1. FC Kaiserslautern
FCK-Sportdirektor Klos: „Wenn man sich heute die Schiedsrichterleistung ansieht, dann ist es einfach bodenlos“
Marcel Klos, Sportdirektor des 1. FC Kaiserslautern:
Ich muss mich auch noch mal sortieren, weil heute natürlich wieder sehr viel los war. Ich halte mich nach außen immer bedeckt und versuche das auch neutral zu sehen, aber wenn man sich heute die Schiedsrichterleistung ansieht, dann ist es einfach bodenlos. Ich kann es nicht mehr nachvollziehen. Norman Bassette bekommt in der ersten Halbzeit nicht den Elfmeter, das gleiche Foul führt zum Freistoß und zu einer spielentscheidenden Situation, weil wir danach 0:1 hinten liegen. Vor dem 0:2 ist in der Aktion davor ein klares Handspiel von Okpala, zweimal – was sie sich noch draußen angucken. Das muss man sich nicht anschauen, weil es glasklar ist. Durch diese zwei Fehlentscheidungen verlieren wir auch mit das Spiel. Ich bin es einfach leid, weil keine klaren Linie zu erkennen sind. Torsten Lieberknecht bekommt eine Gelbe Karte, wo wir nicht mal wissen, wofür eigentlich und ich mir ein bisschen Fingerspitzengefühl wünsche. Dann geh ich nach dem Spiel auch noch mal hin und er droht mir sofort mit der Roten Karte.
Zur Frage, ob man in Deutschland ein grundlegendes Problem mit den Schiedsrichtern habe:
Ich bin es einfach leid. Ich bin jedes Mal nach dem Spiel in der Schiedsrichterkabine, wo keiner mit mir sprechen will und ich mich fragen: Warum eigentlich? Es ist jetzt noch emotional, aber es ist nicht heute so.
Zur Frage, ob man den VAR abschaffen sollte:
Ich gebe mal ein Beispiel. Ich war am Dienstag ein Championship-Spiel (Zweite Liga in England) gucken, da gibt es keinen VAR. Es war ein ganz anderes Spiel, wo die Entscheidungsfindung des Schiedsrichters noch nicht einmal hinterfragt worden ist.
Zur Frage, warum sich der FCK so schwertat, den SC Paderborn zu bespielen:
Was heißt schwertun? Normalerweise gehen wir mit einem 0:0 in die Halbzeit. Wir kommen direkt mit der ersten guten Chance aus der Kabine, dann ist es ein Abnutzungskampf. Für mich ist es hier ein 0:0, ein 1:1, ein knappes Ergebnis.
Luca Sirch, Abwehrspieler des FCK:
Ich sage ungern etwas gegen den Schiedsrichter, sie haben auch einen schweren Job. Aber manchmal hat er sehr kleinlich gepfiffen, manchmal bekommst du im Laufen einen Bodycheck und er pfeift nicht. Du fragst dich schon: Was darf ich machen, was darf der Gegner machen? Ich weiß nicht, was ich da sagen soll.
Zum Sportlichen: Uns hat ein bisschen die Durchschlagskraft gefehlt, wir hatten jetzt auch nicht so die großen Chancen, das muss man ehrlich sagen. Wir haben alles versucht, alles gegeben. Es war heute nicht mehr drin.
Ralf Kettemann, Trainer des SC Paderborn:
Es ist wirklich etwas Spezielles hier zu spielen. Die Leidenschaft der Menschen ist krass. Ich ziehe den Hut, dass wir an die Leistungen der vergangenen Woche anknüpfen konnten. Es ist ein verdienter Auswärtssieg. Wir hatten das Spiel nach dem 1:0 weitestgehend im Griff und hätten früher das 2:0 machen müssen. Respekt an die Jungs, dass sie sich so wehren.
Zum 1:0: Es sieht so aus, dass er wegrutscht und es kein Foul ist. Ich weiß, dass der Schiedsrichter jede Woche ein Teil des Spiels ist. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht immer zu sehr auf diese vier Schiedsrichter drauf eingehen. Es war eine Situation, die in meiner Wahrnehmung keine wahnsinnige Fehlentscheidung war. Aus der ersten Sicht war es für mich ein klares Foulspiel, jetzt, als ich die Bilder sah, war es kein klares Foulspiel. Vielleicht können wir mehr über die Fans und die Spieler auf dem Platz reden, die ihr Herz hierlassen. Ich verstehe auch Kaiserslautern, dass sie mit den Entscheidungen nicht einverstanden ist.
Torsten Lieberknecht, Trainer des 1. FC Kaiserslautern:
Wir haben gegen einen starken Gegner verloren, der sich nicht nur heute so stark präsentiert hatte, sondern schon die Woche zuvor gegen Hertha BSC. In der ersten Halbzeit hatten wir Situationen gut verteidigt. Es gab die ein oder andere Situation, die nicht so gefährlich war im Abschluss. Die Szene an Norman Bassette hätte man als Elfmeter werten müssen. Das 0:1 war eine Freistoßentscheidung gegen uns. Dann wurde es dieses wilde Spiel. Wir hatten nach der Halbzeit die Doppelchance durch Bassette und Joly zum Ausgleich zu kommen. Wir konnten nicht so richtig Druck entfachen. Mit dem 1:2 gab es ein Fünkchen Hoffnung.
Es gab viele Momente, die uns enttäuscht zurücklassen. Da wäre die Situation, wie wir uns sehen, bewerten und zweitens jemand, der so ein Spiel mitbewertet.
Zum schlechten Platz: Ich will den Platz nicht als Entschuldigung nehmen, es gibt bessere Plätze in der Zweiten Liga.
Zu den Vorzeichen: Wir haben im Vorfeld viele Situationen behandeln müssen. Mika Hass fiel krank aus. Dann kamen Spieler aus langwierigen Verletzungen zurückkommen. Das hat man gesehen. Es war nicht unbedingt eine Mannschaft da, die zusammen im Rhythmus gespielt hatte, aber bis zum Schluss auf dem Platz alles gab. Die Präzision stimmte nicht, aber wir standen defensiv besser. Wie kam das Ganze zustande? Es war nicht das Spiel, wenn es unentschieden ausgeht, wäre das Ergebnis auch okay gewesen. Wenn ich die Summe aller Entscheidungen sehe, dann wurden wir nicht vom Glück geküsst.
Zu seiner Gelb-Roten Karte:
Es war berechtigt, dass ich die Karten bekommen habe. Für das Betreten des Platzes sah ich die Gelbe Karte und dann für die Aussagen von mir. Ich hatte das Gefühl, dass das Gespann sehr überfordert wirkte. Da muss ich mich besser im Griff haben,
Semih Sahin, Mittelfeldspieler des FCK:
Paderborn war eine gute Mannschaft, wir haben gut dagegengehalten und der Schiedsrichter war nicht auf dem Niveau. Der Freistoß zum 0:1 war eine strittige Situation. Es ist eine entscheidende Szene. Wenn man zwei Gegentore bekommt durch strittige Szenen, dann ist es ärgerlich und dann wird zurecht über den Schiedsrichter diskutiert.
