1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Der FCK fährt mit der Bahn zum Auswärtssieg

Marlon Ritter, Paul Joly, Leon Robinson und Jacob Rasmussen (von links) jubeln nach dem Schlusspfiff.
Marlon Ritter, Paul Joly, Leon Robinson und Jacob Rasmussen (von links) jubeln nach dem Schlusspfiff.

Der FCK hat es wieder einmal geschafft, auswärts drei Punkte einzufahren. Dabei gab es vor dem 1:0 bei Hertha BSC ein paar Probleme bei der Anreise zu bewältigen.

Berlin. Das haben sich Spieler und Trainer des 1. FC Kaiserslautern anders vorgestellt. Denn eigentlich hätten die Roten Teufel mit dem Flugzeug zum Auswärtsspiel nach Berlin reisen sollen. Eigentlich. Doch der Streik des Kabinenpersonals bei der Lufthansa am Freitag durchkreuzte diesen Plan. So machten Trainer Torsten Lieberknecht und sein Team die Auswärtsfahrt auch tatsächlich zur Fahrt – und nahmen die Bahn. Natürlich hatte der Zug eine Stunde Verspätung. Um 14.30 Uhr ging es dann aber endlich los. Vielleicht nimmt der FCK nun häufiger den Zug, um in gegnerische Stadien zu gelangen. Denn einen Tag nach der spontanen Bahnreise siegten die Lauterer 1:0 im Berliner Olympiastadion. Das Tor des Tages erzielte Mergim Berisha kurz nach der Halbzeit (47.).

„Das kam überraschend“, sagte Simon Asta nach dem Schlusspfiff über den spontanen Wechsel beim Anfahrtsweg. Am Tag vor der Reise, also am Donnerstag, hatte das Team vom Streik bei der Lufthansa erfahren. Und so blieb der Zug. Die Zeit haben sich die Spieler mit Kartenspielen, dem ein oder anderen Film oder „einfach nur quatschen“ vertrieben, berichtete Asta.

Krahl freut sich für die Fans

Mit dem Sieg ist die kleine Auswärtsmisere der Roten Teufel vorerst beendet. Zuletzt gab es ein desolates 0:3 beim 1. FC Nürnberg Mitte März, zwei Wochen zuvor ein 2:3 beim VfL Bochum. In Berlin hatte der FCK beim letzten Gastspiel Anfang Dezember bekanntlich eine deftige 1:6-Klatsche im DFB-Pokal kassiert. „Nach dem letzten Auswärtsspiel (Nürnberg, Anm. d. Red.) und dem letzten Spiel hier war es schön, den Fans etwas zurückzugeben“, sagte Torhüter Julian Krahl. Vor der Partie hatte die Nummer eins des FCK angeregt auf seine Teamkollegen im Mannschaftskreis eingeredet, zeigte immer wieder energisch auf den Bereich der eigenen Fans. „Die kommen hier privat, opfern so viel Zeit, um den Verein und uns zu unterstützen. Sie mit einer schönen Heimfahrt belohnen zu können, ist schön.“

Dass es für die mitgereisten Anhänger einen solch schönen Ausgang nehmen würde, daran mochte sich sofort jeder geglaubt haben. Der FCK begann mit defensiver Ausrichtung, erst an der Mittellinie griffen die Spieler in rot und weiß die Berliner an. Den ersten Abschluss der Lauterer gab es erst in der 41. Minute durch Marlon Ritter. Die Devise war klar: kompakt stehen und nicht allzuviel zulassen. Und dann schlug kurz nach der Halbzeit Mergim Berisha zu. Nach einer Ecke landete der Ball über Umwege bei dem Stürmer. Der Winterneuzugang hätte nach 81 Minuten auch noch nachlegen können, nickte aber völlig freistehend über das Tor. Naatan Skyttä konnte sechs Minuten später eine flache Hereingabe von Paul Joly nicht veredeln. „Das einzige Manko war heute, dass wir mit unseren Hochkarätern nicht das 2:0 gemacht haben“, analysierte Trainer Lieberknecht. In der Folge war es Keeper Krahl, der noch mehrere Großchancen der Berliner vereiteln musste.

Mergim Berisha erzielt das Tor des Tages.
Mergim Berisha erzielt das Tor des Tages.

Duell der Auswärtsteams

Und dann war es vollbracht. Gut vier Monate nach der Blamage in Berlin nahm der FCK drei Punkte mit in die Heimat. Übrigens: Auch in der Rückrunde 2024/25 siegten die Lauterer 1:0 im Olympiastadion. Das Hinspiel war 4:3 an die Hertha gegangen. Auch 2025/26 konnte dieses Duell keine Heimmannschaft gewinnen, die „alte Dame“ gewann im November 1:0 auf dem Betzenberg. Von mangelnder Leidenschaft, fragwürdiger Einstellung, wie etwa vor wenigen Wochen gegen Nürnberg, war dieses Mal nichts zu sehen. „Das war Leidenschaft, Einstellung, Mentalität“, sagte FCK-Sportdirektor Marcel Klos. „Das war heute ein Auswärtsspiel, wie wir es gerne öfter hätten.“

Für den Rückweg mussten die Roten Teufel aber nicht fünf bis sechs Stunden Reisezeit einplanen. Direkt nach dem Spiel ging es an den Flughafen. Das führte dazu, dass sich Trainer und Mannschaft etwas beeilen mussten, um rechtzeitig das Stadion zu verlassen. Werden aber wenigstens die Anreisen künftig mit der Bahn erledigt, des guten Omens wegen? „Vielleicht fahren wir jetzt immer mit dem Zug“, bemerkte Klos lachend.

Die mitgereisten Fans freuen sich über den Treffer.
Die mitgereisten Fans freuen sich über den Treffer.

In der kommenden Woche steht dann die Auswärtsfahrt nach Kiel an (Freitag, 18.30 Uhr, Liveblog auf rheinpfalz.de). Von Mannheim Hauptbahnhof gäbe es eine Direktverbindung über gut fünfeinhalb Stunden. Wäre das was? Darauf möchte sich Trainer Lieberknecht nach der Pressekonferenz dann doch nicht festlegen. Zu viel Aberglaube muss auch nicht sein. Schließlich ist es deutlich komfortabler, als Sportler am Tag vor einem Spiel weite Strecken im Flugzeug in kürzerer Zeit zurücklegen zu können. – und nicht deutlich länger im schlimmstenfalls verspäteten Zug.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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