Meinung
Der FCK hat in vielen Dingen Nachholbedarf
Eine Zweitliga-Saison endete am Sonntag für den 1. FC Kaiserslautern, die dem stolzen Traditionsverein aufzeigt, wie viele Schwachstellen es auf dem Betzenberg noch gibt. Der FCK gehört nach seinem Selbstverständnis in die Bundesliga. Der Aufstieg wurde auch in den letzten zwei Jahren angestrebt. Doch es reicht nicht, dass der FCK seinen Profis Top-Gehälter überweist. Zu einem Aufstieg gehört mehr – unter anderem ein erstligataugliches Umfeld. Doch da hapert es beim FCK in manchen Punkten.
Qualität aber kostet nun einmal Geld. Will der FCK kompetentes Personal außerhalb des Profiteams, dann muss auch da angemessen bezahlt und investiert werden. Andere Vereine wie die SV Elversberg oder der SC Paderborn sind in manchen Punkten besser aufgestellt als der FCK. Überhaupt muss es für die sportlich Verantwortlichen auf dem Betzenberg eine schallende Ohrfeige sein, dass die kleine SV Elversberg hochverdient in die Bundesliga aufsteigt – mit einem Etat, der weit geringer ist als der der Lautrer.
Für welches System steht der FCK?
Natürlich ist es schwierig, den FCK mit Elversberg zu vergleichen. Aber die SVE hat es dem FCK vorgemacht, was es heißt, strategisch, visionär, strukturell zu arbeiten. Bei der SVE hatten sie eine klare Idee, wie sie Fußball spielen wollen. Dafür wurden gezielt Profis verpflichtet und Trainer, die diese Spielweise verinnerlicht haben. Elversbergs Erfolgstrainer Vincent Wagner war kein Zufallstransfer. Er war der Erste, den der für überragende Arbeit stehende damalige SVE-Sportboss Nils-Ole Book kontaktierte. Weil er exakt die sportliche Strategie der SVE fortsetzte. Beim FCK gab es hingegen in fünf Jahren sechs Trainer – bedingt dadurch zu häufig Systemwechsel. Die Frage nach der sportlichen und außersportlichen Identität stellt sich dadurch immer wieder neu. Daher sollte der FCK auf der Trainerposition nach Kontinuität streben.
Alle für den FCK?
Torsten Lieberknecht steht für große Identität mit dem FCK. Er zeigt sein Herz für den eigenen Nachwuchs. Er muss aber in seinem zweiten Jahr konstanter arbeiten, und er sollte bei der Kaderzusammenstellung der entscheidende Mann sein. Schließlich hält er bei Misserfolgen den Kopf hin.
Hoffnung besteht im neuen kaufmännischen Geschäftsführer Marc Strauß. Er hat seinen Anteil am Bundesliga-Aufstieg der SV Elversberg. Er wird beim FCK vieles durchleuchten – und auf den Prüfstand stellen. Das hat wohl schon begonnen. Die Inventur sollte sich auf aber alle Positionen im Verein beziehen.
Unterm Strich hat sich der FCK um einen Platz verbessert zur Vorsaison. Klar ist aber auch: Hätte der FCK auswärts annähernd gespielt wie zu Hause, wäre mehr möglich gewesen.

