Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Wohlfühloase 1. FC Kaiserslautern: FCK-Boss Thomas Hengen hat recht

FCK-Geschäftsführer Thomas Hengen findet, dass es den FCK-Profis zu gut geht.
FCK-Geschäftsführer Thomas Hengen findet, dass es den FCK-Profis zu gut geht.

Dem FCK fehlt ein Leader in der Mannschaft. Der Klub sollte einige Dinge überdenken.

Niederlagen gehören im Sport dazu. Entscheidend ist jedoch, wie man verliert und was man daraus lernt. Beim 1. FC Kaiserslautern scheint es, als ob nicht alle Protagonisten aus den schwankenden Auftritten in dieser Saison wie nun auch am Freitag in Kiel ihre Lehren gezogen haben. Ratlos ist ein Wort, das häufig nach solchen Auftritten fällt. Da stellt sich die Frage: Beschäftigen sich die Profis ernsthaft intensiv mit solchen Leistungen? Ausreden dürften sie jedenfalls keine haben. Denn der FCK tut alles dafür, dass sich die Spieler wohlfühlen.

In der Zweiten Liga gehört der FCK zu jenen Klubs, die gute bis sehr gute Gehälter zahlen. Möglicherweise zu viel? Die Spieler können sich nicht über ihren privilegierten Beruf beschweren. So gleichen Auswärtsfahrten überspitzt formuliert fast einem Kurzurlaub. Nach Kiel fuhr die Mannschaft mit dem Zug, zurück flog sie tags darauf aus Hamburg. Übernachtung im schicken Hotel, gutes Frühstück, Kurzflug nach Hause, während die Fans auf der Autobahn viele Stunden verbrachten. Der FCK-Bus fuhr leer in den Norden und wieder zurück. So war es auch schon die Woche zuvor zum Spiel in Berlin. Nachhaltigkeit, die der FCK nach außen hin groß schreibt, sieht jedenfalls anders aus. Für die Spieler ist der FCK regelrecht eine Wohlfühloase. Das sagt selbst FCK-Boss Thomas Hengen. Es ist an der Zeit, Abläufe und Gepflogenheiten zu hinterfragen. Sportdirektor Marcel Klos rühmte in einem Podcast, was er alles beim FCK professionalisiert habe – Ernährung, Trainerteam. Sein Chef Hengen scheint nicht mit allem einverstanden.

Die FCK-Spieler, im Bild Maxwell Gyamfi, haben nicht viel Pflichten und werden für ihren Beruf sehr gut bezahlt.
Die FCK-Spieler, im Bild Maxwell Gyamfi, haben nicht viel Pflichten und werden für ihren Beruf sehr gut bezahlt.

Dem FCK fehlt ganz offenkundig ein Leader, ein Typ wie Mike Wunderlich. Ein Spieler, der intern mal für ein reinigendes Gewitter sorgt, der unbequem werden kann. Der die Mannschaft an gewisse Grundtugenden, an Selbstverständlichkeiten erinnert, sie an der Ehre packt, anstachelt, dafür sorgt, dass aus der Mannschaft heraus Reinigungsprozesse stattfinden. Denn ein fruchtbarer Teamspirit scheint zu fehlen. Entweder rumort es heftig im Team oder die Spieler verstehen sich zu gut, sodass Reibungspunkte fehlen.

Geht jeder Profi ans Limit?

Die Profis des FCK haben wenig Pflichten zu erfüllen. Sie müssen nur Fußball spielen – gut und vor allen Dingen erfolgreich. Mehr wird nicht verlangt von ihnen. Es geht im Grunde um Selbstverständlichkeiten, nämlich Tag für Tag seinen Job möglichst gut auszuüben. Nicht immer gelingt das, aber gerade da zeigt sich die Einstellung eines Menschen. Ist er mit dem Status Quo zufrieden oder will er sich verbessern, will er (noch) erfolgreicher sein? Diese Frage kann jeder nur selbst beantworten.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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