1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Warum der FCK-Sieg gegen den KSC so wichtig war

Der Jubel und die Erleichterung nach dem Sieg gegen den KSC war groß beim FCK am Sonntag.
Der Jubel und die Erleichterung nach dem Sieg gegen den KSC war groß beim FCK am Sonntag.

Der FCK gewinnt nach zwei Niederlagen in Serie in der zweiten Liga das Prestigeduell gegen den KSC mit 3:0. Es ist ein Sieg, der viele auf dem Betzenberg aufatmen lässt.

Die Spitze vor dem Spiel zeigte Wirkung. Die Fans des 1. FC Kaiserslautern hatten eine Choreographie gegen den Karlsruher SC präsentiert. Sie war keine Überraschung mehr – und doch wieder. Kaiserslauterns Trainer Torsten Lieberknecht hatte sich am Donnerstag in der Pressekonferenz verplappert. Da hatte er kurz von der Choreo geredet. Was aber die FCK-Fans dann vor dem 69. Südwestderby zeigten, das war die Überraschung. Es war eine Erinnerung an den DFB-Pokalsieg 1996 gegen den KSC. Zu sehen war Lauterns Martin Wagner, wie er das entscheidende Tor erzielt. Erstmals war es eine FCK-Choreo mit einem beweglichen Element. Für den KSC ist der 25. Mai 1996 immer noch ein schmerzhaftes Datum. Der FCK war damals abgestiegen und gewann eine Woche später zum zweiten Mal in der Vereinshistorie den DFB-Pokal.

Die FCK-Fans erinnerten mit einer Choreographie an den DFB-Pokalsieg 1996 – erstmals mit einem bewegten Element.
Die FCK-Fans erinnerten mit einer Choreographie an den DFB-Pokalsieg 1996 – erstmals mit einem bewegten Element.

Der 15. März 2026 könnte wieder ein schmerzhaftes Datum für den KSC werden. Denn der FCK bezwang die Badener im mit 49.327 Zuschauern ausverkauften Fritz-Walter-Stadion mit 3:0 (2:0) – der dritte Sieg in der Rückrunde, der zweite ohne Gegentor in diesem Jahr und der 26. Derbysieg des FCK. Wohltuend am Sonntag war außerdem, dass nicht einmal der Videoassistent (VAR) eingreifen musste. Das lag auch an der tadellosen Leistung von Schiedsrichter Tobias Stieler. Der Erfolg gegen den KSC ist Balsam auf die angespannte Kaiserslauterer Seele. Denn nach den Niederlagen zu Hause gegen den SC Paderborn und in Bochum brodelte es rund um den Betzenberg.

Kopf, Herz, Emotionalität

Doch mit dem Derbysieg war auf einen Schlag alle Kritik – vorübergehend – beiseite gewischt. Ein Erfolg gegen den Rivalen Karlsruher SC ist eben mehr als nur ein Sieg. Das Südwestderby ist eine Prestigesache. „Ein Derby ist kein normales Fußballspiel, es ist ein Spiel, das auf einer anderen Ebene entschieden wird“, sagte Lieberknecht: „Die Ebene ist Kopf, Herz und Emotionalität. Die haben wir gut getroffen.“

Semih Sahin (links) markierte schon nach drei Minuten das 1:0 für den FCK gegen den Karlsruher SC.
Semih Sahin (links) markierte schon nach drei Minuten das 1:0 für den FCK gegen den Karlsruher SC.

Hinzu kam am Sonntag der Wille. Der Wille, dieses Derby unbedingt gewinnen zu wollen und am Ende auch noch ohne Gegentor. Nach zwei guten Anfangsminuten des KSC mit einer guten Chance von Ben Farhat kippte das Spiel. Semih Sahin brachte den FCK schon nach drei Minuten in Führung. Er hämmerte aus 18 Meter den Ball ins linke Eck, nachdem zuvor Paul Joly an KSC-Torwart Hans Christian Bernat gescheitert war. Dann erhöhte Mergim Berisha auf 2:0 (14.). Bernat patzte bei einem Freistoß von Marlon Ritter. Berisha stand da, wo ein Stürmer zu stehen hat und staubte ab. Berisha gehörte erstmals seit seinem Wechsel zum FCK im Januar der Startelf an. Er war nicht die einzige personelle Änderung im Vergleich zum Spiel am vergangenen Samstag beim VfL Bochum. Mika Haas kehrte nach seiner Nasennebenhöhlenentzündung in die Startelf zurück wie auch Maxwell Gyamfi und Semih Sahin.

FCK überzeugt mit Spielkultur

Gegen die Badener stand geballte Spielkunst auf dem Platz beim FCK. Daher suchte die Elf von Torsten Lieberknecht spielerische Lösungen und agierte weniger mit langen und hohen Bällen. Der FCK war griffiger und agiler als der KSC. „Jeder, der heute auf dem Platz stand, wollte alles verteidigen. Es war eine richtig gute Körpersprache. So sollte man Derbys angehen und so fühlt es sich gut an“, sagte Kapitän Marlon Ritter: „Nicht nur die Westkurve hatte richtig Bock, das ganze Stadion war bereit, damit wir dieses Spiel gewinnen.“

Mergim Berisha (links) erzielte das 2:0 für den FCK – bei seinem ersten Startelfeinsatz für die Roten Teufel.
Mergim Berisha (links) erzielte das 2:0 für den FCK – bei seinem ersten Startelfeinsatz für die Roten Teufel.

Der FCK war die bessere Mannschaft. Es hätte nach 45 Minuten durchaus auch 3:0 stehen können. Chancen hatte der FCK durch Joly (32.), Sahin (39.), Joly (42.) und Skyttä (45.). „Wir haben im letzten Spiel gesehen, wie schnell aus einem 2:0 ein 2:2 wird“, sagte Ritter. Er meinte damit das Hinspiel beim KSC, als der FCK eine 2:0-Führung beinahe noch verspielt hatte. Am Ende hieß es 3:2

FCK mit Glück in der Schlussphase

Am Sonntag gegen den Karlsruher SC hätte es mit viel Pech auch so weit kommen können. Denn in der Schlussphase hatte der KSC seine besten Chancen. Erst vergab der eingewechselte Fabian Schleusener (89.), dann knallte der umworbene Ben Farhat den Ball an die Unterkante der Latte (90.). Da hätte es schon 3:0 für den FCK stehen müssen. Aber der Heber von Luca Sirch klatschte an den Innenpfosten (58.). Sirch bekam wenige Minuten zuvor einen Turban um den Kopf gewickelt. Sein Mitspieler Maxwell Gyamfi hatte ihn im eigenen Strafraum unglücklich mit dem Fuß am Kopf getroffen. „Wir haben unsere Chancen nicht gut ausgespielt“, bemängelte Ritter.

In der Nachspielzeit traf dann der eingewechselte Mahir Emreli zum 3:0. Es war sein erstes Zweitliga-Tor im Dress des FCK. Emreli widmete den Sieg seinem vor gut fünf Monaten verstorbenen Cousin. Ein Derby kann eben Balsam auf die Seele sein.

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