1. FC Kaiserslautern FCK verliert 2:3 gegen Magdeburg: Erst vorgeführt, dann Moral gezeigt

Luca Sirch kommt zu spät, Baris Atik erzielt das 1:0 für Magdeburg.
Luca Sirch kommt zu spät, Baris Atik erzielt das 1:0 für Magdeburg.

Der FCK präsentiert sich im letzten Spiel des Jahres lange desolat und liegt mit 0:3 zurück. Eine Aufholjagd kommt zu spät.

Die Aufholjagd blieb unbelohnt: Der 1. FC Kaiserslautern hat am Samstag das letzte Spiel des Fußball-Jahres gegen den 1. FC Magdeburg verdient mit 2:3 (0:2) verloren. Der lange schwache FCK lag nach Toren von Baris Atik (22.), Mateusz Zukowski (36.) und Alexander Nollenberger (49.) bereits mit 0:3 zurück, bevor Treffer von Daniel Hanslik (54.) und Marlon Ritter (58., Handelfmeter) die Spannung und die Hoffnung zurückbrachten. Zu einem Punktgewinn reichte es allerdings nicht mehr. Die Hinrunde beenden die Lauterer mit 27 Punkten auf dem siebten Platz.

Nach einer Gedenkminute für die vielen Opfer der furchtbaren Amokfahrt auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt vor genau einem Jahr ging es los – beide Mannschaften trugen Trauerflor. Im Magdeburger Block blieb es zunächst ruhig, „In tiefer Trauer“ stand auf einem Banner. Einzige Änderung in der FCK-Startelf im Vergleich zum 0:0 in Bielefeld: Mika Haas begann auf der linken Außenbahn statt Florian Kleinhansl.

45.181 Zuschauer auf dem Betzenberg sahen eine erste Halbzeit unter komplett umgekehrten Vorzeichen als erwartet. Abstiegskandidat Magdeburg zeigte eine überragende Vorstellung und führte verdient mit 2:0, der defensiv extrem anfällige FCK konnte froh sein, dass der Rückstand zur Pause bei einigen weiteren Großchancen der Sachsen-Anhaltiner nicht noch höher ausfiel.

In der Anfangsphase waren die Lauterer noch halbwegs drin in diesem Spiel gewesen, Daniel Hanslik bekam nach einer Haas-Flanke aus kurzer Distanz keinen Druck hinter seinen Abschluss (19.). Doch das 0:1 kurz später war ein echter Wirkungstreffer, von dem sich die Pfälzer bis zum Halbzeitpfiff nicht mehr erholen sollten. Eine Hereingabe verlängerte Maxwell Gyamfi unfreiwillig Richtung Tor, FCK-Torhüter Julian Krahl ließ prallen, der bei jedem Ballkontakt ausgepfiffene Baris Atik staubte ab (22.). Es war bereits das fünfte Tor des gebürtigen Frankenthalers gegen seinen Ex-Klub.

VAR prüft das Magdeburger 2:0

In Philipp Hercher hätte beinahe ein weiterer Ex-Lauterer getroffen, doch er schoss völlig frei vor Krahl drüber (32.). Das 2:0 war aber nur vertagt: Gyamfi konnte Zukowski zunächst noch blocken, doch der Magdeburger blieb am Ball und schoss trocken ins rechte Eck (36.). Dass Krahl, der gar nicht reagierte, dabei vom im Abseits stehenden Falko Michel wohl leicht irritiert wurde, blieb nach VAR-Prüfung unbeanstandet. In der 41. Minute wäre Noah Peschs Lupfer fast ins lange Eck gerutscht, auch Zukowski verpasste am langen Pfosten nur knapp. Es war eine unterirdische erste Halbzeit des FCK, deren schlimmen Eindruck auch Paul Joly nicht begradigen konnte, als er bei der besten Lauterer Gelegenheit aus elf Metern knapp vorbeischoss (45.+2).

Stattdessen schien kurz nach Wiederanpfiff das Spiel schon entschieden. Gyamfi verweigerte nach einem schönen Magdeburger Angriff gegen Nollenberger einfach den Zweikampf und es schlug zum dritten Mal hinter Krahl ein (49.). Doch plötzlich hielt dieses packende Spiel die nächste Wende bereit. Erst bediente Skyttä stark Hanslik, der zum schnellen 1:3 einschoss (54.). Und nachdem sich Magdeburgs Silas Gnaka ein völlig überflüssiges Handspiel im Strafraum geleistet hatte, war die Partie innerhalb von nur vier Minuten wieder scharf gestellt: Marlon Ritter verwandelte den Handelfmeter sicher zum 2:3 (58.). Die zuvor zeitweise apathischen FCK-Fans waren jetzt in voller Lautstärke zurück.

Marlon Ritter verkürzte vom Elfmeterpunkt auf 2:3.
Marlon Ritter verkürzte vom Elfmeterpunkt auf 2:3.

Doch Magdeburg fand wieder in seine Ordnung zurück und befreite sich vom maximalen Druck der Roten Teufel. Chancen auf den Ausgleich gab es dennoch: Ein Haas-Kopfball ging neben das Tor (80.), der eingewechselte Richmond Tachie gab dem Ball nicht genügend Richtungsänderung mit (81.). Auf der anderen Seite waren die Lücken in einem mittlerweile komplett wilden Spiel für Magdeburg auch riesig: Krahl entschärfte Nollenbergers Schuss an den Pfosten (82.). Ritter verhinderte gegen Maximilian Breunig mit einer Rettungsaktion auf der Linie noch das 2:4 (90.+3), dann war Schluss.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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