-Region etabliert.
Initiiert hatte den Förder-
Wettbewerb die Körber-Stif-
tung, eine Einrichtung, die der
Unternehmer Kurt A. Körber
1959 ins Leben gerufen hat und
die unter anderemder Innovati-
onsförderung dienende Projek-
te fördert. Neben vielem ande-
ren unterstützt die Stiftung Be-
mühungen um die Nachwuchs-
kräfte-Förderung, namentlich
unterstützt die Körber-Stiftung
die sogenannten Mint-Regio-
nen.
Bei dem Wettbewerb waren
42 ähnliche regionale Projekte
vertreten, die sich der Nach-
wuchsförderung in den Sparten
Mathematik, Informatik, Natur-
wissenschaften und Technik
auf die Fahne geschrieben ha-
ben. Die Westpfälzer hatten
sich an dem erstmals ausge-
schriebenenWettbewerb betei-
ligt – und waren prompt als ei-
ner von sieben Preisträgern da-
raus hervorgegangen. Der ver-
dienter Lohn: Mittel in Höhe
von 30.000 Euro als Anschubfi-
nanzierung sowie die Vermitt-
lung von Know-how: Beratung
und Hilfestellung in Sachen
Mint-Förderung gibt es oben-
drein.
Die zentrale Frage bei der Ta-
gung: Wie ist Mint-Förderung
in der Fläche zu realisieren? Lö-
sungsansätze,
zugeschnitten
auf den ländlichen Raum, waren
dann auch der rote Faden bei
den Vorträgen, Präsentationen
und Workshops. Praxis-Bei-
spiele lieferten viele Anregun-
gen, in welche Richtung die Be-
mühungen gehen müssen.
|cha
kai_b1_4
Seite 4 |
DIE RHEINPFALZ
Samstag, 24. März 2018
Verein Zukunftsregion Westpfalz
Von Fachkräftemangel ist nicht
erst seit gestern die Rede. Hand-
werk und Industrie klagen
schon seit Jahren darüber. Vor
gut einem halben Jahr hat eine
Zahl aufhorchen lassen: Das In-
stitut der deutschen Wirtschaft
Köln hatte im September 2017
einen neuen – traurigen – „Re-
kord“ gemeldet: Die „Mint-Ar-
beitskräftelücke“ habe dem-
nach mit knapp 300.000 perso-
nellen Lücken einen Allzeit-
Höchststand erreicht.
Demnach waren – und sind –
nicht-akademische Fachkräfte,
also Facharbeiter, Meister und
Techniker, mindestens ebenso
dringend gesucht wie eben Aka-
Studien-Attraktivität erhöhen und Chancen ins Bewusstsein rücken
demiker auf naturwissenschaft-
lichen Feldern. Als besonders
groß hat das Institut den Bedarf
an IT-Experten angeprangert.
Seit geraumer Zeit schonwird
dieser Entwicklung Rechnung
getragen. In ureigenem Interes-
se unterstützen Wirtschaftsun-
ternehmen wie auch Bildungs-
einrichtungen die Bemühun-
gen, neue Fachkräfte „,heranzu-
ziehen“.
Wissenschaftlichen
Nachwuchs gewinnen wollen
die Hochschulen und Fachhoch-
schulen, kompetente Kräfte von
dort am liebsten direkt ver-
pflichten möchten die Unter-
nehmen. Gemeinsam an einem
Strang zu ziehen und zusam-
men verstärkt Nachwuchs zu
rekrutieren, lag da nahe.
Die Strategie besteht im we-
sentlichen aus zweierlei Kom-
ponenten: Zum einen die At-
traktivität der betreffenden Stu-
dienfächer zu steigern – etwa
durch ein Plus an Praxisnähe,
durch Praktika bei Firmen, die
interessante Einblicke bieten;
durchaus bei renommierten
„Global Playern“, die sich jun-
gen Leuten öffnen. Zum ande-
ren sollen die beruflichen Chan-
cen in den Mint-Bereichen ver-
stärkt nach außen getragen
werden. Die immensen Mög-
lichkeiten nun Schülerinnen
und Schülern, aber auch deren
Eltern vor Augen zu führen und
mithin Interesse zu wecken,
dies wird als bedeutendste Her-
ausforderung betrachtet. Dass
Absolventen aus Mint-Sparten
überall gefragt sind, sich ihnen
spannende Betätigungsfelder
eröffnen, das soll verstärkt nach
außen getragen und ins Be-
wusstsein künftiger Studenten
gerückt werden.
Zusammenschlüsse wie der
noch junge Schülerforschungs-
verbund in Kaiserslautern sind
damit ein bedeutender Schritt
auf dem Weg, den gemeinsa-
men Bemühungen um die Ge-
winnung von Nachwuchskräf-
ten Struktur zu geben.
|cha
•••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••
War gut besucht: die Tagung der „Mint-Region Westpfalz“ in Kaiserslautern.
FOTO: ITWM/FREI
STICHWORT
Der Begriff Mint ist ein Kunst-
wort. Das Initialwort setzt sich
zusammen aus Mathematik, In-
formatik, Naturwissenschaften
und Technik. Die Mint-Fachbe-
reiche bilden nach herrschen-
der Auffassung in modernen In-
dustriegesellschaften den zen-
tralen wirtschaftlichen Innovati-
onssektor.
Dass sich in den klassischen
Sparten der Naturwissenschaft
(Physik, Chemie, Biologie, Che-
mie) sowie vor allem auf dem
Technik-Sektor zunehmend Be-
tätigungsfelder auftun und im-
mer größere Bedarfe an akade-
mischen und nicht-akademi-
schen Fachkräften bestehen,
geht bislang nicht einher mit ei-
ner in gleichem Maße steigen-
den Nachfrage junger Schulab-
solventen nach passenden be-
ruflichen Karrierewegen. Des-
halb haben sich zahlreiche In-
itiativen zum Ziel gesetzt, bei
potenziellen Nachwuchs-Wis-
senschaftlern verstärkt das Inte-
resse an Mint-Studiengängen zu
wecken. Zielgruppe sind Schü-
ler und mittlerweile sogar auch
schon Kindergartenkinder.
Einige Initiativen verfolgen
zudem das Ziel, den in Deutsch-
land traditionell geringen Anteil
von Mädchen in den Mint-Fä-
chern zu erhöhen.
|cha
Mint
1,2,3 5,6,7,8,9,10,11,12,13,14,...24
Powered by FlippingBook