1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Welche Profivereine aus der Region die neue U21-Nachwuchsliga nutzen

Owen Gibs gehört dem Profi-Kader an. Gegen Paderborn stand er erstmals in der Startelf. Aber in der U21 soll er intensiv auf den
Owen Gibs gehört dem Profi-Kader an. Gegen Paderborn stand er erstmals in der Startelf. Aber in der U21 soll er intensiv auf den Profifußball vorbereitet werden.

Die Deutsche Fußball-Liga führt ab kommender Saison eine U21-Nachwuchsliga ein. Talente sollen besser gefördert werden. Aber das Interesse ist überschaubar.

Der Fürsprecher hat einen Namen von Weltformat. Jürgen Klopp, einst Trainer des FC Liverpool, plädiert seit langer Zeit für eine U21-Nachwuchsliga für Profivereine in Deutschland. Was Klopp aus seiner Zeit in England kennt, soll nun auch in Deutschland funktionieren. Deshalb können ab August Vereine aus der Bundes- und Zweiten Liga ihre zweiten Mannschaften freiwillig an der Nachwuchsliga teilnehmen lassen. Das haben die 36 Profivereine zuletzt beschlossen. Damit folgen die Klubs und die Deutsche Fußball-Liga (DFL) der Empfehlung einer Expertengruppe um Jürgen Klopp.

FCK wird nicht in der neuen Liga teilnehmen

Doch nicht alle Profiklubs werden dieses Angebot nutzen. Der 1. FC Kaiserslautern wird vorläufig nicht an der neuen Liga partizipieren. Das hat der FCK auf RHEINPFALZ-Anfrage bestätigt. Der FCK geht den Weg wie die Mehrheit der Profivereine. Er bildet seine Talente in eigenen Nachwuchsleistungszentrum aus und strebt an, mit den Jugendteams in der höchsten Klasse, der Junioren-Bundesliga, zu spielen. Das ist seit wenigen Jahren wieder der Fall. Zu Drittliga-Zeiten stockte die Talentförderung beim FCK. Doch seit dem Zweitliga-Aufstieg und neuen Trainern im NLZ ist die Zeit des Darbens vorbei. Der FCK bringt wieder vielversprechende Talente hervor. Ben Jungfleisch, Dion Hofmeister, Enis Kamga, Owen Gibs oder Erik Müller unterschrieben zuletzt Profiverträge. Sie stehen symbolisch für die intensivierte Nachwuchsförderung.

Auf dem Weg in die Regionalliga: Die U21 des FCK ist aktuell Tabellenführer. Im Team spielen einige Talente wie Owen Gibs (Zweit
Auf dem Weg in die Regionalliga: Die U21 des FCK ist aktuell Tabellenführer. Im Team spielen einige Talente wie Owen Gibs (Zweiter von rechts ) oder Erik Müller (rechts). Ob Shawn Blum (links) noch einen Profivertrag ist nicht klar. Er hat den Sprung ins Profiteam bislang nicht geschafft.

Die Nachwuchshoffnungen sollen beim FCK von der Durchlässigkeit zur Profimannschaft profitieren. Cheftrainer Torsten Lieberknecht integriert junge Spieler im Training, schaut sich Talente persönlich an. Einige davon werden über die U21-Mannschaft an den Männerfußball herangeführt. Die U21 des FCK ist aktuell Tabellenführer in der Oberliga. Ziel ist es, in die Regionalliga, die vierthöchste Klasse, aufzusteigen.

Für dem FCK ist die U21 demnach so etwas wie ein Zwischenschritt zum Profiteam. Die U21 soll daher weiter im Ligabetrieb spielen. „Der FCK hat trotz der Möglichkeit, diese auch abmelden zu können, dauerhaft daran festgehalten, eine U21-Mannschaft im regulären Trainings- und Spielbetrieb zu haben. In diesem etablierten Konstrukt bietet sich den Spielern die Möglichkeit, die Umstellung vom Nachwuchs- auf den Herrenfußball zu meistern“, heißt es vom FCK auf RHEINPFALZ-Anfrage.

Talentförderung in geschlossenen Gesellschaft

Die DFL will aber ihren eigenen Weg gehen. Die U21-Nachwuchsliga soll die Talentmisere beenden und möglichst viele Spieler für die Nationalmannschaften herausbringen – Talentförderung in einer geschlossenen Gesellschaft sozusagen. Dabei ist das Problem hausgemacht. Denn seit 2014 ist es keine Pflicht mehr für Profivereine, eine zweite Mannschaft zu haben. Damals meldeten auch einige Vereine ihre U23 oder U21 ab. Während der VfL Wolfsburg, der FC Heidenheim, Bayer Leverkusen und RB Leipzig nach wie vor keine U21 haben, setzt Union Berlin auf ein U21-Perspektivteam, das nur Freundschaftsspiele bestreitet. Andere Vereine, die ihre U21 abgemeldet hatten, unter anderem der VfL Bochum, Darmstadt 98 oder Eintracht Frankfurt, haben wieder eine U21 im Ligabetrieb spielen. So haben alle 18 Zweitligisten eine U21, neun davon spielen in der Regionalliga, acht in der Oberliga und eine in der Verbandsliga.

Ben Jungfleisch hat einen Profivertrag beim FCK unterschrieben. Der Saarländer kann noch in der U17 und U19 spielen. Doch auch e
Ben Jungfleisch hat einen Profivertrag beim FCK unterschrieben. Der Saarländer kann noch in der U17 und U19 spielen. Doch auch er wird über die U21 an die Profimannschaft herangeführt.

Für diese Vereine stellt sich demnach die Frage, ob sie das freiwillige Angebot einer künftigen U21-Nachwuchsliga für Profiklubs nutzen. Bundesligist FSV Mainz 05 wird es nicht annehmen. „Unsere Teams von den Profis bis zur U17 bieten unseren Talenten ausreichend Spielpraxis. Hinzu kommen für die Top-Talente noch die Abstellungen zu den Junioren-Nationalmannschaften. Weitere Spiele, zudem noch mit einem Reiseaufwand, würden die Belastung für die Spieler zu hoch schrauben. In der aktuellen Konstellation ist die U21-Runde für jene Klubs geeignet, die keine eigene U23 gemeldet haben“, schreibt der FSV Mainz auf Anfrage dieser Zeitung.

Vision des DFB für U21-Liga

Das Modell einer Nachwuchsliga für Profiklubs ist nicht neu. Schon in den 1990er Jahren gab es zeitweise den Versuch, zweite Mannschaften von Profivereinen unter der Woche gegeneinander spielen zu lassen. Etabliert hat sich das Modell damals nicht. In England dagegen funktioniert eine eigene Nachwuchsliga. Dort sind die zweiten Teams der Profivereine nicht in einer Liga integriert, sondern spielen sozusagen unter sich.

Erst der Anfang der Form der U21-Nachwuchsliga

Das ist auch die Vision der DFL und des DFB. Laut „Bild“-Zeitung ist die U21-Nachwuchsliga erst der Anfang. Künftig sollen die zweiten Mannschaften der Profiteams nur noch als U21 statt einer U 23 agieren. Statt drei Profis, die älter als 23 Jahre sind, darf nur noch ein Profi über 21 Jahre im Team stehen. Einen Haken hat der Plan: Er ist an die vom DFB forcierte Regionalliga-Reform gebunden. Aktuell gibt es fünf Regionalligen. Es sollen aber vier werden, sodass jeder Meister der vier Regionalligen direkt in die Dritte Liga aufsteigt. 59 Vereine haben die Reform gefordert. Denn seit 2012 steigen immer wieder Meister einzelner Regionalligen nicht auf. Die Reform stockt jedoch, weil der westdeutsche, bayerische und norddeutsche Fußballverband die Reform blockiert.

Für die Nachwuchsmannschaften der Profivereine spielt der Machtkampf zwischen den Landesverbänden und dem DFB eine untergeordnete Rolle. Sie messen sich in den jeweiligen Klassen mit anderen Klubs. Dazu braucht es für viele Profivereine keine eigene U21-Nachwuchsliga – trotz eines Fürsprechers mit Weltruhm.

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