1. FC Kaiserslautern
Schiri-Ärger auf dem Betze: Wo lag Florian Exner falsch, wo richtig?
Die 1:2-Niederlage des 1. FC Kaiserslautern im Zweitliga-Topspiel am Samstag gegen den SC Paderborn wurde von gleich vier strittigen Schiedsrichterentscheidungen überschattet. Wo Referee Florian Exner richtig und wo er falsch lag – unser Überblick.
Elfmeter für Bassette?
FCK-Stürmer Norman Bassette ist in der sechsten Minute schneller am Ball als Paderborns Verteidiger Felix Götze. Beide befinden sich im Infight, beide ziehen und stoßen, der Angreifer fällt über Götze, der ihn aber auch leicht trifft. Bassettes Reklamationen bleiben bei Exner ungehört. „Das ist für mich ein klarer Foulelfmeter“, urteilte Lauterns Trainer Torsten Lieberknecht hinterher.
Unsere Meinung: Die Szene ist ein Kann-Elfmeter, aber auch keine klare Fehlentscheidung.
Der Freistoß vor dem 0:1
Bei einem Zweikampf mit Lauterns Verteidiger Atanas Chernev direkt an der Strafraumgrenze fällt Paderborns Stürmer Stefano Marino in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit zwar hin, spätestens die Fernsehbilder zeigen aber deutlich, dass kein Foul vorliegt. Im Gegenteil: Marino fährt eher den Fuß aus, die Szene hätte weiterlaufen müssen.
Unsere Meinung: Eine klare Fehlentscheidung, der Freistoß, der zur Paderborner Führung durch Calvin Brackelmann führt (45.+7) ist irregulär. Das konnte man übrigens auch schon live im Stadion sofort sehen.
Lieberknecht sieht Gelb-Rot
Im Nachgang dieser Fehlentscheidung geht FCK-Trainer Torsten Lieberknecht zu Schiedsrichter Exner, der gerade zur Pause gepfiffen hat, auf den Rasen. Allein das „Vergehen“, den Platz zu betreten, hat Gelb zur Folge. Als der aufgebrachte Coach dem Referee aber auch noch an den Kopf wirft, er und seine Kollegen im Schiedsrichtergespann seien an diesem Nachmittag überfordert, zückt Exner Gelb-Rot. „Grundsätzlich war es berechtigt, da muss ich mich besser im Griff haben“, sagte Lieberknecht, während Sportdirektor Marcel Klos dem Unparteiischen „mangelndes Fingerspitzengefühl“ vorwarf. Der Lauterer Trainer verfolgte die zweite Halbzeit hoch oben auf der Pressetribüne, unten an der Seitenlinie übernahm Co-Trainer Carsten Rump.
Unsere Meinung: Der Schiedsrichter hätte es tatsächlich auch bei einer Verwarnung und einer folgenden Ermahnung belassen können. Dass Exner nach dem Spiel auch noch Klos mit der Roten Karte gedroht haben soll, wenn er sich ihm nähert, passt ein wenig ins Bild eines insgesamt ganz schwachen Schiedsrichterauftritts.
Paderborns Elfmeter vor dem 0:2
Der eingewechselte Paderborner Stürmer Kennedy Okpala kommt in der Nachspielzeit der Partie im Strafraum an die Kugel, bekommt im Fallen den Ball an die Hand, steht wieder auf und wird von Fabian Kunze vermeintlich am Fuß getroffen. Schiedsrichter Exner zeigt sofort auf den Punkt, schaut sich die Szene aber auf Intervention des VAR noch einmal auf einem Bildschirm am Spielfeldrand an. Überprüft wird aber nur, ob Okpalas Handspiel strafwürdig ist. „Er trifft mich schon, aber ich nehme das auch dankend an“, sagt der gebürtige Neustadter in SCP-Diensten hinterher.
Unsere Meinung: In Summe ist das kein Elfmeter. Okpalas offensichtliches Handspiel muss eigentlich schon dazu führen, dass auf Freistoß für den FCK entschieden wird. Ob es tatsächlich einen Kontakt zwischen Kunze und dem Paderborner Stürmer gibt, ist auch nach etlichen Zeitlupen nicht aufzuklären.
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