1. FC Kaiserslautern
Mika Haas spült ordentlich Geld in die Kassen des FCK
Den Kontostand des 1. FC Kaiserslautern hat Cheftrainer Torsten Lieberknecht nicht im Kopf. Er wird ihn auch nicht interessieren. Denn Lieberknechts Job ist es, mit dem FCK eine erfolgreiche Saison zu spielen – und dabei möglichst Talente einzubauen. Das tut der 52 Jahre alte Pfälzer – aus Überzeugung und nicht aus finanziellen Gesichtspunkten. Bislang war es ziemlich überschaubar, was die Deutsche Fußball-Liga (DFL) in dieser Sache an den FCK überwies. Doch das wird sich nach dieser Saison ändern. Dann wird der FCK ein nettes Sümmchen von der DFL erhalten.
Die DFL honoriert die Profiklubs aus der Bundes- und Zweiten Liga, wenn sie jungen, entwicklungsfähigen Fußballern Spielzeit geben. Die Talente dürfen nicht älter als 23 Jahre alt sein, müssen in Deutschland ausgebildet worden sein und einen Local-Player-Status haben. Das heißt: Der Nachwuchsspieler muss zwischen seinem 15. und 21. Lebensjahr mindestens drei Jahre bei seinem aktuellen Klub oder einem anderen Verein des DFB ausgebildet worden sein.
Die Höhe der jährlichen Ausschüttungen an alle 36 Vereine beläuft sich auf vier Prozent der nationalen Medienerlöse. Für die aktuelle und die kommenden drei Spielzeiten erhalten die 36 Profiklubs 1,121 Milliarden Euro aus dem Medienvertrag. Die vier Prozent davon für die Säule „Nachwuchs“ sind 48,4 Millionen Euro. Davor waren es drei Prozent.
19.800 Euro für ein Spiel
Wie viel die einzelnen Vereine bekommen und wie hoch der Betrag pro Spielminute ausfällt, hängt allerdings davon ab, wie viele junge Spieler insgesamt pro Saison eingesetzt werden und wie oft. Der Betrag variiert also jährlich. In der Saison 2023/24 wurden die Einsätze deutscher U23-Profis dem Vernehmen nach mit etwa 220 Euro pro Spielminute belohnt, also 19.800 Euro, wenn ein Spieler über die gesamten 90 Minuten auf dem Platz stand. Für das Debüt von FCK-Torwart Enis Kamga am Freitag gegen Eintracht Braunschweig kann der FCK mit rund 20.000 Euro nach der Saison rechnen. Zwei Drittel der Ausschüttungssumme ergeben sich aus Einsatzminuten junger Spieler. Relegationsspiele und Nachspielzeiten werden nicht vergütet.
Das gibt es für die Heimatvereine der Talente
Ein weiteres Drittel geht an die Ausbildungsvereine der eingesetzten jungen Spieler. Die Heimatvereine der Jungprofis, bei Mika Haas sind das die TSG Kaiserslautern, die SFC Kaiserslautern und der SV Alsenborn, profitieren davon. Für die Spielzeiten des sechsten bis elften Lebensjahres gibt es jeweils anteilig 5250 Euro und für das Alter von 12 bis maximal 21 jeweils 6750 Euro.
Fürth, KSC und Elversberg besser als der FCK
Im Gesamtranking der Einsatzminuten lagen in der Saison 2024/25 Hertha BSC (Honorierung in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro), der 1. FC Köln (2,5), der 1. FC Nürnberg (2,2), die SpVgg Greuther Fürth (2,1), der Karlsruher SC (1,9) und die SV Elversberg (1,7) an der Spitze. In der Saison 2022/23 belegten die vordersten Plätze im Gesamtranking für die Einsatzminuten die SpVgg Greuther Fürth (4,0 Millionen Euro), Hertha BSC (2,0), der 1. FC Köln (1,9), Hannover 96 (1,8) und der Karlsruher SC (1,7) sowie Fortuna Düsseldorf (1,7).
Der FCK gehört bislang nicht zu den Top-Klubs. Denn in der Vergangenheit wurden wenige eigene „Local Player“ eingesetzt. Vorige Saison waren es Leon Robinson (497 Minuten) und Mika Haas mit mageren 35 Minütchen. Seit dieser Saison jedoch sieht das anders aus. Cheftrainer Torsten Lieberknecht setzt auf den eigenen Nachwuchs. Nimmt man die 220 Euro pro Spielminute als Grundlage, dann erhält der FCK für die Einsatzminuten von Mika Haas, Enis Kamga, Owen Gibs, Erik Müller und Dion Hofmeister in etwa 516.120 Euro. U20-Nationalspieler Mika Haas macht mit bisher 2186 Minuten den Löwenanteil dieser Summe aus. Er alleine spielte rund 481.000 Euro ein. Das 20 Jahre alte Eigengewächs ist für den FCK in den kommenden drei Jahren also ein lukrativer Spieler.
