1. FC Kaiserslautern
Investoren werden größter Aktionär: Was das für den FCK bedeutet
Es ist ein Geldregen, der auf den 1. FC Kaiserslautern niedergeht – allerdings hat der einen Haken. Bei der Jahreshauptversammlung des FCK am Mittwoch im Fritz-Walter-Stadion berichtete Rainer Keßler, Verwaltungsrats- und Beiratsvorsitzender, dass der FCK die bereits 2023 genehmigte Kapitalerhöhung in Höhe von 7,5 Millionen Euro seiner Investoren der Saar-Pfalz-Invest (SPI) in Anspruch nimmt. Mit diesem Schritt, so Keßler, ist die Lizenz für die Saison 2026/27 praktisch gesichert.
Die SPI ist ein Zusammenschluss von fünf regionalen Investoren, die den FCK 2020 vor dem Ruin gerettet haben. Die Unternehmer Giuseppe Nardi (Dr. Theiss Naturwaren) und Klaus Dienes (Dienes Packaging) sind Geschäftsführer der SPI und sitzen als Investorenvertreter im mächtigen Beirat der FCK Management GmbH. Dieses Gremium trifft richtungweisende Entscheidungen über die Zukunft des Klubs.
FCK nicht mehr Hauptanteilseigner
Bislang wurden die 7,5 Millionen Euro nicht benötigt. Durch eine gute, wirtschaftliche Entwicklung des Vereins, unter anderem durch den Einzug ins DFB-Pokalfinale 2024 oder den Verkauf von Spielern, waren die Millionen nicht notwendig. Aber: Wenn die genehmigte Kapitalerhöhung nicht bis 2026 aktiviert würde, würde sie sozusagen verfallen, sagte Keßler. „Mit der nunmehr beschlossenen Kapitalerhöhung im Frühjahr 2026 ist es uns gelungen, unsere Eigenkapitalbasis nochmal deutlich zu stärken. Wir bekommen dadurch viel Stabilität“, sagte er.
Der FCK hat unter anderem seine Profifußballer aus dem Verein in die Kapitalgesellschaft auf Aktien (KGaA) ausgegliedert. Und genau hier hat die Kapitalerhöhung der SPI Folgen: Der FCK e.V. als Hauptanteilseigner der FCK KGaA kann die Kapitalerhöhung nicht mitgehen. Deshalb wird der Anteil des Muttervereins an seiner Tochtergesellschaft sinken. Sprich: Der FCK e.V. wird nicht mehr der größte Anteilseigner der KGaA sein. Bislang hielt der FCK e.V. 45,85 Prozent der Anteile, die SPI 34,93. Durch die Kapitalerhöhung steigt die SPI zum größten Aktionär auf, hält künftig etwa 42,8 Prozent der Anteile, der FCK e.V. 40,31.
FCK behält Stimmenmehrheit
Doch auch wenn der FCK nun nicht mehr der größte Anteilseigner seiner Profifußballer ist, der Verein behält weiterhin seine Stimmenmehrheit bei etwaigen strittigen Entscheidungen. Denn in Deutschland gilt die 50+1 Regel, die festschreibt, dass der Stammverein immer die Mehrheit der Stimmanteile an seiner ausgegliederten Profiabteilung halten muss. In dem fünfköpfigen Beirat der Management GmbH sitzen drei Vertreter des FCK e.V. – Rainer Keßler, Hans-Peter Briegel und Valentin Helou – und eben die beiden Vertreter der Investoren.
Die vor der Jahreshauptversammlung diskutierte Fansäule ist indes kein Thema mehr, zumindest vorerst. Das sagte FCK-Vorstandsmitglied Thorsten Lill. „Die Öffnung der Fansäule ist derzeit wirtschaftlich nicht verantwortbar“, betonte der 34 Jahre alte Rechtsanwalt für Wirtschaftsrecht. Die Kosten stünden in keinem Verhältnis zum Ertrag, der im Falle einer Veräußerung der Aktien zusammen käme. „Die Idee der Fansäule lebt aber“, sagte Lill. Über die Fansäule soll es Mitgliedern ermöglicht werden, Anteile am FCK zu kaufen. Sie war 2018 im Zuge der Ausgliederung der KGaA aus dem e.V. angekündigt worden. Die Fansäule wäre eine Möglichkeit für den Verein, Schulden abzubauen. Aktuell belaufen sich die Verbindlichkeiten des e.V. auf 3,95 Millionen Euro. Davon schuldet der Klub 2,9 Millionen Euro der KGaA und 1,05 Millionen Euro der SPI.
Eine wichtige Einnahmequelle für den Verein sind die Mitgliedsbeiträge. Wie der Vorstandsvorsitzende, Gero Scira, am Mittwoch berichtete, hat der FCK nun 39.100 Mitglieder.
