Kaiserslautern
Das versprochene Länderspiel im Fritz-Walter-Stadion steht noch aus
Dem 1. FC Kaiserslautern hat Rainer Keßler, unabhängig von Ämtern, Krisen und Querelen, sein Herz verschrieben. Er ist am 2. Dezember 1961 in Pirmasens geboren, vier Monate später hat ihn sein Vater Hubert als Mitglied beim FCK angemeldet. „Dafür bin ich meinem Vater bis heute dankbar“, sagt Rainer Keßler, der beide Enkel längst zu FCK-Mitgliedern machte. Vater Hubert, letzter ehrenamtlicher FCK-Präsident, wäre stolz, hätte er erleben dürfen, was sein Sohn für den FCK leistet.
Er hielt „seinem“ FCK auch die Treue, als er 2018 kurz vor Weihnachten vom Aufsichtsrat als Vorstandsvorsitzender des e.V. abberufen wurde. Freundschaften gingen zu Bruch, nicht aber die Liebe zum Verein. Ein Jahr später, der FCK stand vor dem Bankrott, übernahm Keßler ehrenamtlich Verantwortung und gewann Markus Merk als „Frontmann“ für das Rettungsprojekt. „Die Schlüsselfigur, die Türen öffnet, war Markus Merk“, ist Keßler dem dreimaligen Welt-Schiedsrichter unendlich dankbar, dass er „als Gesicht des Vereins“ half, die Insolvenz abzuwenden. Heute ist Rainer Keßler Vorsitzender im Beirat der GmbH und Vorsitzender des Verwaltungsrats des e.V.. Und was ihm ganz wichtig ist, er ist Vorsitzender des Fördervereins der Fritz-Walter-Stiftung, den er mit Norbert Thines und Annemarie Becker gründete. „Es ist ein Glücksfall für uns, dass Ministerpräsident Schweitzer den Vorsitz der Fritz-Walter-Stiftung übernommen hat und DFB-Präsident Bernd Neuendorf uns als stellvertretender Vorsitzender die Ehre gibt“, sagt Keßler, der natürlich die Planung für den Geburtstag 125 Jahre FCK im nächsten Jahr im Auge hat. Eine gute Gelegenheit für den DFB, endlich ein altes Versprechen einzulösen: Zum 100. Geburtstag Fritz Walters sollte ein Länderspiel in „seinem“ Stadion stattfinden …
Keßler: FCK hat nur noch zwei wirkliche Aushängeschilder
„Wir müssen ehrlich sein: Wir haben nur noch zwei wirkliche Aushängeschilder: Hans-Peter Briegel und Markus Merk. Sie tun dem FCK gut“, sagt Rainer Keßler, der die sportliche Kompetenz Briegels hoch schätzt. Keßler: „Was Markus Merk geleistet hat und immer noch für den FCK leistet, ist überragend.“ Wie hoch die gegenseitige Wertschätzung ist, hat Merk kürzlich am Rande einer Podcast-Aufzeichnung deutlich formuliert: „Rainer macht einen super Job. Er engagiert sich unheimlich für den FCK. Rainer ist überall, er repräsentiert den Verein erstklassig. Er opfert unglaublich viel Zeit für den FCK und ist ein überragender Moderator für das Miteinander von Kapitalgesellschaft und e.V..“
Dankbar ist Keßler, Inhaber der HDI Generalvertretung Hubert Keßler GmbH in Pirmasens, den regionalen Investoren, die das Überleben des FCK erst möglich machten und auch zur Entschuldung des e.V. nachhaltig ihren Beitrag leisten. „Wir sind eine Einheit und haben es geschafft, mit einer Stimme zu sprechen. Die regionalen Investoren sind mit Herz und Verstand dabei. Ich war nie in der Situation, was machen zu müssen, was gegen meine Grundüberzeugungen gegangen wäre“, betont Rainer Keßler. FCK zu leben, heißt für einen wie ihn auch, FCK zu leiden. Seine Frau, seine Familie, sind sein Rückhalt. So wie letzte Saison im lehrreichen Abstiegskampf.
Jeglichem Aktionismus abgeschworen
In dieser noch jungen Saison schwor Keßler öffentlich jeglichem Aktionismus ab, als der FCK fünf Spiele in Serie sieglos blieb. „Ich bin der Überzeugung, dass es zwischen Trainer und Mannschaft stimmt. Wenn man eine andere Spielphilosophie vermitteln will, braucht das Zeit und vielleicht auch weitere Transferperioden bis es perfekt ist“, betont der Beiratsvorsitzende, der großes Vertrauen in die sportliche Führung hat. Das gilt nicht nur für Geschäftsführer Thomas Hengen, sondern auch für den viel kritisierten Kaderplaner Enis Hajri. „Enis hat Ragnar Ache geholt, er hatte das Gespür, Luca Sirch zu holen, der sich sehr gut entwickelt, er hat auch Yokota geholt“, lobt Keßler und möchte Hajri fair beurteilt wissen.
Im Heimspiel gegen Magdeburg wartet ein Team mit „einem extrem guten Trainer“
Im Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg am Sonntag (13.30 Uhr) setzt FCK-Fan Keßler auch auf Dribbelkünstler Yokota. „Gegen Magdeburg, das mit Christian Titz einen extrem guten Trainer hat, haben wir uns immer schwergetan“, weiß Keßler, der darauf baut, dass Ritter und Co. an die letzten guten Leistungen anknüpfen. Auch beim Pokal-Aus in Stuttgart hat die Mannschaft überzeugt.
