1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel FCK-Mutmacher: Wann kann Tormaschine Prtajin wieder spielen?

Ein Ende der Leidenszeit steht bevor: FCK-Torjäger Ivan Prtajin könnte im Lauf der Hinrunde sein Comeback feiern.
Ein Ende der Leidenszeit steht bevor: FCK-Torjäger Ivan Prtajin könnte im Lauf der Hinrunde sein Comeback feiern.

Welche Rolle kann der 1. FC Kaiserslautern in der kommenden Zweitliga-Saison spielen? Für Prognosen ist es noch zu früh. Aber es gibt einige Gründe, optimistisch zu sein.

Spieler und Trainer des 1. FC Kaiserslautern haben sich in den Urlaub verabschiedet. Mal für ein paar Wochen an etwas anderes denken als Fußball. Aber schon bald wird sich der Fokus auf die nächste Zweitliga-Saison drehen. Wir stellen fünf Gründe vor, warum der FCK optimistisch in die kommende Spielzeit gehen kann.

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Das Gerüst steht

Wenn man alleine auf die Transferbewegungen schaut, wird sich im Kader des FCK im Sommer wieder sehr viel tun. Für die sechs Leihspieler, die nach Informationen dieser Zeitung allesamt keine sportliche Perspektive auf dem Betzenberg mehr haben, müssen neue Arbeitgeber gefunden werden. Das betrifft Jan Elvedi (Fürth), Jannis Heuer (Münster), Frank Ronstadt (Viktoria Köln), Faride Alidou (Braunschweig), Dickson Abiama und Jannik Mause (beide RW Essen).

Da aber in Luca Sirch und Ji-soo Kim zumindest bisher nur zwei Stammspieler den Klub verlassen haben, sieht es Stand jetzt so aus, dass der ganz große und substanzielle Umbruch beim Personal ausbleiben wird. Der FCK kann diesmal auf gewachsenen Strukturen aufbauen, auf einem Gerüst um Fixpunkte wie Julian Krahl, Fabian Kunze, Semih Sahin, Marlon Ritter und Naatan Skyttä, sofern für den finnischen Kreativspieler nicht noch ein unmoralisches Angebot hereinflattert.

Der Kader muss nur noch punktuell verstärkt werden, vor allem in der Defensive, aber generell könnte sich die personelle Kontinuität – auch auf der Trainerposition – als Plus im Vergleich zu etlichen Konkurrenten herausstellen. Denn große Umbrüche erzeugen in der Regel auch große Reibungsverluste in der ersten Phase der Saison.

Auch Semih Sahin (links) kennt den FCK jetzt besser.
Auch Semih Sahin (links) kennt den FCK jetzt besser.

Eine gewachsene Mannschaft

Profis wie Sahin, Kunze oder Mergim Berisha, die noch nicht lange beim FCK sind, kennen nach einer Saison voller Höhen und Tiefen die Besonderheiten dieses emotionalen Traditionsvereins mit seinen Ausschlägen jetzt besser. Sie wissen außerden um die Stärken und Schwächen ihrer Mitspieler und haben verinnerlicht, welchen Fußball Trainer Torsten Lieberknecht spielen lassen will. Mit einer kompletten Vorbereitung im Rücken sollte diese Eingespieltheit und Sicherheit in den Abläufen auch konstanter an den Leistungen auf dem Platz abzulesen zu sein. Das könnte ein wertvolles Faustpfand werden. In einer funktionierenden Mannschaft mit einer intakten Hierarchie tun sich auch junge Hoffnungsträger wie Eigengewächs David Schramm leichter, das eigene Niveau zu verbessern.

Packt Torsten Lieberknecht den Aufstieg wieder in Jahr zwei?
Packt Torsten Lieberknecht den Aufstieg wieder in Jahr zwei?

Der Lieberknecht-Faktor

Lässt man die vier Spiele am Ende der Saison 2024/2025 außen vor, geht Trainer Torsten Lieberknecht in seine zweite volle Spielzeit beim FCK. Auf seinen Stationen bei Eintracht Braunschweig (2013) und beim SV Darmstadt 98 (2023) gelang dem Haßlocher in eben jenem zweiten Zweitliga-Jahr jeweils der Aufstieg. Wiederholt sich die Geschichte ein drittes Mal? Den FCK-Fans wäre es sicher recht, wenn Lieberknecht seinen „Traum“ von der Bundesliga mit seinem Heimatverein schon im Mai 2027 verwirklichen könnte.

Die Rückkehr der Tormaschine

Wenn man im Rückblick einen konkreten Zeitpunkt benennen will, an dem die Aufstiegshoffnungen des FCK in der zurückliegenden Saison den wohl entscheidenden Dämpfer bekommen haben, stößt man direkt auf die 1:3-Heimniederlage gegen die SV Elversberg am 31. Januar. In jenem Spiel riss beim quasi unersetzlichen Tormaschine Ivan Prtajin die Achillessehne – und ohne den kroatischen Mittelstürmer verloren die Lauterer den Kontakt zu den Aufstiegsplätzen.

Trotz seiner Verletzung zu Beginn der Rückrunde ist Prtajin mit elf Toren der beste FCK-Torschütze in der abgelaufenen Saison geblieben. In den restlichen 14 Saisonspielen gelangen den Vertretern des 30-jährigen Kroaten nur noch sechs Stürmertore. Was seinen immensen Stellenwert für das Team untermauert.

Die gute Nachricht ist, dass Prtajin in der kommenden Saison in die Mannschaft zurückkehren wird. Die Frage ist nur, wann. Zum Start in die Vorbereitung wird es sehr sicher noch nicht reichen, intern rechnen sie beim FCK damit, dass Prtajin im Herbst wieder auf dem Trainingsplatz stehen könnte. Ein Risiko wird aber niemand eingehen. Es könnte deshalb auch sein, dass die Lauterer noch in der kompletten Hinrunde auf ihren Torjäger verzichten müssen.

Die Ausgeglichenheit der Liga

Trotz des überraschenden Abstiegs des VfL Wolfsburg in der Relegation gegen den SC Paderborn bleibt die Leistungsdichte in der Zweiten Liga eng. Beim VW-Klub wird der monumentale Umbruch nach 29 Jahren Bundesliga mit Sicherheit für Anpassungsprobleme an das neue sportliche Umfeld sorgen.

Die beiden anderen Absteiger 1. FC Heidenheim und FC St. Pauli sind keine Klubs, die man aufgrund ihrer Historie oder Finanzkraft zu den natürlichen Ausstiegskandidaten zählen muss. Mindestens die halbe Liga wird Richtung Top 3 blinzeln, der FCK bewegt sich dabei im erweiterten Kandidatenfeld für die Spitzenplätze auf Augenhöhe mit ambitionierten Konkurrenten wie Hannover, Hertha, Bochum und vielleicht Nürnberg oder Kiel.

Wenn viele auf einem ähnlichen Niveau unterwegs sind, steigt die Chance, sich mit einer guten Saison selbst oben festbeißen zu können. Zumal sich in Elversberg und dem SC Paderborn zwei Klubs nach oben verabschiedet haben, gegen die der FCK in der vergangenen Saison jeweils genau null Punkte geholt hat.

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