1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel FCK-Stürmer Daniel Hanslik – darum reicht es nicht für einen Stammplatz

Das Tor von Daniel Hanslik (links) zum 2:0 gegen Dynamo Dresden am Samstag wurde nicht anerkannt, weil der Ball zuvor die Hand v
Das Tor von Daniel Hanslik (links) zum 2:0 gegen Dynamo Dresden am Samstag wurde nicht anerkannt, weil der Ball zuvor die Hand von Mitspieler Fabian Kunze (Mitte) touchiert hatte.

Friedhelm Funkel adelte Daniel Hanslik als Betze-Spieler. Der FCK-Stürmer muss sich mit der Rolle des Einwechselspielers zufriedengeben. Warum, das sagt Trainer Lieberknecht.

Es gab schon bessere Zeiten für Daniel Hanslik. In der Hinrunde der vergangenen Saison war der heute 29 Jahre alte Stürmer des Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern der Gewinner. Sechs Tore erzielte er in den ersten 17 Partien, hinzu kamen sechs Vorlagen. Kein anderer FCK-Spieler kam an diesen Wert heran. Auch zu Beginn der Rückrunde spielte der FCK immer dann äußerst erfolgreich, wenn Hanslik in der Startelf stand. Bei den Siegen gegen Ulm (2:1), in Fürth (4:2) und zu Hause gegen Preußen Münster (2:1) gehörte Hanslik zur Startformation. Als der damalige Trainer Markus Anfang den Offensivspieler auf die Ersatzbank beorderte, blieb der Erfolg aus. Dabei geht es im Profigeschäft nur um den Erfolg. Die Trainer stellen ihr Team unter den Gesichtspunkten auf, nach denen sie die größten Möglichkeiten sehen, Spiele zu gewinnen.

Der aktuelle FCK-Trainer Torsten Lieberknecht vertraute bislang vornehmlich Ivan Prtajin. Der vor der Saison von Bundesligist Union Berlin gekommene Kroate erzielte in dieser Runde acht Tore in elf Spielen. Doch Prtajin wird dem FCK wohl einige Monate fehlen: Im DFB-Pokal bei Hertha BSC zog er sich einen Muskelbündelriss zu. Weil auch Mahir Emreli verletzt ist, baut Lieberknecht nun auf Daniel Hanslik.

Am Samstag beim 3:1-Sieg gegen Dynamo Dresden bereitete er das 1:0 durch Naatan Skyttä vor und erzielte das vermeintliche 2:0 selbst. Doch Hansliks Kopfball wurde nicht anerkannt, weil der Ball zuvor die Hand von Mitspieler Fabian Kunze touchiert hatte. Für Hanslik war es die vierte Torvorlage im achten Saisonspiel. Seinen bislang einzigen Treffer erzielte er beim 1:1 gegen Nürnberg. „Ihm fehlt nichts, die Konkurrenz ist da“, sagt Torsten Lieberknecht: „Nur das ist der Grund, warum er nicht von Beginn an spielt, weil wir im Offensivbereich eine starke Konkurrenzsituation haben, zudem ist er zu Saisonbeginn verletzungsbedingt einige Zeit ausgefallen.“ In den fünf Spielen, in denen Hanslik in der Startelf stand, holte der FCK acht Punkte, ohne ihn in zehn Spielen 18 Zähler – wobei Hanslik sechs Spiele verletzt ausfiel.

Bei Fortuna Düsseldorf stürmten Daniel Hanslik (rechts) und Ivan Prtajin zusammen.
Bei Fortuna Düsseldorf stürmten Daniel Hanslik (rechts) und Ivan Prtajin zusammen.

Daniel Hanslik ist für Lieberknecht durchaus ein Härtefall. „Bei den Entscheidungen für oder mal gegen ihn, da ist er immer fein, weil er sich als totaler Mannschaftsspieler sieht. Ich bin total happy, dass ich ihn habe und ihn so habe, wie er sich zeigt, nämlich dass er immer ans Team denkt“, sagt der FCK-Coach. Hanslik ist im Team hoch angesehen. Er gehört dem Mannschaftsrat an, auch schon vorige Runde. „Er bekommt seine Zeiten als Einwechselspieler und nun als Startelfkandidat. Er nutzt seine Chancen. Wir haben einen super Austausch. Ich weiß, dass er immer gerne von Anfang spielen würde. Aber er weiß um seine Rolle für das Team“, betont Lieberknecht.

Hanslik verkörpert die Betze-Tugenden

Für Hanslik ist die Situation nicht neu. Unter Dirk Schuster spielte er wenig, Dimitrios Grammozis baute nicht auf ihn. Erst Friedhelm Funkel vertraute wieder auf ihn und adelte ihn für seine feine menschliche Art und seine sportlich ungemein professionelle Einstellung als „Betze-Spieler“. Unter Markus Anfang spielte er die beste Hinrunde beim FCK, bildete mit Ragnar Ache und Daisuke Yokota das „magische Dreieck“. Hanslik verkörpert Galligkeit, Gier, Mentalität, Professionalität, Leidenschaft.

Attribute, die auch FCK-Geschäftsführer Thomas Hengen immer wieder fordert, wenn es beim FCK mal nicht läuft, zuletzt vor dem DFB-Pokal-Spiel in Berlin. Hanslik ist jemand, der nie aufgibt, der vorneweg geht und der mit seinen Aufgaben, die er bekommt, immer sehr seriös umgeht. Er ist zudem vielseitig einsetzbar.

Beim 2:1-Auftaktsieg in Ulm vorige Runde begann er zunächst im Sturm, um die Partie im defensiven Mittelfeld zu beenden. Die Vielseitigkeit machte ihn unter vielen Trainern so wertvoll. „Ich glaube, für einige Trainer kann das ein Segen sein, für andere ein Fluch. Ich kann mich schnell in jede Position reindenken und ich bringe überall eine gewisse Qualität mit. Das zeichnet mich aus“, sagte Hanslik Ende November 2024 dieser Zeitung. Zu seiner aktuellen Situation wollte sich Hanslik, der sich sonst regelmäßig den Fragen der Medien stellt und ein bereitwilliger Gesprächspartner ist, weder am Samstag nach dem Spiel gegen Dresden noch am Dienstag nach dem Training äußern.

Daniel Hanslik ist ein Mannschaftsspieler. Er gab die meisten Vorlagen vergangene Saison, die zu Toren führten. Auch diese Runde
Daniel Hanslik ist ein Mannschaftsspieler. Er gab die meisten Vorlagen vergangene Saison, die zu Toren führten. Auch diese Runde bereitete er vier Tore vor, einmal traf er bislang.

In der Einheit am Dienstag war Hanslik einer von nur 17 Feldspielern und vier Torhütern. Neben den Verletzten und Rekonvaleszenten Simon Asta (Kreuzbandanriss), Kenny Prince Redondo (Zehgelenk-Probleme), Ivan Prtajin (Muskelbündelriss), Mahir Emreli (Teilabriss der Adduktorensehne), Ji-soo Kim (muskuläre Probleme) fehlten Julian Krahl, Naatan Skyttä und Paul Joly.

Torwart Krahl trat kürzer, weil er sich am Samstag am Knie leicht verletzt hatte. Eine MRT-Untersuchung brachte aber Entwarnung. Krahl ließ sich am Dienstag behandeln. Trainer Lieberknecht rechnet mit dem Keeper wieder am Mittwoch. Außenbahnspieler Paul Joly spürte laut Lieberknecht am Dienstagmorgen bei Vorübungen zum Training ein Zwicken im Oberschenkel. Daher ließ er dies von den Teamärzten abklären. Naatan Skyttä fühlte sich in der Nacht von Sonntag auf Montag unwohl: Er musste sich übergeben. Lieberknecht vermutet, dass dies mit einer Mahlzeit zusammenhänge, die Skyttä zu sich nahm. Mit dem finnischen Nationalspieler rechnet er aber wieder im Training.

Dagegen humpelte Dion Hofmeister am Dienstag vom Trainingsplatz. Er hatte sich am Knie verletzt und wurde noch am Platz behandelt. Das 16 Jahre alte Talent versuchte es mit leichtem Joggen, musste aber abbrechen. Mit einem dicken Eisbeutel ums rechte Knie trottete der Mittelfeldspieler schließlich vom Platz.

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