1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Der heimliche FCK-Chef spielt derzeit eine untergeordnete Rolle

Die Zahlen sprechen für Daniel Hanslik. Dennoch ist er derzeit nicht erste Wahl.
Die Zahlen sprechen für Daniel Hanslik. Dennoch ist er derzeit nicht erste Wahl.

Daniel Hanslik spielte die beste Hinrunde seiner Karriere. Das sagte er vor wenigen Wochen. Er war einer der Erfolgsgaranten. Was ist der Grund für seine Ausbootung?

Es ist noch nicht so lange her, da huldigte Markus Anfang einem seiner Profis regelrecht. Der Trainer des Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern schwärmte in höchsten Tönen von Daniel Hanslik. „Für die jüngeren Spieler ist er ein Paradebeispiel eines Musterprofis. Das sollte auch für die anderen Jungs der Spielertyp sein, an dem sie sich orientieren sollten“, sagte der FCK-Trainer Anfang Januar. Er sei zudem ein Profi mit einer extrem hohen intrinsischen Motivation und einer Bereitschaft und Mentalität, alles dafür zu tun, um sein Potenzial und seine beste Leistung abzurufen. „Mit seinem Willen gelingt es ihm, sein Leistungslevel fast immer zu erreichen. Wenn das jeder Spieler wie Daniel Hanslik macht, in jedem Training, an jedem Tag, dann werden wir besser“, sagte Anfang damals dieser Zeitung.

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Daniel Hanslik war der Gewinner der Hinrunde. Sechs Tore erzielte er in den ersten 17 Partien, hinzu kamen sechs Vorlagen. Kein anderer FCK-Spieler kam an diesen Wert heran. Auch zu Beginn der Rückrunde spielte der FCK immer dann äußerst erfolgreich, wenn Hanslik in der Startelf stand. Gegen Ulm (2:1), in Fürth (4:2) und zu Hause gegen Preußen Münster (2:1) gehörte Hanslik zur Startformation. Doch von da an beorderte Coach Anfang den 28 Jahre alten Offensivspieler auf die Ersatzbank. Die Ausbeute in den letzten drei Spielen ohne Hanslik in der ersten Elf: vier Punkte, 1:3 Tore.

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Hat Markus Anfang sich verzockt?

Nun könnte man sagen, mit der Herausnahme Hansliks aus der Startelf ging der Erfolg des FCK verloren. Doch Anfang und sein Trainerteam haben sich ihre Gedanken gemacht, warum sie den besten Vorlagengeber dieser Saison strichen. „Ihm fehlt nicht viel für die Startelf, er ist auch immer nah dran“, sagte Anfang am Dienstag dieser Zeitung: „Wir denken viel darüber nach, wie wir die Mannschaft am besten aufstellen. Hansi war auch in den Überlegungen für die Startelf in Hamburg ein Kandidat. Die Frage, die man sich dann stellen muss, ist, wen man dafür draußen lässt. Innerhalb des Kaders herrscht ein großer Konkurrenzkampf. Den muss Hansi auch leben. Er hat schon gezeigt, dass er vorne sehr, sehr gut spielen kann. Nun muss er sich gegen Ragnar Ache durchsetzen. Jeder muss um seine Minuten kämpfen. Hansi macht das vorbildlich. Wir wissen, was wir an ihm haben.“

Daniel Hanslik (links), hier gegen Preußen Münster, ist als Mensch in der Mannschaft hoch angesehen.
Daniel Hanslik (links), hier gegen Preußen Münster, ist als Mensch in der Mannschaft hoch angesehen.

Hanslik ist eine Härtefallentscheidung: Er oder Marlon Ritter, er oder Daisuke Yokota, er oder Ache. Im Profigeschäft geht es um den Erfolg. Markus Anfang stellt das Team unter dem Aspekt auf, wie er die größten Möglichkeiten sieht, Spiele zu gewinnen. Allerdings war unter diesen Gesichtspunkten Daniel Hanslik der Schlüssel. Doch seit drei Partien setzt Anfang nur bedingt auf die Tugenden von Hanslik. Dabei sind es gerade diese, die den FCK auszeichnen und die meist den Erfolg brachten: Hanslik verkörpert Galligkeit, Gier, Mentalität, Professionalität, Leidenschaft. Anfang bezeichnete diese Attribute sogar als elementar und wesentlich für das FCK-Team. Hanslik ist jemand, der nie aufgibt, der vorneweg geht, und der mit seinen Aufgaben, die er bekommt, immer sehr seriös umgeht. Außerdem genießt er in der Mannschaft hohes Ansehen. Er wurde nach Ritter und Kenny Prince Redondo mit den drittmeisten Stimmen in den Mannschaftsrat gewählt. Hansliks Sitznachbar in der Kabine, Tim Breithaupt, sagte vor Kurzem, Hanslik sei „Mr. FCK“. Man könne ihn alles zu diesem Klub fragen. Mehr Identifikation mit den Roten Teufeln geht nicht.

Hanslik kommt mit der Situation klar

Für Hanslik ist die Situation allerdings nicht neu. Unter Dirk Schuster spielte er wenig, Dimitrios Grammozis baute nicht auf ihn. Erst Friedhelm Funkel vertraute wieder auf ihn und adelte ihn für seine feine menschliche Art und seine sportlich ungemein professionelle Einstellung als „Betze-Spieler“. Hanslik wusste die damaligen Momente einzuschätzen. Er ist ein klar strukturierter, intelligenter Mensch, dessen Interessenshorizont weit über den Fußball-Kosmos hinausreicht. Für ihn gibt es keinen Grund, warum er nicht mehr der Startelf angehört. „Das muss ich akzeptieren. Solche Entscheidungen gibt es im Fußball. Für mich heißt es, weiterzumachen und auf die nächste Chance zu warten. Ich kann nicht mehr machen als eine gute Leistung zu zeigen, Tore zu erzielen und Vorlagen zu geben. Ich habe meine Leistungen immer abgerufen.“

Am Samstag gegen Jahn Regensburg (13 Uhr, Liveblog auf rheinpfalz.de) könnte es sein, dass Hanslik wieder von Beginn an spielt. Daisuke Yokota und Ragnar Ache fehlten am Dienstag im Training. Yokota kuriert seine Fleischwunde am Fuß aus und Ache tritt etwas kürzer, weil die Achillessehne etwas gereizt sei, sagte Anfang. Dabei waren es Ache, Yokota und Hanslik, die zusammen 19 der bislang 39 FCK-Tore in dieser Saison erzielten. Die Tormaschinerie des FCK – sie stottert.

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