1. FC Kaiserslautern
So beurteilt FCK-Trainer Lieberknecht das Start-Debüt des jungen Owen Gibs
Im kleinen bruderinternen Wettstreit heißt es jetzt: Vorteil Owen. Normalerweise spielen Neal Gibs (23) und Owen Gibs (19) für die U21 des 1. FC Kaiserslautern in der Fußball-Oberliga. Doch nachdem Neal, der stets das große Vorbild für Owen war, zu Zeiten von Trainer Marco Antwerpen schon in der Dritten Liga für das FCK-Profiteam Spielminuten sammeln konnte, hat Owen Gibs seit Samstag sogar einen Startelfeinsatz in der Zweiten Liga in seiner Vita stehen.
Trainer Torsten Lieberknecht gab beim 1:2 gegen den SC Paderborn dem Eigengewächs aus Landstuhl auf der Position des gesperrten Kapitäns Marlon Ritter im offensiven Mittelfeld den Vorzug vor arrivierten Profis wie Daniel Hanslik oder Kenny Redondo. „Seine in den letzten Wochen gezeigten Trainingsleistungen haben den Ausschlag gegeben. Im Test gegen den FC Zürich hat er außerdem ein Superspiel gemacht“, begründete der FCK-Coach seine überraschende Entscheidung. Generell schätzt Lieberknecht am laufstarken 19-Jährigen seine Fähigkeiten, sich in den Räumen zu bewegen und sein gutes Fußballverständnis.
Zuvor Kurzeinsätze gegen Magdeburg und in Darmstadt
Zweimal war Owen Gibs in dieser Saison schon in der Schlussphase eingewechselt worden, gegen Magdeburg (2:3) und in Darmstadt (0:4). Aber daheim auf dem Betzenberg, vor fast 45.000 Fans, ist ein Platz in der Startelf noch einmal eine andere nervliche Geschichte. „Man hat gemerkt, dass er Respekt hatte. Ich hätte gedacht, er ist nicht ganz so nervös, aber er wirkte schon ein bisschen ehrfurchtsvoll“, sagte Lieberknecht. „Es gab jedoch auch Situationen, in denen man sehen konnte, was in ihm steckt“. Wie in der 30. Minute, als eine Balleroberung von Gibs mit folgendem Pass hinter die Paderborner Kette zur bis dahin größten FCK-Chance durch Norman Bassette führte.
Nach 45 Minuten nahm Lieberknecht sein Talent runter und brachte den erfahreneren Mahir Emreli. Bis dahin hatte Owen Gibs 18 Ballkontakte gehabt, 75 Prozent seiner Zweikämpfe verloren und eine Torschussvorlage gegeben – die für Bassette. Werte, die zeigen, das da noch ordentlich Luft nach oben ist.
„Aber irgendwann muss man eben mal ins kalte Wasser geworfen werden“, sagte Lieberknecht. Owen Gibs sollte nach dem Spiel nicht mit den Medien sprechen, bei jungen Spielern agiert der FCK in der Öffentlichkeitsarbeit zurückhaltend.
Oben auf der Tribüne im Fritz-Walter-Stadion dürften Papa Dirk Gibs und Bruder Neal Gibs in der ersten Halbzeit indes vor Stolz geplatzt sein. Die Familie lebt im westpfälzischen Kollweiler, Vater Gibs arbeitete als Trainer beim VfB Reichenbach. Fußball war schon immer ein zentraler Bestandteil des Lebens bei Familie Gibs. „Die Mama war sauer, wenn wir gegen den Zaun geschossen haben“, erzählte Owen vor einem halben Jahr der RHEINPFALZ. Dass dabei auch einmal der Zaun kaputt ging oder Vasen umgeschossen wurden, kann spätestens seit Samstag als Investitionen in eine hoffnungsvolle Fußballer-Karriere verbucht werden.
