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Berufe mit Zukunft

Die mit dem genauen Bau-Plan

Berufe mit Zukunft: Technische Systemplaner brauchen Verständnis für Elektrotechnik und eine Portion Eigenständigkeit

Von Volker Endres

„Ein spannender Beruf“: Julius Fußinger (links) und Maximilian Jakob bei der Firma Merz in Speyer.

„Ein spannender Beruf“: Julius Fußinger (links) und Maximilian Jakob bei der Firma Merz in Speyer. ( Foto: Lenz)

Die Auswahl an Ausbildungsberufen – auch in der Pfalz – ist sehr groß. Die Serie Berufe mit Zukunft gibt Einblicke in einige dieser Berufsbilder: Auszubildende berichten dabei aus der täglichen Praxis. Im Vordergrund stehen relativ neue Berufsbilder, solche, deren Tätigkeitsfeld und Name mehrfach geändert wurden, sowie eher außergewöhnliche Berufe.

Alles streng nach Plan. Schließlich sollen später in Häusern und Werkstätten die elektronischen Leitungen dort liegen, wo sie hingehören und Steckdosen so in der Wand liegen, dass sie den optimalen Nutzen bringen. Maximilian Jakob aus Esthal und Julius Fußinger aus Speyer lernen gerade, was sie dafür beachten müssen, planen die „Verdrahtung“ von Gebäuden. Technischer Systemplaner der Fachrichtung Elektrotechnische Systeme nennt sich der Beruf, den der 23-jährige Jakob bereits im dritten Lehrjahr erlernt. Der 16-jährige Fußinger hat hingegen gerade mit der Ausbildung begonnen.

„Es hat sich weniger interessant angehört“, verrät der Berufsanfänger, als er das Ergebnis seiner Analyse nach Stärken und Schwächen bei der Berufsberatung erfahren hat. Er konnte außerdem wenig mit der Berufsbezeichnung anfangen. „Den alten Begriff „Technischer Zeichner“ hatte ich aber schon einmal gehört. Dann habe ich mich ein wenig eingelesen, und es hat mir gefallen“, sagt der Speyrer, der in der 10. Klasse das Gymnasium verlassen hat und seither bei Johannes Merz Elektrotechnik GmbH einen Beruf erlernt. Bei der Lehrabschlussfeier der Kreishandwerkerschaft wurden in diesem Jahr zwei Merz-Azubis als Prüfungsbeste ausgezeichnet.

Einen Tag lang hat Fußinger mal in den Beruf hineingeschnuppert und dabei seinen älteren Kollegen kennengelernt. „Und es ist bis jetzt alles sehr spannend.“ Kein Wunder, dass ihm das Berufsbild liegt: „Mein Vater ist Architekt und ich wusste, dass mir im Allgemeinen die Planung liegt. Außerdem bin ich sehr an Technik interessiert“, sagt der 16-Jährige.

„Wir bekommen die Grundrisse und planen dann die Elektroinstallationen“ – so einfach beschreibt Maximilian Jakob seinen Beruf. Ganz so einfach ist es natürlich dann aber doch nicht, verbringen die beiden Auszubildenden und ihr Lehrmeister Thomas Siemens einige Zeit am Computer, der das klassische Zeichenbrett längst abgelöst hat. „CAD“ – Computer Aided Design heißt die Software, mit der die für den Laien komplizierten Pläne aus gestrichelten und durchgezogenen Linien, aus Ver- und Entsorgungsleitungen entstehen, die letztlich als fertige Pläne aus dem übergroßen Drucker laufen und an die Monteure auf den Baustellen gehen.

Maximilian Jakob hatte zumindest schon eine Ahnung, auf welchen Beruf er sich dabei einlässt: „Mein Bruder ist ebenfalls Technischer Systemplaner, aber mit der Versorgungstechnik in einen anderen Fachbereich.“ Neben der Elektrotechnik gliedert sich der Beruf auf in die Planer für Stahl- und Metallbautechnik, sowie in Versorgungs- und Ausrüstungstechnik. An der Berufsschule sind alle Fachrichtungen in den Klassen vertreten. Die Spezialklassen beginnen im zweiten Jahr. Diese sind an der für ganz Deutschland zusammengefassten Berufsschule in Regensburg.

Immerhin ist man im Beruf kein reiner Schreibtischtäter: „Wir gehen auch mal in unsere Werkstatt und vergleichen auch im Gespräch, wie das, was wir da planen, umsetzbar ist.“ Auch Baustellenbesuche zur Überprüfung von Planung und Realität gehören immer wieder zum Arbeitsalltag. „Es ist immer wieder spannend, aber auch viel Übungssache“, so der 23-Jährige. Abwechslungsreich sei die Planung allemal: „Das reicht von der Haustechnik bis hin zu Fabrikanlagen.“

Dafür müssen die Bewerber nicht nur einen Sinn für größere Zusammenhänge, und Verständnis für Elektrotechnik, sondern auch eine gewisse Eigenständigkeit mitbringen. „Außerdem achten wir auf die Noten in den klassischen MINT-Fächern, speziell in Mathematik, Informatik und Physik. Fremdsprachen benötigt man für den Beruf hingegen nicht so sehr“, sagt Ausbilder Siemens. Ein kleines bisschen Handarbeit ist der Beruf aber auch noch, denn erste Skizzen sind per Hand oft schneller gemacht, als die Ausarbeitung am Computer. „Und man muss natürlich rechnen können, Werte wie Stromstärke und Widerstände selbst ausarbeiten, führt Siemens weiter aus.

Der Ausbilder und seine beiden Lehrlinge von Merz Elektrotechnik sind von der Zukunftsfähigkeit ihres Berufs überzeugt: „Ohne Planung kann man nicht bauen. Und Planung muss immer auf dem neusten Stand der Technik sein.“ Deshalb spiele die ständige Weiterbildung auch bei einer abgeschlossenen Berufsausbildung in ihrem Berufszweig eine große Rolle. Maximilian Jakob und Julius Fußinger freuen sich auf diese Herausforderung.

Info

Viele Infos, Links und Videos zu Ausbildungsberufen gibt es auf der Seite planet-beruf.de. Die Beiträge der Serie sind auch online unter rheinpfalz.de/berufsbilder zu finden.

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