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FCK-Torschütze Sahin: „Wir können leiden“
Die Premiere hatte eine kuriose Note. Noch nie erzielte Semih Sahin ein Kopfballtor in seiner Profilaufbahn. Am Samstag gegen Greuther Fürth gelang dem 26 Jahre alte Sahin dies nun. Der vor der Saison für 1,5 Millionen Euro von der SV Elversberg gekommene Mittelfeldspieler köpfte den Siegtreffer.
Allerdings war es ein durchaus außergewöhnliches Kopfballtor – für Sahin und generell. Aus fast 17 Metern segelte der Ball über alle Spieler hinweg und senkte sich ins Tor. „An einem guten Tag geht der Ball rein wie heute, an einem anderen Tag fliegt er drüber oder der Torwart hält ihn“, sagte Sahin: „Wenn ich sage, ich hatte das so vor, dann würde ich lügen.“
Kuriose Rekorde
Mit diesem Kopfballtor hat sich Semih Sahin einen Eintrag in der Rubrik kuriose Kopfballtore gesichert. Den Rekord in der Zweiten Bundesliga hält übrigens Michele Rizzi vom SC Preußen Münster. Er köpfte in der Saison 2017/18 aus etwa 21,5 Metern den Ball ins Tor. Ein noch weiteres Kopfballtor im deutschen Profifußball gelang Thomas Meißner (MSV Duisburg) – allerdings in der Dritten Liga. Er traf 2014 aus einer gemessenen Distanz von 24,5 Metern gegen Hansa Rostock.
Mit solchen Statistiken setzt sich Sahin nicht auseinander. Doch eine Zahl interessiert ihn doch. Das Tor gegen Fürth war sein zweiter Treffer in dieser Saison für den FCK. Das erste Tor erzielte Sahin am 18. Januar dieses Jahres beim 3:1-Erfolg gegen Hannover 96. Damals traf er zum 2:1. Und damals saß er erstmals in dieser Spielzeit auf der Ersatzbank. Trainer Torsten Lieberknecht hatte diesen Schritt mit einem „typischen Lieberknecht’schen Über-Nacht-Bauchimpuls “ begründet.
Gegen Fürth gehörte Sahin der Startelf an. Mit 12,1 Kilometer war er der lauffreudigste Spieler. In dieser Saison lief nur Luca Sirch (215,8 Kilometer) mehr als Sahin (212,3).
Sonderlob vom Trainer
„Das war ein hart erkämpfter Arbeitssieg“, sagte Sahin. Die Erkenntnis des Spiels war für der Deutsch-Türken: „Wir können leiden und den Schweinehund überwinden. Wir hatten uns vorgenommen, dass wir mit Überzeugung und frei aufspielen“, sagte Sahin: „Mit dem frei aufspielen hat nicht ganz geklappt.“
Darüber sah Lieberknecht hinweg: „Es freut mich für Sahin, er war unermüdlich unterwegs. Was will man als Betze-Fan mehr, wenn man so einen Jungen in den eigenen Reihen hat.“
