1. FC Kaiserslautern
Neu-Geschäftsführer Marc Strauß: Ein echter Mehrwert für den FCK
Der neue Mitgeschäftsführer fand genau die richtigen Worte bei der Vorstellung: Er sei zwölf Jahre erfolgreich bei der SV Elversberg gewesen, eine lange Zeit bei einem Verein, sagte Marc Strauß. Da habe etwas Besonderes kommen müssen, um die dortige Vorstandsposition aufzugeben. „Und der Anruf des FCK-Beiratsvorsitzenden Rainer Keßler war dieses Besondere.“ Nun ist Marc Strauß kaufmännischer Geschäftsführer des Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern, ergänzt den künftig allein für den Sportbereich zuständigen Geschäftsführer Thomas Hengen.
Keßler, der Beiratsvorsitzende, betonte, sein Gremium sei sich schon lange einig darüber gewesen, dass die Position des kaufmännischen Geschäftsführers nach inzwischen knapp fünf Jahren Vakanz wieder habe besetzt werden sollen, um dem bisherigen Alleingeschäftsführer Hengen wieder mehr Freiraum für die sportlichen Belange zu geben. „Der Sport ist nun mal unser Kerngeschäft.“ Es sei aber stets eine Frage des Zeitpunkts und der Person gewesen. „Es musste einfach passen – und zwar mit allen“, betonte Keßler. Und im Falle Strauß habe alles gepasst.
Durch Indiskretion zu früh bekannt geworden
Mitte Dezember habe er Kontakt mit dem damaligen Elversberger Vorstand für Verwaltung und Vereinsentwicklung aufgenommen. Mitte Januar hätten sie sich erneut ausgetauscht, Mitte Februar waren sie sich einig, nachdem auch die Investoren angetan waren. Dass dies aufgrund einer Indiskretion früher bekannt geworden sei als geplant und noch bevor sogar Hengen habe informiert werden können, bedauerte Keßler im Gespräch mit dieser Zeitung. Zu diesem Zeitpunkt sei noch nicht einmal der Vertrag unterschrieben gewesen.
Keßler betonte, er wie auch die Investitionen versprächen sich durch Marc Strauß („Diese Personalie ist ein echter Mehrwert für den FCK, ein echter Gewinn“) verbesserte wirtschaftliche Rahmenbedingungen, damit der FCK sich dauerhaft im oberen Tabellendrittel etabliert und an die Tür zur Bundesliga klopfen kann. Und: Strauß sei bestens vernetzt, sei auch Mitglied im Finanzausschuss der Deutschen Fußball Liga. Der FCK erfährt nun früh, welche Entwicklungen sich im deutschen Fußball anbahnen und kann früh reagieren.
Schon früher für den FCK tätig gewesen
Strauß selbst hielt den Ball flach, erläuterte angenehm ruhig, aber auch selbstbewusst, dass er eine „Strategie der kleinen Schritte“ gehen wolle, um nachhaltiges Wachstum zu sichern. Er werde sich in den nächsten Wochen und Monaten alle Abläufe anschauen, um herauszufiltern, wo es Potenzial gibt. Der promovierte Kaufmann vergaß auch nicht, die beiden ihm nun zugeordneten Direktoren Saskia Bugera (Finanzen) und Marcus Böse (CRM und Digitales) und deren Teams zu loben, die eine hervorragende Arbeit gemacht hätten. Der FCK sei sehr gut aufgestellt.
Er habe nicht lange nachdenken müssen, als das Angebot des FCK gekommen sei, sagte er. „Der 1. FC Kaiserslautern ist ein ganz besonderer Club mit einer herausragenden Fankultur“, betonte er mehrfach. Er freue sich, Teil der FCK-Familie zu sein. Der hat er einst schon teilweise angehört. Denn bereits 2007 arbeitete er als Prüfungsassistent für den FCK, unterstützte bei Lizenzierung und Jahresabschluss. Bis 2014 war er weitere zehn Monte als Dienstleister für den FCK tätig. „Einige kenne ich sogar noch aus dieser Zeit“, sagte er erfreut.
Chancen auf sportlichen Erfolg erhöhen
Der FCK sei nicht Elversberg, der FCK sei aber, was das wirtschaftliche Umfeld angehe, auch nicht der Hamburger SV oder Berlin. „Aber es gibt Faktoren, die eine Chance auf Erfolg erhöhen.“ Als Beispiele nannte er Effizienz und kurze Entscheidungswege. „Der Club soll sich jeden Tag ein kleines Stück verbessern.“ Denn jede Verbesserung erhöhe die Chance auch auf sportlichen Erfolg.
Dass es Reibereien zwischen ihm und seinem Mitgeschäftsführer Hengen geben könnte, schlossen er und Keßler aus. „Beide haben klar abgegrenzte Aufgabengebiete“, sagte Keßler; zudem sei Thomas Hengen ein absoluter Teamplayer. Ähnlich äußerte sich Strauß, der den herzlichen Empfang am Montag durch seine neuen Kollegen hervorhob. Und Keßler sagte im Gespräch mit dieser Zeitung, es sei von großem Vorteil, dass Thomas Hengen durch die fast fünf Jahre als alleiniger Geschäftsführer sensibel auch für kaufmännische Belange sei und wirtschaftliche Rahmenbedingungen verstehe. Was aber, wenn Hengen einen Spieler will, der womöglich nicht ins Gehaltsgefüge passt? Wer entscheidet? Keßler: „Wenn es wirklich mal zu dieser Frage kommt, werden sie sich einigen.“
