1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel FCK-Verantwortliche giften gegen Schiedsrichter

Der Augenblick des darauffolgenden Abgangs: FCK-Trainer Torsten Lieberknecht (rechts) sieht kurz erst die Gelbe und dann die Rot
Der Augenblick des darauffolgenden Abgangs: FCK-Trainer Torsten Lieberknecht (rechts) sieht kurz erst die Gelbe und dann die Rote Karte.

Die vierte Heimniederlage des FCK sorgt für erhitzte Gemüter. In der Kritik beim 1:2 gegen Paderborn steht der Schiedsrichter. Ein Punkt gerät dabei in den Hintergrund.

Torsten Lieberknecht hatte viel Zeit zur Selbstreflexion. Der Trainer des Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern musste die zweite Halbzeit gegen den SC Paderborn von der Medientribüne aus verfolgen – und durfte erst 30 Minuten nach Spielende wieder zu seiner Mannschaft. Lieberknecht hatte nämlich in der Halbzeitpause von Schiedsrichter Florian Exner erst die Gelbe, dann die Rote Karte gesehen. Der FCK-Trainer hatte sich zu sehr über die schwache Leistung des Schiedsrichtergespanns beklagt. „Ihr seid überfordert“, warf der FCK-Coach dem Unparteiischen an den Kopf. Auswirkungen auf den Spielausgang hatte der Platzverweis nicht. Der FCK verlor 1:2 (0:1) durch Tore von Calvin Brackelmann (45.+7), Filip Bilbija (90.+5) sowie dem Lauterer Anschlusstreffer von Kenny Prince Redondo (90.+8) vor fast 45.000 Zuschauern.

Schiedsrichter Florian Exner zog am Samstag nicht nur den Unmut der Spieler des FCK auf sich.
Schiedsrichter Florian Exner zog am Samstag nicht nur den Unmut der Spieler des FCK auf sich.

Es war die vierte Heimniederlage für den FCK in der aktuellen Zweitliga-Saison. Es war eine Niederlage, die für viel Diskussionsstoff sorgte, die die Gemüter in Rage brachte, die aber auch zeigte, dass der FCK einen Makel nicht abzulegen vermag. Denn immer dann, wenn Kaiserslautern die Möglichkeit hat, die Lücke zur Tabellenspitze zu verkleinern oder Ausrutscher der Konkurrenz zu nutzen, patzt der FCK. Am Samstag gegen den SC Paderborn dürfen die Begleitumstände auf dem Betzenberg nicht übertünchen, dass die Leistung des FCK ziemlich dürftig war. So hatte der FCK keine Großchance in den fast 110 Minuten Spielzeit. Nach dem 0:1 durch Brackelmann fehlte eine klare Linie. Torsten Lieberknecht sprach von fehlender Präzision. Den schlechten Rasen im Fritz-Walter-Stadion wollte der FCK-Trainer nicht als Entschuldigung heranziehen. „Es gibt bessere Plätze in der Zweiten Liga“, sagte er. Dabei hatte der FCK den Rasen erst vor etwas mehr als zwei Monaten für 200.000 Euro neu verlegt.

FCK in kurzer Zeit wieder benachteiligt

Es war am Samstag das zweite Mal in kurzer Zeit, dass das Spiel maßgeblich durch den Schiedsrichter oder den Videoassistenten beeinflusst wurde. Ende Januar verlor der FCK 1:3 gegen die SV Elversberg. Damals sah Leon Robinson die Rote Karte, nachdem die Szene gegen Maximilian Rohr lange geprüft wurde. Der Platzverweis hatte Auswirkungen auf den weiteren Spielverlauf.

Die umstrittene Szene, die zum 2:0 führt. Lauterns Fabian Kunze (rechts) soll Kennedy Okpala gefoult haben.
Die umstrittene Szene, die zum 2:0 führt. Lauterns Fabian Kunze (rechts) soll Kennedy Okpala gefoult haben.

Am Samstag gegen Paderborn waren es mehrere Entscheidungen, die die Emotionen auf dem Betzenberg kochen ließen. „Das Spiel wurde wild durch Entscheidungen, die schwer zu ertragen sind“, echauffierte sich Lieberknecht. Schiedsrichter Florian Exner hatte mit umstrittenen Pfiffen das Spiel durchaus beeinflusst.

Schiedsrichterbeobachter widerspricht Exner

So entschied er, in der sechsten Minute einen Zweikampf zwischen Felix Götze und FCK-Stürmer Norman Bassette im Strafraum nicht als Elfmeter zu werten. Es war kein Muss-Elfmeter. Allerdings hätte Exner dann seiner Linie treu bleiben müssen und einen alltäglichen Zweikampf zwischen Lauterns Abwehrspieler Atanas Chernev und Stefano Marino nicht als Freistoß werten dürfen. Denn es war kein Foul. Das sagte selbst der DFB-Schiedsrichterbeobachter auf Nachfrage. Doch führte dieser Freistoß zum 1:0 für Paderborn. Für Lieberknecht war dies der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Er eilte zu Exner, nachdem dieser wenige Sekunden danach zur Halbzeit gepfiffen hatte und beklagte sich bei ihm – in einem Moment voller Emotionen. „Es war berechtigt, dass ich die Karten bekommen habe. Da muss ich mich besser im Griff haben“, sagte Lieberknecht später: „Es geht aber um Linien. Die vermisst man. Es gibt Schiedsrichter, mit denen hat man einen guten Austausch, andere sind etwas extrovertierter.“

„Er drohte mir mit der Roten Karte“, sagte FCK-Sportdirektor Marcel Klos (Zweiter von rechts) zum Versuch mit Schiedsrichter Flo
»Er drohte mir mit der Roten Karte«, sagte FCK-Sportdirektor Marcel Klos (Zweiter von rechts) zum Versuch mit Schiedsrichter Florian Exner ins Gespräch zu kommen.

Exner war am Samstag nicht bereit, sich mit den Verantwortlichen und den Medien auszutauschen. „Ich gehe nach dem Spiel auch noch mal hin und er droht mir sofort mit der Roten Karte“, sagte FCK-Sportdirektor Marcel Klos: „Ich halte mich nach außen immer bedeckt und versuche das auch neutral zu sehen, aber wenn man sich heute die Schiedsrichterleistung ansieht, dann ist es einfach bodenlos.“ Denn es wurde noch schlimmer für den FCK. Vor dem 0:2 durch Bilbija berührte der eingewechselte gebürtige Neustadter Kennedy Okpala den Ball mit der Hand. Doch Exner gab Elfmeter, weil Lauterns Fabian Kunze den Paderborner Stürmer kurz danach gefoult habe. Lange Zeit prüfte Exner die Szene am Bildschirm – abermals eine sehr strittige Entscheidung.

Paderborner Profis feiern im Sonderzug

„Paderborn war eine gute Mannschaft, wir haben gut dagegengehalten und der Schiedsrichter war nicht auf dem Niveau“, sagte FCK-Mittelfeldspieler Semih Sahin. Am Ende hatte sogar Paderborns Trainer Ralf Kettemann etwas Mitgefühl mit dem FCK: „Ich verstehe Kaiserslautern, dass es mit den Entscheidungen nicht einverstanden ist.“ Seinen Profis war die Schiedsrichter-Debatte vom Betzenberg reichlich egal: Teile der Mannschaft fuhren im Sonderzug mit den Fans zurück nach Ostwestfalen – und feierten fleißig mit, wie berichtet wurde.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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