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Samstag, 07. November 2015 Drucken

Berufe mit Zukunft

Gestalterisches Geschick vonnöten

Berufe mit Zukunft: Packmitteltechologen entwickeln und fertigen Kartonagen, Taschen oder Etiketten

Von Volker Endres

 

Die Auswahl an Ausbildungsberufen – auch in der Pfalz – ist sehr groß. Die Serie Berufe mit Zukunft gibt einmal pro Monat Einblicke in einige dieser Berufsbilder: Auszubildende berichten dabei aus der täglichen Praxis. Im Vordergrund stehen relativ neue Berufsbilder, solche, deren Tätigkeitsfeld und Name mehrfach geändert wurden, sowie eher außergewöhnliche Berufe.

 

Am Arbeitsplatz von Andreas Heinrich ist die Luft trocken und es riecht nach Pappkarton. Warm ist es, aber nicht heiß, denn mit Feuer verträgt sich sein Arbeitsmaterial gar nicht. Der 22-jährige aus Eisenberg ist Packmitteltechnologe, entwirft Verpackungen und stellt im Anschluss seine Maschine so ein, dass am Ende einer rund 30 Meter langen Produktionskette Schritt für Schritt aus einem unbearbeiteten Pappkarton eine fertig bedruckte Schachtel wird. Es ist die Verbindung von gestalterischen mit technisch-handwerklichen Elementen, die es ihm dabei besonders angetan hat.

„Ich habe schon während meines achtwöchigen Praktikums gemerkt, dass dieser Beruf etwas für mich ist“, erklärt der junge Mann, der bei Wellpappe Sausenheim (WS) in Grünstadt gerade seine Maschine so einstellt, dass am Ende ein Produkt entsteht, das, zusammengefaltet, genau den Ansprüchen für das jeweilige Verpackungsgut entspricht. „Da muss man vorher schon genau überlegen, wenn zum Beispiel Griffe eingestanzt werden müssen. Gerade bei komplizierteren Verpackungen ist das immer interessant“, verrät der gerade frisch ausgelernte Packmitteltechnologe.

„Mathematisches Grundverständnis, gute Deutschkenntnisse und vor allem die Bereitschaft zu lernen“ – so beschreibt Detlev Wessel als Mitglied der WS-Geschäftsführung die Grundvoraussetzungen für angehende Auszubildende. „Die Schulnoten spielen dabei für unsere Auswahl keine dominante Rolle. „Viel wichtiger ist uns unser eigener Eignungstest, bei dem wir auch die Allgemeinbildung abfragen, und der Eindruck der Bewerber im persönlichen Gespräch.“ Immerhin haben die Packmitteltechnologen schließlich auch Kundenkontakt, müssen beraten, gemeinsam die beste Lösung suchen. Das geht vom optimalen Material – hier spielen unter anderem der Zielort und die Transportart eine Rolle, denn Temperatur und Luftfeuchtigkeit beeinflussen die Verpackung und könnten damit auch deren Inhalt beeinträchtigen, bis hin zur Druck- und Farbauswahl. „Als Packmitteltechnologe braucht man Vorstellungsvermögen und muss auch konstruieren können. Schon als Auszubildender bekommt man dabei viel Verantwortung“, weiß Wessel. Europaweit gültige Standards in Größe und Form helfen dabei. „Diese gemeinsamen Verpackungsstandards gab es schon weit vor der Europäischen Union. Wir sind also ein Stück weit Vorreiter“, sagt er lachend.

„Gemütlich“ sei es in der Fertigungshalle nicht, räumt der Geschäftsführer ein. Wenn pro Minute bis zu 300 laufende Meter Papiere oder Wellpappe gestanzt, geschlitzt, geformt, bedruckt und auch seitlich verschlossen werden, entsteht automatisch ein gewisser Geräuschpegel. Andreas Heinrich schreckte das nicht. Nicht bei seinem Schülerpraktikum und erst recht nicht bei der Ausbildung. Im Gegenteil. „Ich fand es von Anfang an interessant. Ich lerne jeden Tag mehr über Maschinen und natürlich auch über das Material“, sagt der Fachabiturient. „Komplizierte Verpackungen machen dabei am meisten Spaß. Vor allem, wenn man vorher lange überlegt und nach der richtigen Lösung sucht und dann das fertige Produkt sieht. Das macht dann schon stolz.“ Und auch seinen Tagesablauf bestimmt er ein Stück weit selbst. „Man kommt morgens an und sichtet die Aufträge. Dann muss man selbst überlegen, in welcher Reihenfolge man die Aufträge am besten abarbeitet.“ Die Größe spiele der Verpackung spiele dabei hingegen eine untergeordnete Rolle – vom Smartphone bis zum Kleiderschrank wird geschützt und eingepackt. Im Gegenteil. „Je kleiner, desto komplizierter wird es häufig.“ Da kann der Eisenberger auch gut mit der Reaktion von Freunden und Bekannten leben. „Die wenigsten können sich etwas unter dem Beruf vorstellen. Es ist eben etwas, das man nicht jeden Tag hört.“ Und das, obwohl das Berufsbild sehr gute Zukunftsaussichten hat. „Solange es Güter gibt, die gut geschützt bei den Kunden ankommen sollen, wird es auch weiter Verpackungen geben“, ist Detlev Wessel sicher. Auch und gerade in Zeiten des Online-Handels. „Wellpappe ist leicht, flexibel und trotzdem sehr stabil.“

Info:

Viele Infos, Links und Videos zu Ausbildungsberufen gibt es auf der Seite Planet-beruf.de Die Beiträge der Serie sind auch online unter. Die Rheinpfalz.de/berufsbilder zu finden.

 

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