1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel 1:2 gegen Paderborn: FCK fühlt sich vom Schiedsrichter verschaukelt

Erst Gelb, dann sofort Gelb-Rot: FCK-Trainer Torsten Lieberknecht und Schiedsrichter Florian Exner.
Erst Gelb, dann sofort Gelb-Rot: FCK-Trainer Torsten Lieberknecht und Schiedsrichter Florian Exner.

Beim 1:2 gegen Paderborn sieht sich der FCK vom Unparteiischen Florian Exner krass benachteiligt. Sportdirektor Klos bezeichnet die Schiedsrichterleistung als „bodenlos“.

Es lief schon die zwölfte Minute der Nachspielzeit, als der 1. FC Kaiserslautern mit dem Mut der Verzweiflung versuchte, die vierte Heimniederlage der Saison zu verhindern. Torhüter Julian Krahl stürmte beim Stand von 1:2 gegen den SC Paderborn bei einem Freistoß mit in den gegnerischen Strafraum, doch die allerletzte Welle des FCK verpuffte wirkungslos. Schiedsrichter Florian Exner pfiff kurz danach ab – und musste sich den Unmut der Lauterer Fans unter den 44.985 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion anhören. „Schieber, Schieber“, hallte es durch die Arena.

Exner hatte die Partie mit mehreren falschen bis fragwürdigen Entscheidungen beeinflusst – und damit den Zorn der FCK-Verantwortlichen auf sich gezogen. „Ich halte mich eigentlich in den Medien immer bedeckt, aber wenn man sich heute die Schiedsrichterleistung ansieht, ist das einfach bodenlos. Auch durch zwei klare Fehlentscheidungen haben wir das Spiel verloren. Ich bin es langsam leid, es ist einfach keine klare Linie zu erkennen“, schimpfte FCK-Sportdirektor Marcel Klos.

Die zweite Halbzeit verfolgte Torsten Lieberknecht auf der Pressetribüne.
Die zweite Halbzeit verfolgte Torsten Lieberknecht auf der Pressetribüne.

In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit hatte der Schiedsrichter zu Unrecht, wie die Fernsehbilder belegten, einen Freistoß gegen den FCK gepfiffen, den Calvin Brackelmann zum Paderborner 1:0 nutzte (45.+7). Lauterns Trainer Torsten Lieberknecht beschwerte sich darüber und wurde von Exner mit zwei Gelben Karten innerhalb weniger Sekunden kurz nach dem Pausenpfiff vom Platz gestellt. Vor dem zweiten Gästetor, ein verwandelter Elfmeter von Filip Bibilja (90.+5), hatte der gefoulte Kennedy Okpala den Ball wiederum klar an die Hand bekommen. Exner sah sich die Szene am Bildschirm an und beließ es bei seiner Elfmeterentscheidung. Kenny Redondos Anschlusstreffer (90.+8) kam für den FCK zu spät, um noch ein Remis zu retten. Mit nun acht Punkten Rückstand auf den Relegationsrang sind die Aufstiegsträume der Roten Teufel zehn Spiele vor dem Ende faktisch geplatzt.

Nach dem 3:2 in Münster veränderte Lieberknecht seine Startelf auf drei Positionen – und hielt eine echte Überraschung bereit. Atanas Chernev verteidigte für Jacob Rasmussen (Gehirnerschütterung), auf der linken Außenbahn sprang Florian Kleinhansl für den kurzfristig erkrankten Mika Haas ein. Und im offensiven Mittelfeld, wo Kapitän Marlon Ritter gesperrt fehlte, zauberte der FCK-Coach den jungen Owen Gibs aus dem Hut. Der 19-Jährige aus Landstuhl hatte bisher nur sechs Zweitliga-Minuten in seiner Statistik stehen – zwei Kurzeinsätze gegen Magdeburg (2:3) und in Darmstadt (0:4). Um es vorwegzunehmen: Gibs tat sich schwer, spielte weitgehend glücklos und wurde zur Pause wieder ausgewechselt.

Paderborn in der ersten halben Stunde stärker

Es entwickelte sich eine interessante erste Halbzeit mit spielerischen Vorteilen für Paderborn – und einer emotionalen Nachspielzeit, in der sich die Ereignisse überschlugen. In der sechsten Minute stand Schiedsrichter Exner zum ersten Mal im Mittelpunkt, als FCK-Stürmer Norman Bassette im gegnerischen Strafraum bei einer Aktion von Felix Götze zu Fall kam, es aber weder Elfmeter noch einen VAR-Check gab. Eine 50:50-Situation, die durch die späteren Vorkommnisse aber noch einmal größere Relevanz bekam. „Aus meiner Sicht hätte eigentlich ein Elfmeter gepfiffen werden müssen“, sagte Lieberknecht.

Danach war Paderborn eine halbe Stunde lang klar besser, kam über seine reifere Spielanlage zu ein paar anständigen Chancen, bis sich der FCK in der Partie anmeldete. Nach einer Balleroberung von Gibs steuerte Bassette alleine aufs Tor zu, nahm sich aber den Abschluss, statt den besser postierten Naatan Skyttä zu bedienen (30.). Der finnische Spielmacher setzte kurz danach einen Eckball direkt an die Latte (36.).

Als sich alle schon auf ein 0:0 zur Pause einstellten, fiel Paderborns Stefano Marino an der Strafraumgrenze nach einem Zweikampf mit Atanas Chernev, nachdem er selbst den Fuß rausgestellt hatte. Objektiv betrachtet eher ein Stürmerfoul, Freistoß für Paderborn gab es trotzdem. „Wenn man es sich anschaut, war es kein Freistoß, auch wenn es keine wahnsinnige Fehlentscheidung war“, sagte SCP-Trainer Ralf Kettemann. Den Standard jagte Calvin Brackelmann aus knapp 17 Metern mit einem Linksschuss in den Winkel (45.+7). Es war die Torwartecke von Julian Krahl, aber der Ball war auch sehr stramm und platziert geschossen.

Startelfdebüt: Owen Gibs (rechts) mit Florian Kleinhansl (Mitte).
Startelfdebüt: Owen Gibs (rechts) mit Florian Kleinhansl (Mitte).

Lieberknecht regte sich direkt nach dem Pausenpfiff mächtig über die fragwürdige Freistoßentscheidung auf, geigte Schiedsrichter Exner auf dem Platz seine Meinung – und wurde innerhalb weniger Sekunden erst mit Gelb und dann mit Gelb-Rot sanktioniert. „Da fehlt mir komplett das Fingerspitzengefühl“, sagte Sportdirektor Klos. Lieberknecht berichtete später, er habe seine erste Gelbe Karte alleine für das Betreten des Platzes erhalten und habe Exner dann noch mitgeteilt, dass er das Gespann für „überfordert“ halte. „Grundsätzlich war es berechtigt, da muss ich mich besser im Griff haben“, zeigte sich der FCK-Coach selbstkritisch.

Rump übernimmt Lieberknechts Platz an der Seitenlinie

Im zweiten Abschnitt stand nach Lieberknechts Platzverweis Co-Trainer Carsten Rump an der Seitenlinie. Die Lauterer kamen mit viel Energie aus der Kabine und hatten durch Paul Joly gleich eine ausgezeichnete Gelegenheit (46.). Doch der FCK packte ein wenig zu früh die Brechstange aus, die Paderborner spielten klarer und hätten das Ergebnis schon vor der heißen Schlussphase ausbauen können. Am Ende stand eine Lauterer Niederlage, die abseits aller Schiedsrichterdebatten in die Kategorie verdient fiel. Auch Kenny Redondos erstes Tor seit Dezember 2024 (beim 3:1 gegen den KSC) konnte Trainer Lieberknecht nicht trösten. „Wir haben gegen einen starken Gegner verloren, wir gehen als fairer Verlierer vom Platz. Es gab viele Momente, die uns heute enttäuscht zurücklassen“, bilanzierte der FCK-Trainer und sagte mit Blick auf den Schiedsrichter: „Es ist wild geworden durch Entscheidungen, die schwer zu ertragen sind.“

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