1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Stimmung am Kipppunkt: Kann sich der FCK noch einmal straffen?

Unter Druck: FCK-Trainer Torsten Lieberknecht.
Unter Druck: FCK-Trainer Torsten Lieberknecht.

Im letzten Heimspiel gegen Arminia Bielefeld will der FCK die jüngste Niederlagenserie stoppen. Das wäre auch für Trainer Lieberknechte enorm wichtig.

Wenn es in der Gegenwart nicht läuft, hilft manchmal der Blick zurück zu den Erfolgen der Vergangenheit. Vor dem Zweitliga-Spiel gegen Arminia Bielefeld (Freitag, 18.30 Uhr, Liveblog auf rheinpfalz.de) empfängt der 1. FC Kaiserslautern die Pokalsieger-Mannschaft des FCK, die vor 30 Jahren mit einem 1:0 gegen den Karlsruher SC den DFB-Pokal gewann – nur eine Woche nach dem ersten Abstieg aus der Bundesliga. Große Namen wie Miroslav Kadlec, Pavel Kuka, Harry Koch oder Martin Wagner werden zunächst im FCK-Museum empfangen, bevor sie sich live im Fritz-Walter-Stadion anschauen, wie ihre Nachfolger gegen die abstiegsgefährdeten Bielefelder nach drei Zu-Null-Niederlagen in Folge versuchen werden, im letzten Heimspiel ein Lebenszeichen zu senden.

Schon über 47.000 Karten verkauft

Die Stimmung im Lauterer Umfeld ist unter dem Eindruck der jüngsten Negativserie an einem Kipppunkt angelangt. Niemand kann vorhersehen, wie die FCK-Fans unter den 47.506 Zuschauern auf dem Betzenberg reagieren werden, sollte es die nächste Pleite gegen einen Abstiegskandidaten geben. „Wir wollen im letzten Heimspiel vor der Kulisse das, was noch im Körper drinsteckt, rauspressen. Die Jungs müssen vom Platz gehen und sagen können: Wir haben alles probiert“, sagte Trainer Torsten Lieberknecht und fügte mit Blick auf die längst entbrannte Diskussion um seine Person an: „Es geht nicht um mich, es geht, sondern – auch wenn es abgedroschen klingt – um den Stolz der Spieler.“

Man darf gespannt sein, ob diese zuletzt weitgehend willenlos Richtung Saisonende taumelnde Mannschaft in der Lage ist, sich noch einmal zu straffen. Auch, um Trainer Lieberknecht wieder mal ein paar Argumente für eine Weiterbeschäftigung zu liefern. Vor dem Anpfiff wird der FCK insgesamt fünf Spieler verabschieden, die in der nächsten Saison nicht mehr in der Pfalz spielen. Überraschungen verkündete Lieberknecht am Freitag keine mehr: Florian Kleinhansl, Luca Sirch, Avdo Spahic, Kenny Redondo und Daniel Hanslik werden den Verein verlassen.

Gerade der Entschluss, den beiden Integrationsfiguren Hanslik und Redondo keinen neuen Vertrag mehr anzubieten, wird unter den Fans kontrovers diskutiert. „Das sind verdienstvolle Spieler und das sind keine einfachen Entscheidungen, die man da trifft“, sagte Lieberknecht. Die sportliche Leitung habe aber die Gelegenheit ergreifen wollen, auf diesen Positionen „etwas Neues zu machen“. Wichtig sei, dass der FCK für die beiden in der Kabine wichtigen Aufstiegshelden Ersatz finden müsse, „die nicht nur die Qualität mit sich bringen, sondern auch in der Mannschaft ein richtiges Sprachrohr sind“.

Joly, Kunze und Haas fehlen – Skyttä zurück

Gegen Bielefeld werden Fabian Kunze und Paul Joly genauso gesperrt fehlen wie Arminia-Trainer Mitch Kniat nach seiner Roten Karte gegen Bielefeld. Spielmacher Naatan Skyttä ist nach seinem Infekt wieder fit, Mika Haas (Rückenprobleme) muss weiter aussetzen. Doch am Freitag dürfte es aus FCK-Sicht weniger um die Auf- als um die richtige Einstellung gehen. Um die schwelende Krise zu stoppen – und nicht eskalieren zu lassen.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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