1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel „Meine Motivation ist bei 100 Prozent“: Emreli kämpft gegen Image als Transferflop

Er ist wieder da: Mahir Emreli bedankt sich bei den FCK-Fans in Münster.
Er ist wieder da: Mahir Emreli bedankt sich bei den FCK-Fans in Münster.

Das nächste FCK-Comeback: Stürmer Mahir Emreli wird nach drei Monaten Verletzungspause beim 3:2 in Münster eingewechselt. Der Aserbaidschaner will es jetzt allen zeigen.

Das Kurzinterview mit der RHEINPFALZ in der Mixed Zone war schon eine halbe Stunde vorbei, aber Mahir Emreli wollte eine Aussage unbedingt bekräftigen. Er danke allen Ärzten, Physios, Freunden, Mitspielern und den Trainern, die ihn bei seinem Comeback unterstützt haben, übermittelte FCK-Pressesprecherin Ann-Kathrin Hauck einen Wunsch Emrelis. Eine ungewöhnliche Bitte, die aber Rückschlüsse auf den intakten Charakter des Profis zulässt.

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Es waren nur wenige Minuten gewesen, die der Aserbaidschaner zuvor beim Lauterer 3:2-Sieg nach einem Vierteljahr Zwangspause wieder auf dem Platz gestanden hatte, aber sie bedeuteten Emreli die Welt. Eine „tough time“ seien die letzten Monate gewesen, in denen er sich nach einer Adduktorenverletzung zurückarbeiten musste, parlierte der 28-Jährige in fließendem Englisch, eine harte Zeit. „Wieder mit dem Team zu reisen, auf dem Platz zu stehen Atmosphäre zu genießen, tut mir gut.“

In der Schlussphase, als Münster nach dem Anschlusstreffer zum 2:3 auf den Ausgleich drängte und der FCK nach dem Ausfall von Jacob Rasmussen (Verdacht auf Gehirnerschütterung) sogar noch in Unterzahl geriet, musste Emreli auch weit hinten mithelfen. Dass dies nicht seine Kernkompetenz darstellt, zeigte sich bei einem haarsträubenden Fehlpass in der eigenen Hälfte, der beinahe einen gefährlichen Münsteraner Angriff eingeleitet hätte.

Aber zumindest ein kleiner Anfang ist gemacht, dass der im vergangenen Sommer mit großen Hoffnungen vom 1. FC Nürnberg an den Betzenberg gewechselte Angreifer im zweiten oder dritten Anlauf doch noch zu der angedachten Verstärkung werden kann. Zumal in Ivan Prtajin der bisher wichtigste Stürmer für den Rest der Saison ausfällt und somit erhöhter Bedarf in der Lauterer Offensive besteht. „Ich muss weiter an meiner Fitness arbeiten, mir wieder Selbstvertrauen holen mit jedem Spiel sowie Wettkampfrhythmus, um dem Team zu helfen. Von der Motivation her bin ich bei 100 Prozent, von der Fitness bei 85 bis 90 Prozent“, sagte Emreli.

Bitterer Abend gegen die Hertha

Das Ziel sei natürlich, noch in dieser Saison ein paar Tore beizusteuern, nachdem er in der Liga bisher erfolglos blieb und in der Hinrunde viele Wochen aus sportlichen Gründen noch nicht einmal für den Spieltagskader nominiert worden war – das Wort Transferflop machte schon die Runde. Bis er Anfang November gegen Hertha (0:1) eingewechselt wurde und schon nach einer Viertelstunde wegen eines Teilabrisses der Adduktorensehne wieder runter musste. „Das war mein bestes Spiel für den FCK, leider war es schnell wieder zu Ende“, sagte Emreli mit einem Augenzwinkern.

Trainer Torsten Lieberknecht war zuvor mit Emrelis Trainingsleistungen nicht zufrieden gewesen. Diese Probleme im Binnenverhältnis scheinen ausgeräumt. „Der Trainer redet mit mir nach jedem Training und fragt, wie ich mich fühle“, berichtete der Angreifer – und er sei Profi genug, um mehr Einsatzzeit zu kämpfen. „Wir werden nicht bezahlt, um emotional zu sein, sondern um bereit zu sein für jede Situation und jeden Moment“, sagte Emreli.

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