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Samstag, 12. April 2014 Drucken

Kreis Germersheim

Vorbestrafte dürfen nicht mit Kindern arbeiten

Jugendhilfeausschuss stimmt verschärfter Personalkontrolle zu – Freie Organisationen sollen folgen

Personen, die wegen sexueller oder anderer Straftaten gegen Kinder vorbestraft sind, sollen von der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ferngehalten und ausgeschlossen werden. Das gilt sich auch für neben- und ehrenamtliche Tätigkeiten.

 

Der Jugendhilfeausschuss des Kreises stimmte deshalb dem Tätigkeitsausschluss einschlägig vorbestrafter Personen aus der Kinder- und Jugendhilfe in Rheinland-Pfalz zu. Rechtsgrundlage ist das Bundeskinderschutzgesetz.

„Der Beitritt zur Rahmenvereinbarung war uns wichtig, weil wir wie alle Träger der Jugendhilfe gleiche Grundsätze in den Jugendämtern anstreben. Viele freie Träger sind zum Beispiel jugendamtsübergreifend tätig“, sagte Sabine Heyn, Leiterin des Jugendamtes Kreis Germersheim. „Durch die Vereinbarung wird konkretisiert, für welche Tätigkeiten das erweiterte Führungszeugnis einer Person eingesehen werden muss.“

In dem Tätigkeitsausschluss geht es zum einen um die Definition von sogenannten Kerntätigkeiten, soweit diese mit Minderjährigen ausgeübt werden. Aufgeführt sind Tätigkeiten, die eine gemeinsame Übernachtung mit Kindern und Jugendlichen vorsehen oder die Pflegeaufgaben und somit enge Körperkontakte einschließen. Tätigkeiten, die Einzelarbeit vergleichbar mit Einzelunterricht beinhalten oder Tätigkeiten, die allein, das heißt nicht im Team, durchgeführt werden.

In der Vereinbarung zum Tätigkeitsausschluss wird zusätzlich ein Prüfschema vereinbart. Im Prüfschema werden zehn Kriterien für die Beurteilung von Tätigkeiten formuliert. Sie sind in drei Stufen eingeteilt und mit Punktwerten versehen. Ab einem Wert von zehn ist ein Führungszeugnis des Betroffenen erforderlich.

Mit dem einstimmig angenommen Beschluss erklärt der Jugendhilfeausschuss die Vereinbarung auf örtlicher Ebene für verbindlich. Der Ausschuss empfiehlt örtlichen freien Trägern und Organisationen von Jugendarbeit und Jugendhilfe ebenfalls den Beitritt zu dieser Vereinbarung. Organisationen erhalten nur Zuschüsse nach den jeweils geltenden Kreisrichtlinien wenn sie der Vereinbarung zugestimmt haben. (smoh)