1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Profidebüts zweier FCK-Talente lassen Raum für Diskussionen

Erstes Profispiel: David Schramm (rechts, gegen Dresdens Jakob Lemmer).
Erstes Profispiel: David Schramm (rechts, gegen Dresdens Jakob Lemmer).

David Schramm und Ben Jungfleisch erleben bei der 0:1-Niederlage des FCK in Dresden ihren großen Tag. Aber war der Zeitpunkt der beiden Profidebüts eigentlich der richtige?

Beim Blick auf den Spielberichtsbogen stachen die beiden bisher nur FCK-Insidern geläufigen Namen gleich ins Auge. Die Talente David Schramm (19) und Ben Jungfleisch (17) saßen im Spiel bei Dynamo Dresden am Samstag erstmals in dieser Saison bei den Profis des 1. FC Kaiserslautern auf der Bank. Wer jedoch gedacht hatte, das Duo aus dem Nachwuchs sei nur dabei, um den nach etlichen Ausfällen ausgedünnten FCK-Kader aufzufüllen, irrte sich.

Trainer Torsten Lieberknecht warf beide Nachwuchshoffnungen in der heißen Atmosphäre des Rudolf-Harbig-Stadions ins kalte Wasser: Der gebürtige Trierer Schramm, normalerweise in der Lauterer U21 in der Oberliga aktiv, wurde in der 65. Minute für Leon Robinson eingewechselt. Der Saarbrücker Jungfleisch, Leistungsträger der U19 des FCK, kam in der Schlussphase für Simon Asta (83.). „Sie haben es sich durch ihre Leistungen in der Trainingswoche verdient, reinzukommen. Nicht, weil wir viele Kranke und Verletzte haben. Sie haben es ordentlich gemacht“, sagte Lieberknecht hinterher.

Dennoch ließen die Einwechslungen Raum für Diskussionen. Beim Stand von 0:1 zwei Jugendspieler auf den Platz zu schicken, sendet nicht gerade das Signal an den Rest des Teams, dass man das Ergebnis mit aller Macht noch drehen will. Und könnte es nicht generell ein schlechter Zeitpunkt fürs Profidebüt gewesen sein? Just in dieser komplizierten Saisonphase, in der die Zweitliga-Mannschaft ins Straucheln geraten ist und viele erfahrenere Profis mit sich und ihren Leistungen zu kämpfen haben? Lieberknecht blockte derlei Fragen in Dresden ab. Er verfolge seinen Jugendkurs konsequent weiter und stelle nur nach Trainingsleistungen auf, so der FCK-Coach. Dafür nahm Lieberknecht auch in Kauf, dass er an anderer Stelle Lücken riss: Die U19 verlor das Achtelfinale um die deutsche Meisterschaft ohne Jungfleisch und einige andere Spieler, die an die U21 abgestellt wurden, am Samstag mit 0:2 gegen Energie Cottbus.

An der 0:1-Niederlage der Profis in Dresden konnten wiederum weder Schramm noch Jungfleisch mehr etwas ändern, ihr Einfluss auf das Spiel blieb überschaubar. Schramm hatte 14 Ballkontakte, 73 Prozent seiner Pässe kamen an. Jungfleisch kam nur sieben Mal an den Ball, gab aber immerhin nach einer abgewehrten Ecke einen Fernschuss in Richtung Dynamo-Tor ab (90.+1). Mit den Neu-Profis sprechen konnten die mitgereisten Reporter im Nachgang nicht, der FCK verfolgt bei jungen Spielern eine restriktive Medienpolitik.

Hoffnungsträger aus der U19 des FCK: Ben Jungfleisch.
Hoffnungsträger aus der U19 des FCK: Ben Jungfleisch.

Die Mittelfeld-Youngster waren bereits die Debütanten fünf und sechs aus dem Lauterer Nachwuchsleistungszentrum in Lieberknechts Amtszeit. Zuvor hatten bereits Torhüter Enis Kamga (18), Owen Gibs (19), Erik Müller (19) und Dion Hofmeister (16) ihre ersten Minuten in der Zweiten Liga gesammelt. Hofmeister war bei seinem Debüt im November gegen Holstein Kiel mit 16 Jahren, 4 Monaten und 13 Tagen sogar der bisher jüngste FCK-Profi der Geschichte. „Wir haben in vielen Mannschaften interessante Jungs dabei, die wir sauber fördern wollen. Sie und vor allem ihr Umfeld müssen stabil bleiben“, sagte Lieberknecht zu seinem Fokus auf den eigenen Nachwuchs. „Es war ja auch mein eigener Weg aus der FCK-Jugend zu den Profis, das ist sicher einer der Gründe, warum es mir ein Anliegen ist, die eigenen Talente zu fördern.“

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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