1. FC Kaiserslautern
Für die Lizenz muss auch der FCK Nachhaltigkeit nachweisen
Das Thema Nachhaltigkeit hat in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. In der Gesellschaft, in der Wirtschaft. Und natürlich auch beim Profifußball. Daher hat die Deutsche Fußball Liga schon vor Jahren das Thema Nachhaltigkeit in den Lizenzierungsprozess aufgenommen. Die Profivereine müssen nachweisen, dass sie nicht nur wirtschaftlich den Spielbetrieb in der folgenden Saison stemmen können, sondern dass sie auch nachhaltig arbeiten. Beim Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern sind immerhin zwei Leute – zumindest in Teilen ihrer Arbeitszeit – damit befasst.
„Für die Lizenzierung sind rund 60 verschiedene Punkte in Sachen Nachhaltigkeit nachzuweisen“, sagt Stefan Roßkopf, der als Leiter der FCK-Unternehmenskommunikation auch dieses Thema in seiner Zuständigkeit hat. Unterstützt wird er dabei von Jens Baum, den der Verein im vergangenen Sommer mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit eingestellt hat. „Nachhaltigkeit ist ein Ganzjahresthema, und es ist ein Querschnittsthema durch die alle Abteilungen“, betonen beide.
Mit den Themen beschäftigen
Dabei wäre es zu kurz gedacht, das Thema Nachhaltigkeit allein auf Bereiche wie Energiesparen zu reduzieren. Es geht – im Gegenteil – weit darüber hinaus. Natürlich fängt es beim sorgsamen Umgang mit Ressourcen an, aber es reicht von der Digitalisierung innerhalb des Vereins über die Unternehmensphilosophie und ein anonymes Beschwerdemanagement für die Mitarbeiter bis hin zu Inklusion und zur Bekämpfung von Diskriminierung. Allerdings muss man bei weitem nicht für alle Bereiche Nachweise vorlegen. Oft reicht es, wenn der DFL ein detailliertes Konzept vorgelegt wird.
„Man muss zeigen, dass man sich mit diesen Themen beschäftigt und dass man Ziele definiert“, betont Roßkopf. Zumal nicht jeder Profiverein dieselben Voraussetzungen hat. „Der SC Freiburg beispielsweise kann Tausende Fahrradstellplätze nachweisen. So etwas können wir in Kaiserslautern nicht, und das würde bei uns auch keinen Sinn machen“, sagt Roßkopf. Denn anders als in der Fahrradstadt Freiburg kommen die FCK-Anhänger eher nicht mit dem Fahrrad zum Stadion. „Bei uns geht es dann eher darum, wie nachhaltige Mobilität etwa durch die Bahn oder den P+R-Verkehr gewährleistet wird.“
LED im gesamten Nachwuchsleistungszentrum
Nachhaltigkeit könne und dürfe also nicht verglichen werden. Allerdings gibt es einen solchen Vergleich doch: Ein Institut untersucht regelmäßig, welchen ökologischen Fußabdruck der Fußball hinterlässt. Dafür werden von der Anreise bis zu jeder getrunkenen Flasche Cola die sogenannten CO 2 -Äquivalente berechnet.
Aber: Es gibt auch ganz konkrete Maßnahmen beim FCK. So ist zum Beispiel das gesamte Nachwuchsleistungszentrum inzwischen mit den energiesparenden LED-Lichtern ausgestattet worden. Und: Im NLZ wird mittlerweile ein Brunnen genutzt, um die Plätze zu bewässern. Der Brunnen stammt noch aus der Zeit, als der Fröhnerhof ein Truppenübungsplatz war, und er musste erst wieder nutzbar gemacht werden. Ohnedies hat der FCK inzwischen komplett auf Ökostrom und auf Fernwärme umgestellt.
Oft sind es aber auch Kleinigkeiten, mit denen dem Gebot der Nachhaltigkeit nachgekommen wird. So gibt es inzwischen keine Einwegbecher mehr im Stadion. Colaflaschen werden ohne Deckel ausgereicht, so dass diese, ganz nebenbei, auch nur noch schwerlich als Wurfgeschosse von der Tribüne genutzt werden können.
Und, im vergangenen Jahr, beteiligten sich erstmals Mannschaft und Trainer am „World clean-up Day“, dem Saubermach-Tag, bei dem rund um den Betzenberg Müll gesammelt wurde. Bei der Premiere lief das eher unter dem Radar, ohne Öffentlichkeit. In diesem Jahr soll diese Aktion auch medial begleitet werden, um für das Thema zu sensibilisieren. Ohnedies liegt dem FCK sehr viel daran, die Bürger, vor allem die Fans, durch seine große Reichweite in den sozialen Medien für Nachhaltigkeit zu sensibilisieren. Das ist auch im Sinne der DFL.
Soziales Engagement schon seit Norbert Thines
Neben der ökologischen und der ökonomischen Nachhaltigkeit spielt die soziale Nachhaltigkeit eine große Rolle – erst recht beim FCK. „Da war der FCK schon immer sehr gut aufgestellt. Das haben wir dem sozialen Engagement von Norbert Thines zu verdanken“, sagt Roßkopf.
Und noch eines lobt der FCK-Sprecher: die gute Zusammenarbeit aller Vereine bei der Nachhaltigkeit. In regelmäßigen Treffen tauschen sich die Vertreter der Vereine über ihre Fortschritte aus. „Beim Thema Nachhaltigkeit ist kein Platz für Konkurrenz.“
