1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Fernsehgeld-Tabelle: Diese Klubs kann der FCK in dieser Saison überholen

EIn Fernsehteam filmt am Betzenberg: Die TV-Geld-Einnahmen sind ein wichtiger Posten im FCK-Etat.
EIn Fernsehteam filmt am Betzenberg: Die TV-Geld-Einnahmen sind ein wichtiger Posten im FCK-Etat.

Bei den Einnahmen aus den TV-Geldern hinkt der FCK vielen anderen Zweitligisten gewaltig hinterher. Aber die Lauterer könnten schon bald zum großen Sprung ansetzen.

Thomas Hengen wird nicht müde, den großen Nachteil des 1. FC Kaiserslautern anzusprechen, der den Klub noch immer in seiner Entwicklung bremst. „Wir sind in der Zweiten Liga bei den Fernsehgeldern rund vier Millionen Euro hinter Paderborn“, sagte der FCK-Geschäftsführer im November im RHEINPFALZ-Interview. „Eine Rückkehr in die Bundesliga wäre deshalb immens wichtig, um die 20 Jahre, die der Verein verloren hat, bestmöglich aufzuholen.“

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Zuschauer, Merchandise, Sponsoren – in allen relevanten wirtschaftlichen Bereichen wachsen die Lauterer. Nur im für die sportlichen Möglichkeiten mittlerweile wichtigsten Segment, bei den Einnahmen aus den Medienerlösen, wirken die vier Jahre in der Dritten Liga nach. Warum das so ist und welche Klubs der FCK in der Fernsehtabelle nach dieser Saison überholen kann – unser Überblick.

Die Systematik

Die Verteilung der Fernsehgelder in der 2. Bundesliga fußt auf einem von der Deutschen Fußball Liga (DFL) festgelegten Vier-Säulen-Modell. Das Unterhaus erhält aus den Medienerlösen in dieser Saison etwa 223 Millionen Euro, was einem Anteil von 20 Prozent an den TV-Geldern entspricht. Säule eins ist die Gleichverteilung (50 Prozent), ein Sockelbetrag von rund 7,4 Millionen Euro, der an alle 18 Zweitligisten ausgezahlt wird. Säule drei belohnt den Einsatz von eigenen Nachwuchsspielern (Anteil vier Prozent), Säule vier den Faktor „Interesse“ (drei Prozent), wie das größere Zuschauerinteresse bei Traditionsvereinen wie dem FCK.

Entscheidend ist aber die zweite Säule „Leistung“, die 43 Prozent der Gesamteinnahmen aus den TV-Geldern ausmacht. Dabei zählen im Rahmen einer Fünfjahreswertung die Platzierungen in der Zweiten Liga (sowie unter Umständen Saisons in der Ersten Liga). Dieses Ranking meint Geschäftsführer Hengen, wenn er von den weiter bestehenden Lauterer Nachteilen im Vergleich zur Konkurrenz spricht. In dieser Tabelle werden die Platzierungen der fünf Vorjahre anhand von Wertungspunkten gewichtet. Für Platz eins gibt es 18 Punkte, für den 18. Platz einen Zähler. Konstanz wird so belohnt, aber auch eine starke Performance in der jüngeren Vergangenheit. Die aktuelle Saison wird mit dem Faktor 5 multipliziert, die Vorsaison mit 4, bis hin zur Spielzeit vor fünf Jahren mit dem Faktor 1. Ein Beispiel: Bliebe der FCK in dieser Saison Sechster, gäbe es dafür 13 Punkte mal fünf, also insgesamt 65 Wertungspunkte. Auch wichtig für die Lauterer: Spielzeiten in der Dritten Liga werden mit null Punkten gewertet.

Die Bestandsaufnahme

Laut einer „Kicker“-Erhebung steht der FCK zurzeit in der TV-Geld-Tabelle mit Einnahmen von 8,81 Millionen nur auf dem zwölften Platz. Zum Vergleich: Die Bundesliga-Absteiger VfL Bochum (19,97 Millionen Euro) und Holstein Kiel (16,80) erhalten drastisch mehr als die Pfälzer, auch Rivalen wie Fortuna Düsseldorf (16,04) sind weiterhin enteilt.

Mit Blick auf die kommende Saison fällt beim FCK aber die letzte Drittliga-Spielzeit 2021/2022 aus der Rechnung. Die Wertungspunkte für Kaiserslautern dröseln sich aktuell wie folgt auf.

Saison 2021/2022: Dritte Liga = 0 Punkte

2022/2023: Zweite Liga, 9. Platz, 10 Punkte mal Faktor 2 = 20 Punkte

2023/2024: 13. Platz, 6 Punkte mal Faktor 3 = 18 Punkte

2024/2025: 7. Platz, 12 Punkte mal Faktor 4 = 48 Punkte

2025/2026: aktuell 6. Platz, 13 Punkte mal Faktor 5 = 65 Punkte

Addiert wären das 151 Wertungspunkte – wie viel diese wert sein könnten, dazu kommen wir nun.

Das Fersehgeld ist zur wichtigsten Einnahmequelle der Fußball-Profivereine geworden.
Das Fersehgeld ist zur wichtigsten Einnahmequelle der Fußball-Profivereine geworden.

Die Szenarien

Eingefleischte FCK-Fans müssen jetzt stark sein: Wir gehen in dieser Projektion davon aus, dass die Lauterer den Aufstieg in die Bundesliga in dieser Saison nicht mehr schaffen werden. Ansonsten ginge es um ganz andere Zahlen: Der Hamburger SV als Letzter im Bundesliga-TV-Geld-Ranking bekommt satte 31 Millionen Euro.

Würde der aktuelle Tabellenstand der Zweiten Liga so eingefroren, zögen die Pfälzer in der Fernsehgeld-Tabelle an zwei Vereinen vorbei, müssten aber auch einen Klub passieren lassen. Als Faustregel geht man davon aus, dass jeder Platz, den sich ein Zweitligist in der Fernsehtabelle verbessert, rund 300.000 Euro mehr an Einnahmen ausmacht.

Elversberg zöge vorbei

Mit 151 Wertungspunkten überholt der FCK nach aktuellem Stand die SpVgg Greuther Fürth (117) und den 1. FC Nürnberg (133), muss sich aber eines Angriffs der SV Elversberg (154) erwehren. Und jetzt beginnt die Rechnerei: Rutscht die SVE in der sportlichen Tabelle nur von Platz drei auf vier ab, verlören die Saarländer damit 15 Wertungspunkte und lägen wieder hinter dem FCK. Gleiches gilt, wenn die Lauterer statt Sechster am Ende Fünfter werden. An diesem Einzelfall erkennt man, wie wichtig der Kampf um jeden einzelnen Platz in der Endabrechnung für die Mannschaft von Trainer Torsten Lieberknecht ist, auch wenn es am Ende nicht für die ersten Drei reichen sollte.

Wer liegt perspektivisch sonst noch in Reichweite des FCK? Der Karlsruher SC (167 Punkte) muss aufpassen, in dieser Saison von Platz neun nicht weiter als Rang zwölf nach unten durchgereicht zu werden, wenn er nicht vom FCK überholt werden will. Auch Hannover 96 (180) und Fortuna Düsseldorf (184) besitzen nur noch ein dünnes Polster auf die Lauterer (151). Die Fortuna, zurzeit Zwölfter, müsste aber am Ende dieser Saison absteigen, um 2025/26 vom FCK überholt zu werden.

Zusammengefasst lässt sich sagen: Den ganz großen Sprung wird der 1. FC Kaiserslautern beim Fernsehgeld in der nächsten Saison nicht machen. Erst am Ende der Spielzeit 2026/2027, wenn auch die letzte Drittliga-Saison des FCK aus der Wertung fällt, wäre ein richtiger Satz nach oben möglich. Aber: Zu diesem Zeitpunkt wollen die Lauterer natürlich am liebsten ohnehin schon wieder in der Bundesliga spielen.

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