1. FC Kaiserslautern
Egoisten-Alarm bei Semih Sahin? Das sagt FCK-Trainer Lieberknecht
Semih Sahin konnte froh sein, dass sein schwerer Lapsus keine Auswirkungen auf den Ausgang des Spiels mehr hatte. Es lief die 80. Minute bei der Zweitliga-Partie gegen Fortuna Düsseldorf am Karsamstag, als der Mittelfeldspieler des 1. FC Kaiserslautern beim Stand von 2:0 nach einem katastrophalen Fehler der Gäste in der eigenen Hälfte den Ball eroberte und zusammen mit Kollege Naatan Skyttä einsam aufs Düsseldorfer Tor zusteuerte. Zum Eingriff bereite gegnerische Abwehrspieler waren auch nach seinem 60-Meter-Sprint nicht zu erkennen, aber statt den Ball auf den besser postierten Skyttä abzulegen, scheiterte Sahin mit einem schwachen Abschluss an Fortuna-Torhüter Florian Kastenmeier. Egoisten-Alarm auf dem Betzenberg?
Die Milde, mit der FCK-Trainer Torsten Lieberknecht auf diesen Frank-Mill-Moment seines Schützlings reagierte, hing sicher auch mit dem Endstand von 3:0 für Kaiserslautern zusammen. Aus seiner Sicht sei Skyttäs Laufweg und Positionierung ebenfalls nicht optimal gewesen, schränkte der Trainer ein, auch für den Rest seiner Aussage wechselte Lieberknecht in den Konjunktiv. Denn eine tiefergehende Aufarbeitung der Szene sei aufgrund des Ergebnisses wohl nicht notwendig. „Wenn ich zu der Erkenntnis gekommen wäre, dass er definitiv hätte abspielen müssen, hätte er das Passende von mir gesagt bekommen“, meinte der Lauterer Trainer, der Sahin stattdessen für seine engagierte, gute Leistung lobte. „Er hat ein Tor geschossen und das dritte vorbereitet. Er war Energieträger auf dem Platz. Wenn einer viel macht, passieren auch mehr Fehler.“
Sahin selbst war sich wohl bewusst, dass er durch den klaren Ausgang der Begegnung um unangenehme Diskussionen über seine persönliche Entscheidungsfindung bei dieser unglaublichen Großchance herumgekommen war. „Ich muss das Tor zum 3:0 machen. Es darf alles passieren, nur das nicht“, sagte er mit einem breiten Lächeln in den Katakomben des Fritz-Walter-Stadions. Er habe sich darüber gewundert, dass ihn kein Düsseldorfer eingeholt und bedrängt habe, begründete er sein Zögern in Sachen Handlungsschnelligkeit. Eine Einzahlung in die Mannschaftskasse sei für vergebene Hochkaräter seines Wissens nach nicht vorgesehen.
Die Quote aus Elversberg schon jetzt übertroffen
Generell ließ der Mittelfeld-Antreiber aber sehr fahrlässig die Gelegenheit liegen, seinen unübersehbaren Formanstieg in der Rückrunde mit einem weiteren Treffer zu untermauern. Alle vier Saisontore für den FCK hat Sahin im neuen Jahr erzielt, sechs seiner bisher acht Scorerpunkte bei den Roten Teufeln hat der gebürtige Mannheimer in 2026 gesammelt – und damit seine Quote aus der Vorsaison bei der SV Elversberg (4 Tore/3 Vorlagen) seit Samstag schon übertroffen.
