1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel In welchem Zustand der FCK in seine Jahreshauptversammlung geht

Die Choreografie war der vorläufige und krönende Abschluss der Feiern zum 125. Vereinsgeburtstag.
Die Choreografie war der vorläufige und krönende Abschluss der Feiern zum 125. Vereinsgeburtstag.

Das Jubiläumsjahr des Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern geht mit starken Zahlen zu Ende. Unter anderem hatte der FCK noch nie so viele Mitglieder. Trotz Karteibereinigung.

Die genaue Mitgliederzahl will der Vorstand es 1. FC Kaiserslautern erst in der Jahreshauptversammlung am Mittwoch, 10. Dezember, ab 18 Uhr auf Ebene 1900 im Fritz-Walter-Stadion mitteilen. Doch Vorstandsvorsitzender Gero Scira deutet an, wohin die Reise bei der Mitgliederzahl geht: „Wir liegen bei etwa 38.000. Ohne die Bereinigung im Sommer hätten wir wohl die 39.000 geschafft.“ Der FCK hatte damals alle Mitglieder aus seiner Kartei entfernt, die schon seit längerem keinen Beitrag mehr gezahlt haben.

Unabhängig davon habe der FCK auch in den vergangenen zwölf Monaten erneut zwischen 5000 und 6000 neue Mitglieder gewonnen. Die neuen FCK-Mitglieder kommen aus der gesamten Pfalz, zum Teil auch aus dem übrigen Bundesgebiet, allerdings nur wenige aus der Stadt Kaiserslautern. Das bekräftigt den Vorstand in seiner Meinung, dass der FCK ein Verein der Region, nicht allein der Stadt sei.

Rund eine Million Euro mehr an Beiträgen

Die seit Beginn der Mitgliederkampagne 2022 von 17.000 auf rund 38.000 gestiegene Anzahl hat vor allem erfreuliche finanzielle Folgen für den FCK. Der konnte schrittweise seine Schulden um zwei auf vier Millionen Euro reduzieren. „Das hätten wir uns vorher nie vorstellen können, dass wir so etwas durch die Mitgliedsbeiträge schaffen“, sagt das für die Finanzen zuständige Vorstandsmitglied Tobias Frey. Gegenüber vor zwei Jahren ist das Beitragsaufkommen dank des Booms um knapp eine Million Euro gestiegen.

Die verbleibenden vier Millionen Euro Schulden werden in den kommenden zweieinhalb Jahren schrittweise fällig. Dafür muss der FCK Lösungen finden – entweder den Verkauf von Anteilen, die der Verein an der Kapitalgesellschaft auf Aktien (KGaA) hält, in die die Profi- und ein Teil der Jugendaktivitäten ausgelagert sind. Oder indem er neue Vereinbarungen mit den Gläubigern trifft. Dabei handelt es sich um die KGaA und um die regionalen Investoren. Ein Weg könnte die sogenannte Fansäule sein, bei der Aktien des Vereins an Mitglieder verkauft werden.

Wachstum quer durch alle Abteilungen

Auch dieses Thema steht auf der Tagesordnung der Versammlung, die nicht zuletzt deshalb deutlich mehr Interesse weckt als jene im Vorjahr. Damals hatten knapp 250 Mitglieder in Präsenz sowie online etwa 900 Mitglieder die hybride Versammlung verfolgt. Für den 10. Dezember rechnet der Vorstand mit gut 400 Besuchern im Stadion – Platz auf Ebene 1900 wäre für etwa 650 Personen – und weiteren 1500 Teilnehmern im Internet.

Natürlich ist der Mitgliederzuwachs in erster Linie auf den sportlichen Erfolg der Profis (Vorstandsmitglied Wolfgang Erfurt: „Das ist die Strahlkraft des Vereins“) zurückzuführen; aber nicht nur. „Wir verzeichnen Wachstum quer durch alle Abteilungen“, sagt Frey, betont aber, dass hier auch Nachholbedarfe aus der Coronazeit noch eine gewichtige Rolle spielen. Die nach Fußball mitgliederstärksten sind Leichtathletik und Basketball, wo inzwischen 17 Mannschaften im Spielbetrieb stehen. „Hier ist Wachstum natürlich schwieriger zu erreichen. Da braucht man Hallenzeiten und vor allem Trainer.“

Ein fast perfektes Jubiläumsjahr

Überaus zufrieden ist der Vorstand mit dem Verlauf des Jubiläumsjahres. „Wir wollten kein Jubiläumsjahr für die Funktionäre machen, sondern für alle Fans. Das ist uns gelungen“, sagt Erfurt, erwähnt unter anderem das sehr gut besuchte Spiel gegen den AS Rom im Sommer und das Vereinsfest auf dem Fröhnerhof, das allerdings unter der großen Hitze gelitten habe. Als besonders gelungen betrachtet er die kombinierte Feier zum 125. Geburtstag am 2. Juni – auf Ebene 1900 der offizielle Teil und zeitgleich in der Fanhalle die ausverkaufte Party mit dem Auftritt der 1991er Meistermannschaft als großem Höhepunkt.

Hinzu gekommen sei, quasi als krönender Abschluss, die große Choreografie des Fanbündnisses im gesamten Stadion am Traditionstag, dem Spiel gegen den 1. FC Nürnberg. Inklusive einer 90.000-Euro-Spende an den FCK für karitative Zwecke sei das ein grandioser Beitrag der Fans zum Jubiläum gewesen, zu dem noch die Ernennung von Hans-Peter Briegel zum Ehrenspielführer gekommen sei.

Unterführung soll aufgehübscht werden

Nur eine Aktion zum Vereinsjubiläum ist ein wenig gefloppt. Die Ausstellung „Fußballfieber“ mitten in der Stadt sei doch „hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben“, sagt Erfurt. Diese Landesausstellung wandert in dieser Woche weiter nach Speyer, ergänzt um Rivalitäten im Südwesten.

Verein und Fans werden aber noch eine Aktion zum Vereinsgeburtstag starten, auch wenn dies vermutlich erst im kommenden Jahr ablaufen kann. Sie wollen die Bahnunterführung zum Elf-Freunde-Kreisel aufpolieren, die zur Weltmeisterschaft 2006 fußballerisch gestaltet worden war und an der der Zahn der Zeit genagt hat. Vor allem die Abstimmung mit der Bahn habe länger gedauert als gedacht, weswegen das Aufhübschen erst im ersten Quartal 2026 erfolgen könne.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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