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Dienstag, 09. Juni 2015 Drucken

Kirchheimbolanden

Zellertalbahn vorerst nicht im Rheinland-Pfalz-Takt eingebunden

Von Sebastian Stollhof

 

Der Wunsch einer Einbindung der Zellertalbahn in den Rheinland-Pfalz-Takt ist zwar fürs Erste abgehakt, ganz verworfen hat ihn Landrat Winfried Werner nicht. Zunächst lautet das Vorhaben aber, den Ausflugsverkehr künftig auf das ganze Jahr und auf Samstage auszudehnen. Bei der Deutschen Bahn müssen dafür aber noch Bretter gebohrt werden.

Natürlich war die Hoffnung da. Das bestätigt Landrat Winfried Werner auch. Die Hoffnung, dass die Zellertalbahn in den Rheinland-Pfalz-Takt eingegliedert wird. So wie es im Regelverkehr bis 1983 der Fall war. Doch wie berichtet, wird es dazu nicht kommen. Der Landrat und viele andere hatten bei der Neuausschreibung der Netze noch gehofft. „Unsere bisherige Erfahrung war, dass wir bei den Ergebnissen deutlich bessere Trassenpreise als vorher haben.“ Mit diesen Einsparungen sollte die Integration der Zellertalbahn in den Rheinland-Pfalz-Takt bezahlt werden. „Doch die Ausschreibungsergebnisse waren nicht wesentlich günstiger“, so Werner. Die Folge: Das Geld ist nicht da, um die Zellertalbahn in den Rheinland-Pfalz-Takt einzugliedern.

Diese wurde im Jahr 2001 von Monsheim nach Langmeil für den Ausflugsverkehr reaktiviert. Von Mai bis Ende Oktober verkehren Ausflugszüge zwischen Monsheim und Kaiserslautern. Eigentlich nur an Sonn- und Feiertagen. Doch dabei soll es nicht bleiben. Bald soll die Zellertalbahn ganzjährig fahren – und das auch samstags.

Doch auch dafür muss investiert werden. Auf rund 4,4 Millionen Euro wird laut Hartwig Wolf, Büroleiter der Kreisverwaltung, der Aufwand geschätzt. Alleine an elf Bahnübergängen müssen Maßnahmen vorgenommen werden, damit hier die Sicherheit gegeben ist. Das kostet über zwei Millionen Euro. Bislang haben dort ehrenamtliche Helfer des Fördervereins Eistalbahn den Schrankenwärterdienst übernommen. Das wird bei einer Ausdehnung des Ausflugsverekehrs nicht mehr möglich sein. Hinzu kommen Arbeiten an Signalanlagen, Schwellen und Weichen.

Laut Werner hat sich der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr bereiterklärt, die Zugleistung für die nächsten 15 Jahre zu finanzieren. „Wir als Kreis sind bereit, die Strecke zu betreiben“, berichtet der Landrat. Nun geht es darum, ein Büro zu finden, das die Planung übernehmen kann. Europaweit waren Fachbüros zur Interessensbekundung aufgefordert worden, acht hätten sich gemeldet. Unter fünf dieser Büros werde die Planung nun ausgeschrieben. Wolf hofft, dass bis November die Ausführungsplanung erledigt ist. „Auf dieser Grundlage können wir dann den Zuschussantrag stellen.“ Da sieht es gut aus: Laut Werner hat das Innenministerium in Mainz signalisiert, 85 Prozent der Investitionskosten zu übernehmen.

Soweit so gut. Allerdings: Mit der Bahn muss ein neuer Pachtvertrag für die Strecke geschlossen werden. Bislang ist der Donnersberg-Touristik-Verband Pächter. Jedoch ist ein solcher Vertrag jährlich kündbar. „Ich kann aber nicht vier Millionen Euro investieren mit dem Risiko, dass der Vertrag in einem Jahr gekündigt wird“, verdeutlicht Werner. In Gesprächen mit der Bahn habe sich nun allerdings herausgestellt, dass diese deutlich mehr Geld für die Pacht möchte, als das bisher der Fall war. Dennoch zeigen sich Werner und Wolf zuversichtlich, was die weiteren Gespräche betrifft.

Positiv verlaufen seien auch die Gespräche mit dem Landkreis Alzey-Worms, den Verbandsgemeinden Göllheim, Winnweiler und Kirchheimbolanden. Diese sind auch an den Kosten beteiligt. Bei den Kosten für die Sicherung der Bahnübergänge beispielsweise anteilig daran, wie viele Übergänge im jeweiligen Gebiet sind. „Da hat Göllheim den Hauptgewinn gezogen“, erläutert der Landrat.

Der Kreis wird künftig auch die Rolle als Eisenbahninfrastrukturunternehmen übernehmen. Und er hat sich schon um Unterstützung für den bisherigen ehrenamtlichen Betriebsleiter Werner Lautensack gekümmert. Hier habe man mit Manuel Zimmermann, der aus dem Westerwald stammt, jemanden gefunden, der Erfahrung im Ausflugsverkehr hat. „Das war uns wichtig“, betonen Werner und Wolf unisono.

Hartwig Wolf ergänzt: „Es liegt ein Berg voll Arbeit vor uns.“ Den Ausflugsverkehr auszudehnen, ist beiden aber wichtig, die Zellertalbahn als Schienenanbindung von Worms nach Kaiserslautern von Bedeutung. Das habe sich bereits bei der Fußball-WM 2006 gezeigt. Wann genau die Zellertalbahn ganzjährig an den Wochenenden fahren wird, wissen beide noch nicht – im Idealfall wohl 2017. Ziel ist es, 2016 mit den Bauarbeiten zu starten.

Dass der Schienenverkehr-Zweckverband für den Ausflugsverkehr auf der Zellertalbahn eine Bestellgarantie für 15 Jahre abgegeben hat, ist nach der ersten Enttäuschung für Wolf und Werner ein wichtiger Baustein. Zumindest der Ausflugsverkehr ist so für 15 Jahre gesichert. Was danach passiert, weiß auch Werner nicht. Die Hoffnung hat er aber nicht aufgegeben, dass die Bahn dereinst im Rheinland-Pfalz-Takt fahren wird.