1. FC Kaiserslautern
FCK-Kapitän Ritter macht Ansage: „Wir werden die Saison nicht abschenken“
Für Marlon Ritter gibt es wenige Dinge, die schlimmer sind, als draußen zu sitzen. Von der Tribüne oder der Bank aus dabei zuschauen zu müssen, wie seine Mitspieler beim 1. FC Kaiserslautern versuchen, den nächsten Sieg einzufahren. Am schlimmsten ist es für den erklärten Wettkampftypen aber, wenn ohne ihn am Ende eine Niederlage steht. Wie beim 1:2 gegen den SC Paderborn, als der FCK-Kapitän wegen seiner fünften Gelben Karte gesperrt fehlte.
„Die Niederlage tat sehr weh, wir hätten die drei Punkte gut gebrauchen können“, sagt Ritter im Rückblick. „Alle waren geknickt, weil wir uns mehr vorgestellt haben und mehr drin war. Dass es nicht unser bestes Spiel war, weiß auch jeder. Aber wie die Niederlage zustande gekommen ist, war dann schon unglücklich.“ Schiedsrichter Florian Exner hatte die Lauterer in zwei spielentscheidenden Szenen vor den Paderborner Toren klar benachteiligt.
In Abwesenheit seines Führungsspielers hatte es FCK-Trainer Torsten Lieberknecht im offensiven Mittelfeld mit Eigengewächs Owen Gibs (19) versucht – das Lauterer Talent gab sich viel Mühe, stieß aber bei seinem Startelf-Debüt in der Zweiten Liga auch (noch) an Grenzen. „Owen hat das wirklich nicht schlecht gemacht für sein erstes Spiel“, sagt Lieberknecht. Aber wenn es am Samstag (20.30 Uhr, Liveblog auf rheinpfalz.de) in Ritters alter Heimat zum VfL Bochum geht, führt am gebürtigen Essener wieder kein Weg vorbei.
Er bleibt ein Fixstern im FCK-Kosmos. Jemand, an dem sich die anderen orientieren und aufrichten. „Die Spieler haben schon ein gutes Gefühl, wenn Marlon mit drauf ist. Weil er auch in vielen Situationen ein Schlitzohr ist. Auch gegen Paderborn hätte er in der einen oder anderen Szene vielleicht den Unterschied machen können“, sagt Lieberknecht, der sich erneut als „Fan“ seines Ankerspielers outete, der in dieser Saison bisher sechs Tore erzielt hat und damit im internen Ranking hinter Ivan Prtajin (11) und Naatan Skyttä (9) auf dem dritten Platz liegt. „Ich halte große Stücke auf ihn und bin froh, dass er am Samstagabend als Kapitän die Mannschaft anführt.“
Vorfreude auf die Fußball-Romantik an der Castroper Straße
Wenn das Flutlicht an der Castroper Straße eingeschaltet ist, wird die gute, alte Fußballromantik spürbar werden. „Es gibt nicht viele Spiele, die so schön sind wie in Bochum. Das ist ein super Stadion mit super Stimmung“, sagt Ritter. „Für mich gibt es sowieso keine schöneren Spiele als Abendspiele, und dann auch vor so einer Kulisse. Es wird eng und laut, das macht viel Spaß. Aber auch nur, wenn man etwas Zählbares mitnimmt.“
Zählbares haben die Lauterer in einer mittelmäßigen Rückrunde (3 Siege/1 Unentschieden/3 Niederlagen) bisher insgesamt zu selten mitgenommen. Zumindest, um weiter eine Rolle im Aufstiegsrennen spielen zu können. Der FCK hat abreißen lassen, zu Platz drei sind es bereits acht Punkte Rückstand.
Ritter ist allerdings davon überzeugt, dass sich die Mannschaft nicht hängenlassen wird, auch wenn das große Ziel außer Reichweite geraten ist. „Wir werden die Saison nicht abschenken, es sind noch viele Punkte zu holen. Ich glaube nicht, dass es einen Spannungsabfall geben wird. Wir wissen, für was für einen Verein wir auflaufen und dass die Fans uns siegen sehen wollen. Wir gucken jetzt von Spiel zu Spiel und schauen dann einmal, wofür es am Ende reicht“, bekundet der 31-Jährige.
Auch wenn Ritter mittlerweile auf eine lange Karriere zurückblickt, steht am Samstag eine kleine Ruhrstadion-Premiere für ihn an. Denn in den vergangenen acht Jahren spielten FCK und Bochum stets in unterschiedlichen Ligen, und zu seinen Zeiten beim SC Paderborn (2017 bis 2020) musste er an der Castroper Straße das machen, was ihm grundsätzlich zuwider ist: von draußen zuschauen. „Bisher saß ich dort immer nur 90 Minuten auf der Bank“, sagt Ritter. Das dürfte sich am Samstagabend aller Voraussicht nach ändern.
