125 Jahre 1. FC Kaiserslautern
Zum Geburtstag ein Treffen der FCK-Legenden
Wenn jemand 125 Jahre alt wird, darf es gerne auch mal ein bisschen länger werden. Erst recht, wenn der Jubilar solche illustren Gäste begrüßen kann und derart viele Verdienste hat, die vielstimmig gepriesen werden sollten. Mit einem rund zweistündigen Festakt in Ebene 1900 der Nordtribüne und einem Fanfest samt Konzert mit 2500 Teilnehmern in der Fanhalle feierte der 1. FC Kaiserslautern am Montagabend sein 125-jähriges Bestehen.
Es war ein Treffen der Legenden, bei dem vor allem einem Gast Ovationen zuteil wurden: Karl-Heinz Feldkamp, Trainer der Meistermannschaft 1991, feierte am selben Tag seinen 91. Geburtstag und war ob des Ständchens der rund 200 geladenen Gäste sichtlich gerührt. Ein Gutteil seines Meisterkaders war ebenso anwesend wie Otto Rehhagel, der den FCK 1998 als Aufsteigermeister einzigartig im deutschen Fußball hat werden lassen. Die Spieler der FCK-Meistermannschaft 1991 wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt.
Die Realität übererfüllt Neuendorfs Erwartungen
Wenn ein Traditionsverein wie der FCK ein solches Jubiläum feiert, darf der DFB-Präsident unter den Gratulanten nicht fehlen. Bernd Neuendorf erzählte, wie er nach seinem Amtsantritt erstmals auf den Betzenberg gekommen sei – und beim 3:2 gegen den 1. FC Köln all das erlebt habe, was er zuvor in Erzählungen über den „Betze“ gehört habe: die Wucht der Fans und deren Leidenschaft.
Er hob allerdings auch die Verdienste hervor, die sich der FCK beziehungsweise seine Spieler für den deutschen Fußball erworben haben. Jeder Titel der Nationalmannschaft sei untrennbar mit dem FCK verbunden, zuvorderst die Weltmeisterschaft 1954 mit Fritz Walter und seinen vier FCK-Kameraden im Nationaltrikot. Er hob den anwesenden Hans-Peter Briegel hervor, der 1980 Europameister wurde und zweimal Vizeweltmeister, er erinnerte an den verstorbenen Andreas Brehme, den Elfmeterschützen 1990 im WM-Finale gegen Argentinien. Oder Miroslav Klose, den WM-Rekordtorschützen im Trikot der 2014er Weltmeister.
Erster Sportplatz mit Hacke und Spaten erbaut
Davor und danach hatten Vorstandsvorsitzender Wolfgang Erfurt, Geschäftsführer Thomas Hengen und Beiratsvorsitzender Rainer Keßler die 125-jährige Geschichte des FCK nachgezeichnet, Keßler zudem den ersten Sportplatzbau mit Hacke, Spaten und Schubkarre auf dem Betzenberg 1920 geschildert. Und: Er unterstrich die Bedeutung des Breitensports abseits der Profifußballer für den Verein. Unter anderem die mehrfache Bahnrad-Goldmedaillengewinnerin Miriam Welte war konsequenterweise ebenfalls unter den Gästen, um diesen Aspekt des Vereins zu untermauern.
Ministerpräsident Alexander Schweitzer, Südpfälzer und bekennender FCK-Fan, betonte den Mythos Betzenberg, den die Walter-Elf in den 50er Jahren begründet habe. Oberbürgermeisterin Beate Kimmel hob die Strahlkraft und die große Bedeutung des FCK als Markenbotschafter für die Stadt und darüber hervor. Geht es nach Rainer Keßler, wird sich daran auch nichts ändern. Im Gegenteil: „Lasst uns gemeinsame weitere Kapitel der FCK-Geschichte hinzufügen“, forderte er die Gäste auf.
