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Montag, 11. September 2017 Drucken

Benimm Dich

Zum Wohl

Benimm dich: Anstoßen oder nur zuprosten?

Von Gerlind Hartwig

Fröhlich stehen wir in großer Runde auf einem Weinfest. Rasch kommt die Frage auf: „Stoßen wir an oder macht man das heutzutage nicht mehr?“ Alle Augen sind auf mich gerichtet, und als Fachfrau für moderne Umgangsformen darf ich aufklären.

Früher hatten die Menschen an den Fürsten- und Königshäusern Angst, vergiftet zu werden. Es kam der Brauch auf, einen Schluck aus dem eigenen Glas in das des Gegenübers zu füllen. So konnte sich jeder sicher sein, dass kein Gift verabreicht wurde. Später stieß man nur noch kräftig die Kelche aneinander. Auch dabei schwappte der eine oder andere Tropfen über. Diese Sitte setzte sich durch, allerdings dezenter: ohne Glasbruch und Überschwappen.

Glücklicherweise brauchen wir heutzutage keine Angst mehr davor zu haben, ein vergiftetes Getränk gereicht zu bekommen. Meine Empfehlung: Bei besonderen Anlässen in kleiner Runde ist das Anstoßen eine feierliche Geste – solange alle ihre Plätze beibehalten können und sich nicht übermäßig strecken oder über die Tische lehnen müssen. Wein- und Sektgläser werden dabei am Stiel gefasst, und die bauchige Stelle der Gläser trifft vorsichtig aufeinander. Dabei sollten auch diejenigen einbezogen werden, die keinen Alkohol trinken. Mit großen Bierhumpen stößt man eher rustikal im Festzelt oder Wirtshaus an.

Bei größeren Tafelrunden, Bankettessen oder großen Gesellschaften ist es stilvoller, sich nur zuzuprosten. Der Gastgeber oder die Gastgeberin erhebt das Glas, blickt in die Runde, nickt und prostet allen zu. Wir lassen nun bei unserem Weinfest in lockerer Gesellschaft die Gläser klingen. Zum Wohl!

Die Autorin

Gerlind Hartwig (44) ist Image-Trainerin aus Kaiserslautern. Haben Sie eine Frage zu zeitgemäßen Umgangsformen? Schreiben Sie uns: Die RHEINPFALZ, Redaktion Zeitgeschehen, „Benimm dich“, Amtsstraße 5-11, 67069 Ludwigshafen oder benimmdich@rheinpfalz.de. |Foto: J. Hauk/frei

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