1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel „Keine feine Klinge“: FCK-Trainer Lieberknecht drosselt die Erwartungen vor Münster

Nach dem Druckspiel gegen Fürth steht für Torsten Lieberknecht und den FCK nun die Bestätigung in Münster an.
Nach dem Druckspiel gegen Fürth steht für Torsten Lieberknecht und den FCK nun die Bestätigung in Münster an.

Auch bei Abstiegskandidat Preußen Münster am Sonntag erwartet FCK-Trainer Lieberknecht eher schwere Fußball-Kost. Wie baut der Coach seine Startelf um?

Der Aberglauben ist so fest in der Welt des Fußballs verankert wie das Abseits oder der Eckball. Auch Torsten Lieberknecht ist nicht ganz frei davon, manchmal auf die Macht von rational unerklärlichen Zusammenhängen zu hoffen. Wenn der FCK am Sonntag (13.30 Uhr, Liveblog auf rheinpfalz.de) bei Abstiegskandidat Preußen Münster antritt, kann Trainer Lieberknecht im Sinne seines Aberglaubens darauf setzen, dass die Offiziellen beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) bei der Schiedsrichteransetzung das Lauterer Wohlergehen im Hinterkopf hatten. In Patrick Schwengers pfeift der gleiche Unparteiische die Begegnung, der auch schon den 4:1-Sieg des FCK im Hinspiel beaufsichtigte. „Ich lasse mich eigentlich immer am Spieltag überraschen, wer der Schiedsrichter ist“, sagte Lieberknecht am Freitag zu der ungewöhnlichen Konstellation. „Dann drücken wir Herrn Schwengers die Daumen, dass er den FCK auch siegen sieht.“

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Abseits der Diskussion um einen vermeintlichen Einfluss außerhalb des Spielfelds agierender übernatürlicher Kräfte werden sich die Pfälzer am Sonntag auf dem Rasen ordentlich straffen müssen. Nach dem 1:0-Zittersieg gegen Schlusslicht SpVgg Greuther Fürth, bei dem Ergebnis eindeutig vor Erlebnis ging, erwarten die knapp 2000 nach Münster mitreisenden Fans auch wieder eine ansehnlichere Leistung ihres Teams.

Große Hoffnungen auf eine schnelle Rückkehr der fußballerischen Leichtigkeit wollte Lieberknecht im Vorfeld aber nicht machen. „Es ist die typische Situation, dass du auf Mannschaften triffst, die um ihre Existenz spielen. In diesen Spielen darfst du nicht unbedingt die feine Klinge erwarten“, sagte der 52-Jährige. Münster, so deutete der FCK-Coach an, dürfte bei nur noch einem mickrigen Tor Vorsprung auf die Abstiegszone seinen eher spielerischen Ansatz am Sonntag pragmatischer auslegen. „Wir müssen mit einem anderen Auftritt der Münsteraner rechnen, vielleicht gehen sie auch ein Stück weit weg von ihrer Philosophie und werden mehr die Tiefe mit langen Bällen bespielen.“

Wieder einsatzbereit: Fabian Kunze (rechts) kehrt nach Gelbesperre zurück in den FCK-Kader.
Wieder einsatzbereit: Fabian Kunze (rechts) kehrt nach Gelbesperre zurück in den FCK-Kader.

Personell stellen sich beim FCK zwei große Fragen? Rückt Fabian Kunze nach seiner gegen Fürth abgesessenen Gelbsperre zurück in die Startelf und wer müsste für ihn weichen? Sowie: Wie weit ist Angreifer Mahir Emreli schon, nachdem er in dieser Woche zum ersten Mal seit seiner Anfang November erlittenen Adduktorenverletzung voll mittrainieren konnte. Obwohl die Lauterer durch die Ausfälle von Ivan Prtajin (Achillessehnenriss) und Winterzugang Mergim Berisha (muskuläre Probleme) dringend auf Qualität in der Offensive angewiesen sind, will es Lieberknecht bei Emreli langsam angehen lassen. „Er stellt mit Sicherheit eine Alternative dar, trotzdem müssen wir es mit ihm fair und offen besprechen. Wie frei fühlt er sich? Zu was ist er in der Lage?“, sagte der FCK-Coach am Freitag.

Belastbarer fielen seine Aussagen aus, als er auf die Besetzung des zentralen Mittelfelds angesprochen wurde, wo Abräumer Kunze als weitere Alternative parat steht. „Dass wir etwas verändern werden, das steht fest. Wer es sein wird, werden wir am Sonntag sehen“, sagte Lieberknecht und betonte, man benötige eine „gute Mischung“ aus Zweikampfstärke und spielerischer Note im Mittelfeld. Gegen Fürth spielte Leon Robinson neben Semih Sahin auf der Doppel-Sechs.

Doppelspitze mit Hanslik und Bassette?

Sahin dürfte seinen Stammplatz nach dem wichtigen Siegtor gegen Fürth mit einem Kopfball aus 16 Metern (Lieberknecht: „Wie er das macht, zeigt seine technische Klasse“) sicher haben, der zweikampfstarke Robinson verfügt über ein ähnliches Profil wie Kunze – das wäre der Eins-zu-eins-Tausch. Denkbar wäre aber auch, dass Kapitän Marlon Ritter auswärts wieder einmal auf die Bank muss und Lieberknecht Daniel Hanslik als zweite Spitze neben Norman Bassette stürmen lässt. „Wir wollen das Spiel in Münster gewinnen“, sagte der Lauterer Trainer. Das wäre allein schon deshalb wichtig, um die weitgehend trostlose Bilanz des FCK in fremden Stadien ein wenig aufzuhübschen. Mit nur neun Punkten aus zehn Spielen stehen die Pfälzer in der Auswärtstabelle auf Abstiegsrelegationsplatz 16.

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