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Dienstag, 13. Februar 2018 Drucken

Sport

Wellinger als Gratulant

Von Elisabeth Schlammerl

Der Sprung, der für Platz zwei reicht: Katharina Althaus.

Der Sprung, der für Platz zwei reicht: Katharina Althaus. ( Foto: dpa)

Freude über Silber.

Freude über Silber. ( Foto: dpa)

SKISPRINGEN: Katharina Althaus gewinnt von der Normalschanze Silber

Nur zwei Tage nach dem Gold-Coup von Wellinger springt Katharina Althaus von der Normalschanze in Pyeongchang zu Silber hinter der norwegischen Favoritin Maren Lundby.

Die Teamkolleginnen hatten es noch geschafft zu gratulieren. Sie durften ja auch in den Innenraum, als Katharina Althaus ihre Sprungskier abschnallte. Aber anschließend griff das strenge Zeremoniell. Andreas Wellinger musste sich beeilen, der Olympiasieger, der wie Richard Freitag und Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster an die Schanze in Alpensia gekommen waren, umkurvte deshalb ein paar Betreuer. Er schaffte es gerade noch, seinen Glückwunsch für den Gewinn der Silbermedaille loszuwerden, ehe die 21 Jahre alte Oberstdorferin weggezogen wurde.

Es blieb erst einmal keine Zeit zum Genießen. Erst später nach der sogenannten Flowerzeremonie, den medialen Pflichten und der Dopingprobe fand sie einen Moment des Innehaltens, bevor es um die Ecke ins Deutschen Haus ging. Und da, kündigte Althaus an, „wird richtig gefeiert“, mit Weißbier und dem ganzen Team. „Ich bin so froh, dass ich es geschafft habe“, sagte sie. „Mir fällt ein Riesenberg von den Schultern.“

Der olympische Wettkampf war ein Spiegelbild der gesamten Saison. Die drei Springerinnen, die den Weltcup in diesem Winter dominierten, landeten auch gestern ganz vorne, und sogar noch in der richtigen Reihenfolge. Althaus hatte es in jedem Weltcup auf das Podest geschafft, zweimal stand sie ganz oben, aber meistens war eine andere besser. Die Norwegerin Maren Lundby war die überragende Skispringerin in dieser Saison und gewann auch in Südkorea die Goldmedaille. Bronze ging an Sara Takanashi aus Japan, die Dritte im Gesamtweltcup.

„Ich war schon nervös“, gibt Althaus zu. „Aber ich habe gewusst, dass es reichen kann, wenn ich meine Leistung bringe.“ Nach dem ersten Durchgang und nur gut zwei Punkten Rückstand auf Lundby hatte sich sogar noch auf Gold hoffen dürfen, aber im Finale gelang der Norwegerin ein überragender Sprung. Am Ende hatte sie zwölf Punkte Vorsprung. „Respekt, sie hat’s verdient“, sagte Althaus, für die die Kontrahentin Ansporn ist: „Man braucht immer jemand, der besser ist, um selbst besser zu werden.“

Althaus hat in diesem Jahr den erhofften Schritt von einer talentierten Athletin mit manchmal guten Leistungen zu einer Top-Springerin auf konstant hohem Niveau geschafft. Saison für Saison habe sie sich gesteigert, findet sie, die Vorbereitung im vergangenen Sommer endlich ohne die Doppelbelastung Schule sei ein wichtiges Detail gewesen: „Das hat mich richtig nach vorne gebracht.“

Trotz ihrer glänzenden Vorleistungen trug sie die Last der Medaillenkandidatin im deutschen Team nicht allein. Carina Vogt hat zwar bisher keine überragende Saison hinter sich, aber das heißt nichts. Sie ist die Frau für die besonderen Wettkämpfe. Vor vier Jahren war sie in Sotschi überraschend Olympiasiegerin geworden. Gestern erging es ihr so ähnlich wie bei den Männern zwei Tage zuvor dem Schweizer Simon Amman. Mehrere Male wurde vor ihrem Start im ersten Durchgang die Anlauflänge verändert. „Ich habe richtig mit ihr mitgefühlt“, sagte Althaus. Vogt landete mit ihrem ersten Sprung nur auf dem sechsten Platz. Im Finale verbesserte sie sich noch um einen Rang und fieberte anschließend mit der Teamkollegin mit. „Sie hat sich riesig für mich gefreut“, weiß Althaus. Und anschließend auch mitgefeiert.