1. FC Kaiserslautern
1:0 gegen Greuther Fürth: FCK quält sich zu Arbeitssieg
Die Erlösung kam früh, doch sie sollte nicht die erhofften Befreiung bringen. Semih Sahin, Mittelfeldspieler des 1. FC Kaiserslautern, köpfte in der zehnten Minute aus 16 Metern das 1:0. Für den 26 Jahre alten Sahin war es das erste Kopfballtor in seiner Profilaufbahn. Es blieb das einzige Tor in einem trägen Spiel zwischen dem FCK und Greuther Fürth in der Zweiten Fußball-Bundesliga vor 41.145 Zuschauern. Es war ein Tor, dass nur bedingt die Fesseln beim FCK löste. Denn trotz der frühen Führung agierte der FCK gehemmt und präsentierte fußballerische Magerkost. Es war das schlechteste Heimspiel des FCK in dieser Saison.
Die Quittung folgte nach Spielende. Trotz des glanzlosen Arbeitssieges hallten zahlreiche Pfiffe durch das Fritz-Walter-Stadion. „Ich weiß nicht, ob ich als Fan heute ins Stadion gekommen wäre bei dem Wetter. Valentinstag, da gibt es andere Sachen. Danke an alle, die gekommen sind“, sagte Marlon Ritter. Der FCK-Kapitän stand gegen Fürth wieder in der Startelf. Trainer Torsten Lieberknecht hatte auf drei Positionen die Mannschaft verändert gegenüber dem 0:4-Debakel beim SV Darmstadt 98. Ritter, Leon Robinson und Norman Bassette rotierte Lieberknecht ins Team, dafür Daniel Hanslik raus. Fabian Kunze musste wegen seiner zehnten Gelben Karte aussetzen und Maxwell Gyamfi zog sich im Abschlusstraining einen Muskelfaserriss zu.
Die – wieder einmal – neuformierte Elf tat sich gegen Fürth schwer. Hinzukam, dass Winterzugang Atanas Chernev völlig von der Rolle war und schon nach 26 Minuten ausgewechselt wurde. Für ihn kam nach mehr als drei Monaten Verletzungspause Ji-soo Kim. Der 21 Jahre alte südkoreanische Innenverteidiger meldete sich mit einer guten Leistung zurück und stabilisierte die Abwehr. „Ich bin so glücklich, dass ich wieder spiele. Der Geruch des Rasens ist so gut. Es war ein hartes Spiel, wir hätten mehr Tore schießen können. Aber wir haben zusammen verteidigt und wir haben gewonnen“, sagte Kim.
FCK wirkt verunsichert
Es war ein hartes Stück Arbeit, bis sich der FCK zum zehnten Saisonsieg gemüht, im Grunde gequält hatte. Nach den Niederlagen gegen Elversberg (1:3) und in Darmstadt (0:4) war das Team verunsichert. Unter der Woche redete sich die Mannschaft in einer internen Aussprache den Frust von der Seele. Die fehlende Selbstsicherheit war dem FCK gegen Fürth anzumerken. In allen Statistiken waren die Franken die bessere Mannschaft. Doch bei der alles Entscheidenden, dem Ergebnis, nicht. „Mir fällt es schwer, die richtigen Worte zu finden. Wir haben ein richtig gutes Auswärtsspiel gemacht. Wir hätten die erste Chance nutzen müssen“, sagte der in Bad Dürkheim geborene Fürther Trainer Heiko Vogel. Er meinte damit den Aussetzer von Kaiserslauterns Innenverteidiger Atanas Chernev, als er den Ball zu Torwart Julian Krahl spielen wollte, der aber zu kurz geriet. Fürths Noel Futkeu machte aus der Chance zu wenig. Beide Mannschaften hatten gute Möglichkeiten, Tore zu erzielen, doch Unvermögen und fehlende Kaltschnäuzigkeit standen im Weg. So musste FCK-Angreifer Norman Bassette zwei Treffer erzielen (27., 36.). Lieberknecht nahm den im Januar gekommenen Stürmer in Schutz und kündigte an, dass er bald sein erstes Tor für den FCK schießen werde.
Das Tor fiel dann, allerdings für Fürth. Paul Will traf aus 18 Metern zum 1:1 (49.). Er spielte von 2015 bis 2018 in der FCK-Jugend. Doch der Treffer zählte nicht. Schiedsrichter Tobias Reichel hatte einen Hinweis vom VAR bekommen. Branimir Hrgota hatte zuvor Torwart Krahl zu ungestüm attackiert. Daher gab es Foulspiel für den FCK. Die Entscheidung brachte Heiko Vogel auf die Palme. „Ich kann darüber nur noch den Kopf schütteln. Es geht nicht um den Schiedsrichter, es geht auch nicht darum, dass wir die Leidtragenden waren. Mir fehlt aber die Linie, wann eingegriffen wird. Das ist schlimm für den Fußball“, schimpfte Vogel.
Lieberknechts kryptische Widmung
Torsten Lieberknecht wirkte trotz des Erfolges gefasst, angespannt. „Für uns war es ein Arbeitssieg. Die Jungs haben das mental gut gemacht. Auch wenn man gesehen hat, dass die Angst manchmal die Seele auffrisst“, sagte er. Eine etwas kryptische Aussage Lieberknechts sorgte für Irritationen. In der Pressekonferenz widmete er dem FCK-Geschäftsführer Thomas Hengen den Sieg. „Er weiß, warum“, sagte Lieberknecht. In einer kleinen Medienrunde danach präzisierte er den Satz. „Zwischen uns beiden ist alles super. Es gibt Dinge, die außerhalb des Fußballs liegen“, sagte der Coach.
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