1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Sturm auf FCK-Fans bislang ungesühnt

Die Polizei Karlsruhe ermittelt noch nach den Ausschreitungen im Hinspiel zwischen Fans des KSC und dem FCK.
Die Polizei Karlsruhe ermittelt noch nach den Ausschreitungen im Hinspiel zwischen Fans des KSC und dem FCK.

Im Oktober 2025 preschen KSC-Anhänger im Wildpark-Stadion in Richtung FCK-Fanblock vor. Der Sturmlauf hat bislang keine strafrechtlichen Konsequenzen. Was passiert am Sonntag?

Der Sturmlauf bleibt bislang ungesühnt. Nach dem 68. Südwestderby zwischen dem Karlsruher SC und dem 1. FC Kaiserslautern Mitte Oktober 2025 attackierten Fans des KSC im Stadion Anhänger des FCK vor deren Gästeblock. Sie bahnten sich dabei den Weg über die Gegentribüne.

Die heranstürmende KSC-Meute sah Ralf Diemer hautnah. Der Vorsitzende der FCK-Fanregion Ludwigshafen-Neustadt-Bergstraße war damals mit einem Bekannten im Stadion. Diemers Bekannter sitzt im Rollstuhl. Deshalb durften beide auf die Gegentribüne im Wildpark-Stadion, wo ein Teil für Rollstuhlfahrer reserviert ist. Normalerweise sollen sich Gästefans auf der Gegentribüne neutral kleiden. „Bei Rollstuhlfahrern aber machen die Vereine eine Ausnahme“, sagt Diemer. Sein Bekannter trug einen FCK-Kapuzenpullover und eine FCK-Mütze. Während des Spiels wurden seien immer wieder von einer kleinen Gruppe KSC-Fans provoziert worden, sagt Diemer. Die Badener seien um die 30 Jahre alt gewesen. Warum sie dort stehen durften, weiß Diemer nicht. Jedenfalls pöbelte die KSC-Gruppe Diemer und seinen Bekannten im Rollstuhl an und forderte sie auf, doch mit ihnen raus vors Stadion zu gehen, um sich zu prügeln. So erzählt es Diemer. Nach dem Spiel verfolgte die KSC-Gruppe ihn auf die Toilette. Diemer aber habe sich retten können – und so hätten die KSC-Fans einen anderen FCK-Fan in der Toilette vermöbelt. Auf dem Weg zur Toilette sah Diemer 120 bis 150 KSC-Ultras, wie sie auf den FCK-Gästeblock zustürmten.

Das Polizeiaufgebot beim Südwest-Derby zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem Karlsruher SC ist immer massiv.
Das Polizeiaufgebot beim Südwest-Derby zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem Karlsruher SC ist immer massiv.

Die Schreckmomente bleiben bei Diemer und seinem Bekannten haften. Vielen anderen FCK-Fans geht es nicht anders, als sie die KSC-Anhänger auf sich zustürmen sahen. Die Polizei ermittelt seitdem. Ergebnisse liegen aber bislang keine vor. „Der Staatsanwaltschaft Karlsruhe liegen in dem Sachverhaltskomplex derzeit noch keine schriftlichen Anzeige- beziehungsweise Ermittlungsvorgänge vor. Die polizeiliche Aufklärung des Geschehens, insbesondere durch die Auswertung von Bild- und Videoaufnahmen dauert somit weiter an“, schreibt die Staatsanwaltschaft Karlsruhe auf RHEINPFALZ-Nachfrage.

Hochrisikospiel mit vielen Polizisten

Das Rückspiel am Sonntag zwischen dem FCK und dem KSC wird allerdings nicht unter besonderer Beobachtung stehen (13.30 Uhr, Liveblog auf rheinpfalz.de). Denn die brisanten Südwest-Derbys zwischen beiden Rivalen sind ohnehin Hochrisikospiele. Sprich: Bei diesen Partien werden wesentlich mehr Polizisten eingesetzt, um Auseinandersetzungen zu verhindern und für Sicherheit zu sorgen. „Es wird sich ausreichend Polizei im Einsatzraum befinden, sodass die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung gewährleistet werden kann“, schreibt das Polizeipräsidium Westpfalz auf RHEINPFALZ-Anfrage. Wie viele Beamte konkret vor Ort sein werden, teilte die Polizei nicht mit. Je nach Gefahrenlage bei einem Spiel schwankt das Polizeiaufgebot zwischen 150 und bis zu 3000 Beamte. Beim Revierderby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 im März 2014 waren 3000 Polizisten im Einsatz.

Am Sonntag kommt es beim Derby zwischen FCK und dem KSC zu Verkehrsbeeinträchtigungen, informiert die Polizei. Sie wird kurzzeit
Am Sonntag kommt es beim Derby zwischen FCK und dem KSC zu Verkehrsbeeinträchtigungen, informiert die Polizei. Sie wird kurzzeitig gewisse Straßen und Kreisel sperren.

So viele werden es am Sonntag auf dem Betzenberg nicht sein, aber um die 800 bis 1000 Beamte dürften es werden. Um die 350.000 bis 400.000 Euro kosten solche Polizeieinsätze bei einem Hochrisikospiel in dieser Größenordnung. Beim Nordderby zwischen Werder Bremen gegen den Hamburger SV im April 2015 stellte Werder Bremen der Deutschen Fußball-Liga für den Einsatz von 969 Beamten 385.000 Euro in Rechnung.

Zeitweise werden Straßen am Sonntag gesperrt

Hochrisikospiele wie am Sonntag in Kaiserslautern bedeuten neben der massiven Polizeipräsenz auch gewisse Einschränkungen für die Fans beider Vereine und für den Verkehr. „Wie bei jedem Heimspiel des FCK ist aufgrund der regelmäßig sehr hohen Anzahl an Besuchenden mit Verkehrsstörungen zu rechnen“, informiert das Polizeipräsidium Westpfalz: „Bei diesem Einsatz wird es zudem erforderlich werden, den Elf-Freunde-Kreisel temporär für den Fahrzeugverkehr zu sperren. Die Polizei empfiehlt eine frühzeitige Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder die Nutzung des Shuttleservices.“

Einige Fans des FCK, die einen Platz auf der Nordtribüne haben, müssen immer an den Gästefans vorbei. Bei Hochrisikospielen fühl
Einige Fans des FCK, die einen Platz auf der Nordtribüne haben, müssen immer an den Gästefans vorbei. Bei Hochrisikospielen fühlen sich manche FCK-Anhänger unwohl dabei.

Der Elf-Freunde-Kreisel und die Unterquerung am Kaiserslauterer Hauptbahnhof sind das Nadelöhr. Daher werden die Fans aus Karlsruhe von der Polizei bis zum Stadion und auch nach dem Spiel wieder von dort weg eskortiert – und der Kreisel dafür kurzzeitig gesperrt. Bei den Südwest-Derbys kamen in der Vergangenheit auch schon Helikopter zum Einsatz, aktuell arbeitet die Polizei mit Drohnen.

Manche Fans fühlen sich unsicher – trotz Polizei

Dennoch fühlen sich einige FCK-Fans trotz der Polizeipräsenz nicht sicher. Gerade Zuschauer, die einen Platz auf der Nordtribüne haben, können auf Gästefans treffen, sollten sie vom Bahnhof kommen oder einen Parkplatz an der Südtribüne haben. Denn dann müssen sie an den Gästefans vor der Osttribüne vorbei. Der Grund: Der FCK hat eine Sektorentrennung. Sprich: Zuschauer dürfen sich nicht mehr frei im Stadion bewegen, sondern nur in dem Sektor, für den sie eine Eintrittskarte haben.

2014 stürmten Fans des KSC im Fritz-Walter-Stadion auf die Südtribüne. Dort kam es zu Ausschreitungen.
2014 stürmten Fans des KSC im Fritz-Walter-Stadion auf die Südtribüne. Dort kam es zu Ausschreitungen.

Nicht nur Ralf Diemer fände es aber gut, wenn der FCK zumindest bei den Hochrisikospielen die Sektorentrennung aufhebt, damit die FCK-Fans auf der Nordtribüne nicht mit den rivalisierenden Gäste-Anhängern in Berührung kommen. Der FCK aber hält an der Sektorentrennung fest. Das Polizeipräsidium Westpfalz schreibt dazu: „Der Veranstalter FCK spricht sich in diesen Fragen mit der Polizei ab. Die jeweils getroffene Regelung wird daher regelmäßig von der Polizei mitgetragen. Grundsätzlich wird bei derartigen Veranstaltungen eine möglichst strikte Trennung der rivalisierenden Fangruppierungen angestrebt.“

2014 Ausschreitungen auf dem Betzenberg

Vor einem überraschenden Fansturm im Stadion sind aber auch die Polizisten nicht immer gewappnet. 2014 drangen KSC-Fans auf die Südtribüne im Fritz-Walter-Stadion. Sie wollten zur Westkurve, dem Herzstück der FCK-Anhänger. So prügelten sich die Fans beider Klubs auf der Südtribüne. Heute ist das schwer möglich. Durch den Sicherheitszaun auf der Osttribüne und weiteren Vorkehrungen ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass KSC-Fans wieder einen Sturmlauf initiieren.

Alles im Blick: Polizeibeamte auf dem Parkhaus in der Zollamtstraße.
Alles im Blick: Polizeibeamte auf dem Parkhaus in der Zollamtstraße.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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