FCK-Kolumne
Böhms Betze: Wie der Jubilar der Woche mein erstes FCK-Erlebnis vesüßte
Sie kennen das bestimmt: Eine simple Nachricht – und man fühlt sich um Jahrzehnte zurückversetzt, von Erinnerungen, vielleicht sogar Emotionen geflutet. So ging es mir in dieser Woche, als ich auf dem Instagram-Kanal des 1. FC Kaiserslautern eine Glückwunschnote las. Adressat: Norbert Eilenfeldt, der am Dienstag 70 Jahre alt wurde. Dieser Norbert Eilenfeldt beschenkte mich bei meinem ersten Besuch in einem Fußballstadion mit zwei Toren.
20. November 1982. Ich bin 15. Ich liebe Fußball, mindestens genauso, wenn damals nicht noch mehr, Eishockey. 1979 nahm mein Vater mich das erste Mal mit in den Mannheimer Friedrichspark. Gegner: Duisburger SC. Ein klarer Sieg, so viel weiß ich noch. Es war die Saison des ersten Mannheimer Meistertitels. Glück muss man haben. Angefixt sofort. So wie drei Jahre später. Ein Schulfreund hat eine Karte für den Betzenberg übrig. Mit seinem Vater fahren wir in die Westpfalz. Kalt ist’s, grau. Doch die Aufregung sorgt für Sonnenschein im Gemüt. FCK gegen Bayern. Ausverkauft, natürlich. 34.000 damals. Die „West“ noch eine Kurve. Oben ohne. Die Stimmung: grandios.
Der erste Millionentransfer
Der Spielverlauf tut sein Übriges. Thomas Allofs schießt die Roten Teufel in der siebten Minute in Front, Kalle Rummenigge und Paul Breitner drehen das Spiel vor der Pause zu bajuwarischen Gunsten. Doch sie haben die Rechnung ohne Eilenfeldt gemacht. Er kam im Sommer 1981 von Arminia Bielefeld, wo er noch heute eine Legende ist. Kostete 1,3 Millionen Mark – der erste Millionentransfer des FCK. Und erlegt nun die Bayern. In der 63. und 73. Minute schießt er den Sieg gegen die Münchener heraus. 3:2, der Betze tobt – und wir sind happy. Norbert Eilenfeldt ist bis 1986 in Kaiserslautern aktiv, bestreitet 127 Partien, erzielt als Mittelfeldspieler 27 Tore.
An diesem Samstagnachmittag beglückt er mich und meinen Schulfreund, der seine Leidenschaft für den FCK nicht mehr allzu lange ausleben kann. Gut zwei Jahre später stirbt er bei einem tragischen Unfall. Ich bin beim Eishockey, als es geschieht. Wieder daheim, überbringen meine Eltern mir die furchtbare Nachricht. Manches vergisst man nie.
Unser Autor
Andreas Böhm, 59, hat als Fan den Pokalsieg 1990 und die Meisterschaft 1991 hautnah miterlebt. Seit 1995 ist er der journalistischen Neutralität verpflichtet, seit 2013 FCK-Reporter für diese Zeitung.
Info
Dieser Artikel stammt aus der RHEINPFALZ am SONNTAG, der Wochenzeitung der RHEINPFALZ. Digital lesen Sie die vollständige Ausgabe bereits samstags im E-Paper in der RHEINPFALZ-App (Android, iOS). Sonntags ab 5 Uhr erhalten Sie dort eine aktualisierte Version mit den Nachrichten vom Samstag aus der Pfalz, Deutschland und der Welt sowie besonders ausführlich vom Sport.
