1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Interesse aus Gladbach? FCK-Verteidiger Luca Sirch hat „davon gelesen“

Mit „Turban“ zur Partnerin? Luca Sirch beim Derbysieg des FCK gegen den KSC am Samstag.
Mit »Turban« zur Partnerin? Luca Sirch beim Derbysieg des FCK gegen den KSC am Samstag.

FCK-Kapitän Marlon Ritter will Luca Sirch in Kaiserslautern verkuppeln, aber statt der „Bachelor vom Betze“ zu bleiben, zieht es den Verteidiger in die Bundesliga.

Da hat Marlon Ritter ganz schön viel Wirbel ausgelöst. Nach dem 3:0-Erfolg im Derby gegen den Karlsruher SC hatte der Kapitän des 1. FC Kaiserslautern am Samstag zusammen mit Kumpel Luca Sirch ein Interview gegeben – und den FCK-Verteidiger in ein spezielles Schaufenster gestellt. „Das Problem bei Luca ist: Er hat noch keine Freundin. Deshalb ist es gut auch mal so auszusehen, damit er eine Frau fürs Leben findet“, flachste Ritter. Sirch trug zu jenem Zeitpunkt nach einem Zusammenprall mit Maxwell Gyamfi aufgrund einer kleinen Schnittwunde einen „Turban“ rund um den Kopf. War der „Bachelor vom Betze“ damit gefunden?

Im Internet nahmen Witzbolde diese Vorlage nur zu gerne auf. „Gesucht wird eine tolle Frau aus der Nähe von Kaiserslautern“, hieß es zum Beispiel in einer fingierten Kontaktanzeige neben Sirchs Konterfei: „Eigenschaften: Ist ein Kämpfer, hart im Nehmen, für jeden Spaß zu haben. Biete: Überdurchschnittliches Gehalt. Romantische Momente und viel Spaß zusammen mit meinem Kumpel MR7.“

Wie viele Interessentinnen haben sich gemeldet?

Über die Frotzeleien seines Kapitäns kann Luca Sirch auch einige Tage später noch lachen. Wie viele ernstgemeinte Zuschriften von potenziellen Interessentinnen in seinen Social-Media-Postfächern eingegangen sind, will der 26-Jährige nicht verraten. Eine generelle Klarstellung muss aber sein. „Es war ein ganz lustiges Interview, aber ich bin eigentlich nicht so auf der Suche“, sagt der gebürtige Augsburger am Mittwoch dieser Zeitung.

Trennen sich im Sommer die Wege? Luca Sirch (rechts) mit FCK-Kapitän Marlon Ritter.
Trennen sich im Sommer die Wege? Luca Sirch (rechts) mit FCK-Kapitän Marlon Ritter.

Dabei müsste sich eine mit Sirch verbandelte Pfälzerin darauf einstellen, schon bald eine Fernbeziehung führen zu müssen. Denn dass der Verteidiger, dessen Vertrag ausläuft, über den Sommer hinaus in Kaiserslautern bleiben wird, erscheint nach Lage der Indizien ausgeschlossen. Sirch hat mit seinen guten, stabilen Leistungen bei einigen Bundesligisten auf sich aufmerksam gemacht. Ein anderes Schaufenster als das, in das ihn Kumpel Ritter am Samstag gestellt hat.

Am Dienstag berichtete der Sender Sky, dass sich Borussia Mönchengladbach mit einer Verpflichtung des Lauterer Dauerbrenners beschäftige. Auch sein Heimatverein FC Augsburg oder Union Berlin werden als mögliche Interessenten immer wieder genannt. Einen variablen Verteidiger von Sirchs Güteklasse nimmt man gerne dazu - vor allem, wenn er auch noch ablösefrei zu haben ist, obwohl das Portal „transfermarkt.de“ seinen Marktwert auf 2,2 Millionen Euro beziffert.

Wenn es um seine persönliche Zukunft geht, weicht Sirch allerdings weiterhin aus. Es gebe keinen Zeitplan, wann er sich entscheiden werde. „Davon habe ich am Dienstag gelesen“, sagt er zum angeblichen Gladbacher Interesse. Der Rest sind die seit Monaten gleichen Sätze, die fast auswendig gelernt wirken. „Ich verstehe die Frage. Aber ich sage es immer wieder: Ich konzentriere mich hier auf die nächsten Aufgaben. Alles andere wird man dann in Zukunft sehen“, sagt er dieser Zeitung.

In acht Wochen endet die Zweitliga-Saison, spätestens dann dürfte Gewissheit über seinen neuen Klub herrschen. Der FCK fahndet derweil besser schon jetzt mit Hochdruck noch einem hochkarätigen Nachfolger für den Mann, der in den vergangenen beiden Jahren aus der Stammelf der Roten Teufel nicht wegzudenken war.

Das Derby als „eines der besten Saisonspiele“

In seinen mutmaßlich letzten Wochen am Betzenberg hat Sirch aber noch einiges vor. Im Training am Mittwochmorgen wirkte die Stimmung gelöst, mit „Derbysieger, Derbysieger“-Sprechchören begrüßten die 60 FCK-Fans an Platz 2 neben dem Fritz-Walter-Stadion die Mannschaft. „Das muss uns enormen Rückenwind geben. Ich würde schon so weit gehen, dass es eines unserer besten Saisonspiele war. Wir können mit breiter Brust nach Nürnberg fahren“, sagt Sirch.

Acht Spiele stehen noch an, demnach sind noch 24 Punkte zu vergeben. „Wir haben uns kein Ziel gesetzt. Aber wir sind Sportler, wir wollen jedes Spiel gewinnen. Diesen Anspruch haben wir auch“, bekundet der Defensivallrounder. Und da die Top 5 der Tabelle in den kommenden Wochen permanent gegeneinander spielen, könnte der FCK – derzeit Siebter – mit einer guten Serie vielleicht noch das ein oder andere Plätzchen nach oben klettern.

Dass es in dieser Saison bisher zu viele Leistungsschwankungen gab, um ganz oben anzugreifen, streitet aber auch Sirch nicht ab. „Wir hatten auch Spiele drin, die nicht so gut waren. So ehrlich muss man sein“, sagt er. Aber jetzt gilt es, die Saison mit einem guten Flow zu beenden. Danach werden sich die Wege von Luca Sirch und seinem unaufgeforderten Beziehungsberater Marlon Ritter wahrscheinlich trennen.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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