Fußball
„Lohn für die harte Saison“: FCK-Junioren sichern sich Verbandspokal
Durchnässt, aber glücklich stand Eimen Baffoun am späten Mittwochabend auf dem Rasen in Deidesheim. Der U19-Trainer des 1. FC Kaiserslautern wurde gerade nach dem 3:2-Sieg im Verbandspokal-Endspiel gegen Viktoria Herxheim von seinen Spielern mit Wasser überschüttet. Der Erfolg im Pokal des Südwestdeutschen Fußballverbands ist Balsam für die geschundene A-Jugend-Seele des FCK, drei Tage nach dem Ausscheiden im Achtelfinale der Bundesliga-Meisterschaft gegen Energie Cottbus. Baffoun sprach von einer Genugtuung und sagte: „Meine Mannschaft hat Mentalität gezeigt.“ Das trifft nicht nur auf die Bundesliga zu, sondern passt auch zum Spielverlauf. Erst in der 90. Minute fiel per Freistoß durch Dzenan Resic die Entscheidung.
„Das war eine sehr, sehr enge Nummer“, betonte Baffoun. Die Herxheimer Leistung beschrieb er als „aufopferungsvoll“ und zollte der Regionalliga-Trupp einen „riesen Respekt“. Ein Großteil der 820 Zuschauer in Deidesheim würde das wohl bestätigen. Gallig wuchteten sich die Südpfälzer in die Zweikampfduelle, pressten hoch und eroberten viele Bälle.
1:1-Ausgleich fällt überraschend
„Genau das haben wir erwartet“, sagte Baffoun. Im Vorfeld hatte er die Viktoria-Pokalduelle gegen Mainz 05 und gegen den FK Pirmasens beobachten lassen. Die FCK-Junioren mühten sich. Nach der 1:0-Führung durch Herxheims Moritz Becker per Schlenzer wirkte der FCK-Tross gar versteinert, nur um dann gute fünf Minuten später durch einen Volley von Marvin Yüsün überraschend auszugleichen. „Das 1:0 war ein Wachmacher“, betonte FCK-Kapitän Linus Tautenhahn. „Es geht immer darum, eine Reaktion zu zeigen“, erklärte er und verweist auf das Cottbus-Spiel.
Doch als Herxheims Innenverteidiger Alhaji Kamara in der 56. Minute einen Standard zur erneuten 2:1-Führung einköpfte, erinnerte sich so mancher FCK-Fan in Deidesheim gar an die Auftritte der Profi-Truppe des FCK in der jüngeren Vergangenheit. Ob daran auch Thorsten Lieberknecht dachte, der das Spiel auf der Tribüne verfolgte, das ist nicht überliefert.
Baffoun lobt „Hartnäckigkeit und Mentalität“
Nach zwei Platzverweisen – für Herxheims Amjad Romeih (75.) und Kaiserslauterns Mohamed Serghini (81.) – wurden dann Räume frei. „Der Ball lief besser bei uns, da hat sich auch die Qualität durchgesetzt“, lautete Tautenhahns Erklärung. Federico Passariellos staubte nach starker Parade von Herxheims Torwart Steve Boda zum 2:2 (85.) ab. Der Resic-Freistoß in der 90. Minute glitschte Boda durch die Fanghandschuhe. „Wir haben uns das verdient, aufgrund von Ballbesitz, Hartnäckigkeit und Mentalität. Mein Team hat sich für die harte Saison mit einem Titel belohnt“, betonte Baffoun.
Belohnen hätten sich auch die Herxheimer für eine von Höhen und Tiefen gezeichnete Spielzeit. In der Regionalliga mitten im Abstiegskampf steckend, begeisterte die Mannschaft von Trainer Murat Genc vor allem im Südwestpokal. „Den Sieg hätten wir genauso verdient“, lobte er seine Mannschaft, die er anschließend zum Spalierstehen für die siegreichen FCK-Spieler schickte. Trotz der späten Niederlage hadert er nicht und blickt auf den Ligaalltag: „Wir können viel für den Abstiegskampf mitnehmen.“
