Meinung
Die Kernfrage an den FCK wird durch Schweigen nicht verschwinden
Ein Nachwuchskicker veranstaltet ein illegales Autorennen, zwei Menschen sterben, ein Gerichtsverfahren samt wahrscheinlicher Haftstrafe ist anhängig – und dennoch wird der junge Mann unter Vertrag genommen. Wie kann das sein? Diese Frage stellen sich viele Menschen im konkreten Fall des FCK. Doch der Verein schweigt.
Wenn sich jemand nicht zu einer unangenehmen Sache äußern möchte, ist der Verweis auf Persönlichkeitsschutz ein beliebtes Argument. Klingt gut und menschenfreundlich, ist aber oft nur ein Alibi. Auch hier. Denn der FCK ist nicht aufgerufen, sich lang und breit über den Spieler zu äußern. Und auch nicht zu einer juristischen Bewertung. Er soll nur sagen, wie es sein kann, dass ein Spieler mit dieser Vorgeschichte für die U21 verpflichtet wurde.
Geschlafen oder ignoriert?
Vermutlich aber blieb dem FCK gar nichts anderes übrig, als sich in das peinliche Schweigen zu hüllen. Denn jede konkrete Antwort auf die im Raum stehende Frage wäre noch peinlicher gewesen. Entweder hätte er einräumen müssen, dass die Verantwortlichen sich nicht kundig gemacht haben über ihren potenziellen Zugang; obwohl es schon auf der Basis seiner Spielervita hätte klar sein sollen, dass etwas nicht stimmt. Oder der FCK hätte zugeben müssen, dass die Vorgeschichte bekannt war, aber mit Blick auf eine Oberligameisterschaft keine Rolle spielte.
Der FCK darf nun abwarten, welche dieser beiden Antwortvarianten von den Fans mehrheitlich angenommen wird. Eines ist klar: Mit seinem Schweigen bekommt der FCK das Thema nicht aus der Welt. Im Gegenteil: Die Frage wird noch lauter werden bei einem Klub, der Werte so hoch hält.
