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Donnerstag, 26. März 2015 Drucken

Wir sind Familie

Die Begeisterung lässt nicht nach

Wir sind Familie: Die Grundschule in Wolfstein testet das Projekt „Arbeiten mit Tablets“

Beim Unterricht mit den Tablets: Lehrer Rainer Spies und die Schüler Tyler (links) und Kim. (Foto: Sayer)

WOLFSTEIN. Die Jungen und Mädchen der Grundschule Wolfstein sind gestern vielleicht nicht so gerne in die Osterferien gestartet wie andere. Denn sie arbeiten im Unterricht mit Tablets – und die Begeisterung der Kinder ist riesig.

 

Die integrative Grundschule Wolfstein testet mit dem Projekt „Arbeiten mit Tablets“ den Umgang mit dem digitalen Medium als zusätzliche Möglichkeit zur Übung und Vertiefung der Unterrichtsinhalte in den Fächern Deutsch und Mathematik. Angeboten wird das Projekt von der holländischen Firma „Snappet“, die der Grundschule einen Monat lang 25 Tablets und das darauf installierte Lernprogramm kostenlos zur Verfügung stellt. Das Unternehmen hat kürzlich den Deutschen Bildungsmedien-Preis „Digita 2015“ gewonnen. Die Dritt- und Viertklässler aus Wolfstein nutzen täglich eine halbe Stunde lang das Lernprogramm. Der zuständige Lehrer, Rainer Spies, kann anhand der auf den Tablets installierten Software für jedes Kind eigene Arbeitsblätter mit individuellem Material zusammenstellen und verschiedene Kompetenzstufen auswählen. Alle Tablets sind mit seinem Computer verknüpft, so dass er jederzeit einen Überblick darüber hat, welcher Schüler sich an welcher Aufgabe versucht, welche Schwierigkeiten und Fehler sich auftun, und sogar das Bearbeitungstempo kann festgestellt werden. „Die Kinder können nach ihren Fähigkeiten lernen“, erklärt Spies.

Die Schüler haben in der Testphase ein eigenes Tablet bekommen, so dass sie zur nächsten Arbeitsphase genau an der Stelle weitermachen können, wo sie am vorherigen Tag aufgehört haben. Sobald die Firma „Snappet“ die Softwareinhalte aktualisiert, sind diese direkt über den Server erhältlich.

Schulleiterin Birgit Gehm-Schmitt betont, dass das Tablet keinen Ersatz für den normalen Unterricht darstellt, sondern lediglich eine Ergänzung. „Es dient als andere Form der Übung, die in die veränderte Bildungslandschaft passt“, ergänzt Gehm-Schmitt. Die Direktorin und die Schule setzen sich zum Ziel, die Kinder ein Stück weit in die mediale Welt zu begleiten. „Tablets sind nicht mehr wegzudiskutieren aus dem Alltag der Kinder“, sagt sie.

In der Klasse 3a der Grundschule verfügen zwölf von 15 Kindern über ein eigenes Tablet. Deswegen ist der Umgang in der Schule auch keine neue Erfahrung für die Schüler. Außerdem hat sich die Grundschule sechs eigene Tablets angeschafft, die in den Schulalltag bereits integriert worden sind und zu Recherchearbeiten, Dokumentationen und Präsentationen genutzt werden. Auch wurde eine Tablet-AG eingeführt, in der die Kinder mit dem Medium bekanntgemacht werden.

Seit die Schule Teil der rheinland-pfälzischen Innovationsinitiative „Digitale Medien in der Grundschule“ (DIMIG) wurde, zeigt sie sich sehr offen gegenüber dem Einsatz von technischen Hilfsmitteln im Unterricht. „Selbst die zunächst skeptisch gewesenen Kollegen wollen die Whiteboards nicht mehr missen“, berichtet Rainer Spies. Jedes Klassenzimmer verfügt mittlerweile über ein interaktives Whiteboard. Eine solche „digitale Tafel“ ist eine elektronische Projektionswand, die mit einem Computer verbunden ist und mit Hilfe eines Projektors den Bildschirminhalt auf die weiße Tafel bringt.

Aber nicht nur das Kollegium zeigt sich beeindruckt, auch die Schüler sind begeistert von dem Projekt. „Was für uns erstaunlich ist, ist die ununterbrochene Motivation, die es so bei keinem Schulbuch gibt“, erklärt Gehm-Schmitt. Diese Begeisterung lasse nicht nach. „Die Kinder haben den Ehrgeiz ein grünes Häkchen zu bekommen“, sagt Spies. Sobald eine Aufgabe richtig gelöst wurde, zeigt der Tablet-Bildschirm nämlich ein solches grünes Häkchen an.

Ob die Grundschule die Tablets in den Schulalltag fest integrieren wird, ist noch unklar. Die Kosten für die Tablets samt Software betragen immerhin jährlich 2400 Euro. Finanziert werden könnten sie mit Unterstützung der Verbandsgemeinde als Schulträger und dem Förderverein der Grundschule. Zusätzlich sucht die Schulleiterin nach regionalen Firmen als Sponsoren. (catb)

 

 

 

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