1. FC Kaiserslautern
Der FCK und die Wekesser-Frage: Muss er gehen oder darf er bleiben?
Als die Publikumslieblinge Daniel Hanslik und Kenny Redondo vor dem Zweitliga-Spiel des 1. FC Kaiserslautern gegen Arminia Bielefeld (2:0) vor der Westkurve emotional verabschiedet wurden, stand Erik Wekesser ein wenig abseits und applaudierte den Aufstiegshelden des FCK. Vielleicht dachte der 29-Jährige in diesem Moment auch an seine eigene Zukunft. Denn wie es für den Mann für die linke Außenbahn weitergeht, ist offen – trotz eines noch bis 2028 laufenden Vertrages.
Obwohl Wekesser gegen Bielefeld zum ersten Mal in dieser Saison von Beginn an spielen durfte – und seine Aufgaben solide erledigt –, gilt der gebürtige Schwetzinger als Wechselkandidat. Zu selten setzte Trainer Torsten Lieberknecht im zurückliegenden Jahr auf die Dienste Wekessers: Bei 19 Zweitliga-Partien saß der frühere FCK-Jugendspieler nur noch auf der Tribüne, obwohl er einsatzfähig gewesen wäre. Der junge Mika Haas erkämpfte sich auf der linken Schiene einen Stammplatz, und wenn der gebürtige Lauterer unpässlich war, durften Florian Kleinhansl oder wie beim 0:1 in Dresden sogar Rechtsfuß Simon Asta auf der Position ran. 86 seiner lediglich 123 Minuten auf dem Platz in dieser Saison sammelte Wekesser am vergangenen Freitag gegen Bielefeld. War es auch sein „Abschiedsspiel“ auf dem Betzenberg?
„Ich weiß nicht, wer das gesagt hat, das sind immer Spekulationen“, meinte Lieberknecht auf die Frage, ob der FCK Wekesser im Sommer einen Vereinswechsel ans Herz legen werde. Die späte Startelf-Nominierung sei indes die Belohnung dafür gewesen, dass sich der 29-Jährige trotz seiner unbefriedigenden sportlichen Situation nie habe hängenlassen. „Er hat immer den Kürzeren ziehen müssen. Aber dadurch, dass er drangeblieben ist, im Training immer fleißig war, hat er sich den Startelf-Einsatz verdient. Ich habe ihm von Herzen ein gutes Spiel gewünscht“, sagte Lieberknecht. Dennoch: Spielt Wekesser in den Planungen für die nächste Saison überhaupt noch eine Rolle? „Es war wichtig, dass er gezeigt hat, dass er noch da ist und man ihn nicht vergessen sollte“, antwortete Lieberknecht eher ausweichend.
Unter Anfang war Wekesser zeitweise noch Stammspieler
Der nur noch sehr selten gefragte FCK-Profi, der unter Lieberknechts Vorgänger Markus Anfang zeitweise zum Stammpersonal zählte, machte aus seinem Frust über eine persönlich „schwere Zeit“ nach dem 2:0 gegen Bielefeld keinen Hehl. „Es war definitiv eine harte Saison. Jeder weiß, dass meine Ansprüche andere sind. Aber manchmal ist das so im Leben: Es gibt Hochs und Tiefs. Haltung kann mir keiner abstreiten“, sagte Wekesser. Seine vorbildliche Einstellung hatte auch Lieberknecht immer wieder gelobt, am Wochenende spielten dennoch andere. Hinter Wekesser liegt eine Saison auf dem Abstellgleis, bevor er gegen Bielefeld noch einmal kurz durch den Hauptbahnhof fahren durfte. Und dass, obwohl er bei seiner Rückkehr in die Pfalz 2024 gleich mit einem üppigen Vierjahres-Vertrag ausgestattet worden war. „Er hat einen starken linken Fuß und schlägt gute Standards, zudem passt seine Art und Weise, Fußball zu spielen, gut auf den Betze. Durch seinen fußballerischen Werdegang beim FCK weiß er auch genau, was hier gefordert ist“, sagte Geschäftsführer Thomas Hengen damals.
Mit Blick auf die neue Saison ist nach RHEINPFALZ-Informationen ein Vereinswechsel wahrscheinlicher als ein Verbleib. Doch dafür muss das Lauterer Eigengewächs, der fast alle Jugendmannschaften des FCK durchlief, über Umwege in Regensburg und Nürnberg den Durchbruch als Profi schaffte, erst einmal einen neuen Klub finden, der ihm eine sportliche Perspektive aufzeigt und ein ähnliches Gehalt zahlen kann. Am Freitag klang es auf jeden Fall so, dass Wekesser versuchen will, sich in Lautern durchzubeißen. „Ich bin hungriger denn je. Jeder weiß, dass es für mich etwas ganz Besonderes ist, hier zu spielen“, sagte er, bevor er auf den Knackpunkt bei der Angelegenheit zu sprechen kam: „Natürlich möchte ich aber in Zukunft mehr Spielzeit bekommen.“
