Fußball
Freudentänze vor der Westkurve: FCK II macht sein Meisterstück
„Genuss. Es war vor allem ein Genuss.“ So brachte Jean Zimmer, der Kapitän der U21 des 1. FC Kaiserslautern, den im wahrsten Sinne des Wortes letzten Oberliga-Auftritt seines Teams gegen den FV Eppelborn auf den Punkt. Es passte alles an diesem Samstagnachmittag: das Ergebnis, die Kulisse, das Wetter.
Grandiose Stimmung
6518 Zuschauer im prall gefüllten Unterrang der Westkurve im Fritz-Walter-Stadion wollten dabei sein, wenn die U21 des FCK ihr Meisterstück macht. Sie sorgten schon vor dem Anpfiff für eine grandiose Stimmung – und wurden beim 5:0 (4:0)-Sieg gegen das Ligaschlusslicht aus dem Saarland nicht enttäuscht. „Da muss ich auch sagen: Danke an den Verein, dass er möglich gemacht hat, dass wir im Stadion spielen“, sagte Zimmer. „Und auch danke an jeden einzelnen Fan, der da war.“
Nach elf Minuten explodierte die Westkurve das erste Mal, als Stürmer Chinedu Chukwukelu nach Vorarbeit von Erik Müller den Ball über die Torlinie schob. Spätestens das 2:0, das erneut Chukwukelu – sein 14. Saisontreffer – nach einem Abpraller erzielte (22.), zerstreute die letzten Zweifel am Sieg, der Meisterschaft und dem Aufstieg in die Regionalliga. Der Jubel der Westkurve war noch nicht verklungen, da legte Shawn Blum nach einem Solo mit einem platzierten Flachschuss ins rechte Ecke das 3:0 nach (24.). Sein 15. Saisontreffer, damit kürte er sich zum besten Torschützen des Teams, war zugleich sein Abschiedstor: Blum wird den FCK II nach drei Jahren verlassen.
„Die ersten zehn Minuten war es noch ein wenig ein Abtasten“, sagte ein triefnasser Trainer Alexander Bugera, der so einige Bierduschen von seinen Spielern verpasst bekam, nach der Partie. „Dann wurde es viel, viel besser und wir haben wunderschöne Tore rausgespielt.“ Wunderschön war auch das 4:0 von Melvin Wiesnet, der einen abgewehrten Ball aus 25 Metern per Dropkick nahm und genau ins rechte Toreck traf (45.).
Treffer zum Genießen
Zu Beginn der zweiten Halbzeit gab es etwas Bemerkenswertes: Der erste Torschuss des FV Eppelborn durch Felix Guttmann, den FCK-Keeper Enis Kamga aber ohne Probleme fangen konnte (47.). Es sollte auch der letzte Torschuss der harmlosen Gäste gewesen sein, die dennoch sichtlich die ungewohnte Kulisse und das Spiel im Fritz-Walter-Stadion genossen.
Zum Genießen war auch der finale Treffer des FCK II. Zimmer lupfte den Ball genau in den Lauf von Müller, der mit einem Heber über den gegnerischen Torwart ins linke Eck traf (63.). Danach tat sich nicht mehr viel, beim FCK bereitete man sich an der Bank auf die Siegesfeierlichkeiten vor, Meister-T-Shirts mit dem Slogan: „Next Level, Regionalliga“ wurden verteilt. Schiedsrichter Luis Herrig wollte den Feierlichkeiten da auch nicht im Weg stehen, pfiff auf die Sekunde genau ab – um 16.48 Uhr war der FCK II Meister.
Langer Party-Abend
Während die Spieler auf dem Feld und die Fans jubelten, bekam Trainer Bugera seine erste Dusche. Noch kein Bier, zunächst war es der Inhalt der Kühlbox mit Eiswürfeln, den zwei Spieler über ihm ausschütteten. Der Rest war ausgiebiges Feiern mit den Fans in der Westkurve. Da wurde gehüpft, gesungen. „Die Jungs haben es sich einfach verdient, vor so einer Kulisse zu feiern“, sagte Bugera. Es war erst der Auftakt eines langen Party-Abends. „Wir haben da natürlich vorgeplant. Wir werden richtig schön feiern. Ich hoffe, dass das Wetter noch ein bisschen hält, weil es im Freien ist.“ Sprach’s und verschwand mit seinen Spielern in Richtung Innenstadt.
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